ÖH Uni Wien: Weitere Zugangsbeschränkungen sind völlig inakzeptabel

Aufnahmegebühren stellen eine weitere soziale Hürde dar - Studierendenvertretung fordert Ausfinanzierung der Hochschulen

Wien (OTS) - "Wenn sich mehr Personen zu Aufnahmeverfahren anmelden, als dann zur Prüfung erscheinen, ist das der Beweis dafür, dass sie auf potentielle Studierende abschreckend wirken", antwortet das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien auf die neuen Aufnahmegebühren ab kommenden Wintersemester. Das Einheben von 50 Euro reiht sich dabei in eine lange Liste von Maßnahmen ein, die in den letzten Jahren eingeführt wurden, um den Universitätszugang zu erschweren.

"Was die Universität Wien hier betreibt, ist Symptombekämpfung und keine sinnvolle oder studierendenfreundliche Hochschulpolitik. Für uns als Studierendenvertretung sind derartige Gebühren völlig inakzeptabel!", kritisiert Camila Garfias (VSStÖ) vom Vorsitzteam das Vorgehen des Rektorats. Vehement wies die ÖH Uni Wien in den letzten Jahren darauf hin, dass Zugangsbeschränkungen auch in Form von Studieneingangsgesprächen, Self-Assesments oder auch Gebühren für die Tests sozial selektiv und abschreckend sind. "Gerade für Studierende, die in erster Generation studieren, die in ihrer Entscheidung unsicher sind oder in ihrer Studienwahl von ihrem Umfeld nicht unterstützt werden, stellen solche Gebühren eine zusätzliche Hürde dar. Frauen, Migrant_innen und Arbeiter_innenkinder finden so weniger leicht Zugang zur Universtität", so Karin Stanger (GRAS) vom Vorsitzteam.

Aufnahmetests, Knock-Out-Prüfungen, Self-Assesments, Voraussetzungsketten, STEOP - die Universität lässt sich allerhand einfallen um Studierende aktiv am Studieren zu hindern. Nun wurde auch der Lehrgangsbeitrag für Deutschkurse beim Vorstudienlehrgang um mehr als die Hälfte auf 1150,- Euro erhöht. "Die gegenwärtige Hochschulpolitik ist eine einzige Realitätsverweigerung - vonseiten des Ministeriums wie auch vonseiten der Universität Wien", unterstreicht Jana Reischl (KSV-Lili) vom Vorsitzteam. Wie sonst lässt es sich erklären, dass fast eine halbe Million Euro für eine Kampagne vom Ministerium ausgegeben wurde, die dazu motivieren soll, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und technische Fächer zu studieren - ausgerechnet jene Fächer also, die nun Stück für Stück zugangsbeschränkt werden.
Auch für Informatik und Wirtschaftsinformatik soll es ab Herbst Aufnahmeverfahren an der Universtität Wien geben. Gerade hier ist besonders darauf zu achten, ob sich der Frauenanteil verringert.

"Wir fordern eine freie, offene Universität für alle und damit die Ausfinanzierung der Hochschulen statt weiteren Zugangsbeschränkungen!", schließt das Vorsitzteam unisono.

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