- 05.02.2016, 11:30:01
- /
- OTS0067 OTW0067
Frühe Hilfen werden in Kärnten ausgebaut
Unterstützung für Schwangere und junge Familien in belastenden Situationen wird gut angenommen
Utl.: Unterstützung für Schwangere und junge Familien in belastenden
Situationen wird gut angenommen =
Wien (OTS) - Seit April 2014 steht im Bezirk Wolfsberg im Rahmen
eines Modellprojekts ein Frühe-Hilfen-Angebot zur Verfügung. Aufgrund
der positiven Erfahrungen wird die Kooperation zwischen dem Land
Kärnten und der Kärntner Gebietskrankenkasse fortgesetzt und
ausgebaut. Insgesamt konnten im Rahmen des Modellprojekts 28 Familien
betreut und unterstützt werden. Seit Jänner 2016 wird unter dem Namen
„gutbegleitet“ Unterstützung für Familien in belastenden
Lebenssituationen zusätzlich in den Bezirken Klagenfurt,
Klagenfurt-Land, Villach und Villach-Land angeboten. Im Bezirk
Wolfsberg wird das Angebot weiter gefestigt und verstärkt. Es wird
damit gerechnet, dass in den genannten Regionen über 200 Familien
Unterstützungsbedarf haben.
„Als Sozial- und Gesundheitsreferentin des Landes Kärnten ist es mir
ein Anliegen, ein niederschwelliges Angebot für jene Familien zu
schaffen, die ein verstärktes Bedürfnis nach Assistenz bei der
Bewältigung des Alltags haben“, erklärt Beate Prettner, Kärntner
Landeshauptmann-Stellvertreterin. „Durch ein multiprofessionelles
Team erhalten diese Familien Beratung und Unterstützung, um positive
Grundsteine nicht nur für die Eltern, sondern vor allem für deren
Kinder zu legen“, so Prettner weiter. Durch ein Zusammenarbeiten
aller relevanten Institutionen wird es möglich, ein engmaschiges
Unterstützungsnetzwerk für die betroffenen Familien zu schaffen.
„Mit dem Angebot der Frühen Hilfen können wir Familien in belastenden
Situationen ein persönliches, individuelles und vor allem ein
anonymes und kostenfreies Hilfsangebot bereitstellen. Als Kärntner
Gebietskrankenkasse wollen wir durch Gesundheitsförderung und
Prävention in der frühen Kindheit Beeinträchtigungen in der
Entwicklung des Kindes verhindern bzw. reduzieren. Wir wissen, dass
die frühe Kindheit den späteren Gesundheitszustand im
Erwachsenenalter maßgeblich beeinflusst. Unsere Erfahrungen aus dem
Modellprojekt im Bezirk Wolfsberg zeigen, dass das
Unterstützungsangebot greift“, so KGKK-Bereichsdirektorin Helgard
Kerschbaumer. Die Vernetzung zwischen den verschiedenen Berufsgruppen
und Institutionen, die zur Familienbegleitung im Bezirk Wolfsberg
zuweisen, wird ständig verbessert. „Besonders erfreulich ist, dass
durch den niederschwelligen Zugang Familien von sich aus, auch ohne
Zuweisung, die Frühen Hilfen in Anspruch nehmen. Zukünftig wird das
KGKK-Angebot in Wolfsberg fortgesetzt und gemeinsam mit dem Land
Kärnten auf die Bezirke Villach und Villach-Land ausgeweitet. Damit
wird sichergestellt, dass die Hilfe und Unterstützung für Familien
schnell dort ankommt, wo sie benötigt wird“, erläutert
KGKK-Bereichsdirektorin Dr. Helgard Kerschbaumer.
Was sind „Frühe Hilfen“?
Bei „Frühe Hilfen“ handelt es sich um ein Maßnahmenpaket, das darauf
abzielt, gesundheitliche Belastungen von Familien und Kindern
frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Im Mittelpunkt
stehen Familienbegleiter/innen, die als konkrete Ansprechpersonen für
die Familien da sind. Als freiwilliges Angebot helfen sie den
Betroffenen, geeignete soziale und gesundheitsbezogene Angebote zu
finden und in Anspruch zu nehmen. Die Familienbegleiter/innen
arbeiten in sogenannten „Frühe-Hilfen-Netzwerken“, die sich um eine
optimale Vernetzung und Weiterentwicklung dieser Angebote bemühen.
Dieses Netzwerk besteht aus unterschiedlichsten Einrichtungen des
Gesundheits- und Sozialwesen und der Kinder- und Jugendhilfe (z.B.
Krankenanstalten, Krabbelstuben, Schuldnerberatung,
Eltern-Kind-Zentren, Mutterberatungszentren, praktische Ärzte oder
Fachärzte), die einerseits als Zuweiser/innen zu den „Frühen Hilfen“
agieren, andererseits mit ihren Leistungen auch als
Kooperationspartner/innen zur Verfügung stehen. Um Frühe Hilfen
möglichst niederschwellig zu gestalten, gehen die
Familienbegleiter/innen aktiv auf belastete Familien zu –
idealerweise bereits während der Schwangerschaft - und stellen so
sicher, dass die Angebote frühzeitig jene erreichen, die sie
benötigen.
Das Projekt „Frühe Hilfen“ geht auf eine Initiative des
Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zurück. Gesundheitsministerin
Sabine Oberhauser zum Nutzen von Frühen Hilfen: „Präventionsmaßnahmen
in der frühen Kindheit sind besonders effizient. Sie wirken sich
langfristig positiv auf die Gesundheit aus und sind ein wirksamer
Beitrag zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit, zur
Armutsbekämpfung und zur Senkung späterer gesundheitlicher Risiken.
Auch der ökonomische Nutzen ist nachweislich bei Maßnahmen in der
frühen Kindheit am größten.“
Bis Mitte 2017 sollen ein flächendeckendes Angebot an regionalen
Frühe Hilfen-Netzwerken in drei Bundesländern (Vorarlberg, Burgenland
und Salzburg) und ein bis vier regionale Netzwerke in den weiteren
Bundesländern vorhanden sein. Regionale Frühe Hilfen-Netzwerke sollen
dann in 52 Bezirken Österreichs verfügbar sein.
Zur Unterstützung der regionalen Umsetzung der Maßnahmen hat das
Gesundheitsministerium an der Gesundheit Österreich ein Nationales
Zentrum Frühe Hilfen eingerichtet. Zu seinen Aufgaben gehören die
bundesweite Vernetzung aller Partner/innen, die Sicherstellung hoher
Qualität in der Umsetzung sowie der Wissenstransfer. Weiters führt es
Schulungen und eine überregionale Evaluation durch und sorgt für ein
einheitliches Dokumentationssystem. „Indem das Gesundheitsministerium
zentrale Aufgaben wie Schulungen, Dokumentation und Evaluation
übernimmt, bleibt in den einzelnen Netzwerken mehr Geld für die
Arbeit mit den Familien“, betont Ministerin Oberhauser. „Damit sorgen
wir für einen effizienten Mitteleinsatz und eine einheitliche und
qualitätsgesicherte Umsetzung in ganz Österreich“, hält Oberhauser
abschließend fest.
Umfassende Informationen sind auf der Website www.fruehehilfen.at zu
finden.
Die Finanzierung des Ausbaus der Frühen Hilfen in Österreich erfolgt
unter anderem aus den Vorsorgemitteln der Bundesgesundheitsagentur,
wofür bis Frühjahr 2017 rund 5 Mio. Euro aufgewendet werden. Für den
Ausbau in Kärnten werden zusätzlich Mittel aus dem
Gesundheitsförderungsfonds des Kärntner Gesundheitsfonds aufgewendet.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BMG






