Parkinson: Oxycodon-Naloxon gegen muskuloskelettale und nächtliche Schmerzen

15. Österreichische Schmerzwochen der Österreichischen Schmerzgesellschaft: Neue Erkenntnisse über Wirksamkeit der Opioid-Kombi

Wien/Linz (OTS) - Rund 60 Prozent der Parkinsonpatienten leiden unter komplexen Schmerzen infolge ihrer Erkrankung, doch dieser Umstand ist nach wie vor wenig beachtet und entsprechend mangelhaft erforscht“, kritisierte heute Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Lampl, (Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz), Vorstandsmitglied der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG), anlässlich der 15. Österreichischen Schmerzwochen.

Nun liefert eine internationale Studie (Trenkwalder et al) wichtige Erkenntnisse zur schmerzlindernden Wirksamkeit und Sicherheit einer Opioid-basierten Behandlung von Parkinsonpatienten mit starken chronischen Schmerzen. Konkret wurde bei über 200 Patienten in sieben europäischen Staaten untersucht, inwieweit diese von der Wirkstoffkombination Oxycodon-Naloxon (OXN PR) beziehungsweise von einem Placebo bei täglicher Gabe profitieren.

Nach Ende der 16-wöchigen Studienphase gab es zwar zwischen den beiden Testgruppen keine signifikanten Unterschiede bei der Schmerzlinderung. Erhellend war jedoch manches Detailergebnis: So erwies sich das Medikament etwa in den Behandlungswochen 4, 8 und 12 als viel effektiver bei der analgetischen Wirkung als Placebo. In der 16. Woche zeigten sich deutliche Verbesserungen in der 24-Stunden-Schmerzskala, wenn das Mittel gemäß Studienprotokoll eingenommen wurde. Auch zeigten Patienten, die OXN PR eingenommen hatten, seltener Bedarf an zusätzlichen Akutmedikamenten zur Schmerzlinderung.

Die Opioid-Kombination brachte schließlich auch eine weitaus größere Erleichterung bei starken muskuloskelettalen und nächtlichen Schmerzen. Allerdings bedingte OXN PR auch in höherem Ausmaß unerwünschte Nebenwirkungen: Übelkeit kam bei der OXN PR Gruppe häufiger vor als bei der Placebo-Gruppe (17 versus 9 Prozent), dasselbe galt für Verstopfung infolge des Medikamentenkonsums (17 versus 6 Prozent).

„Auch wenn noch weitere Untersuchungen nötig sind, tragen die Studienergebnisse über OXN PR dazu bei, das eingeschränkte Wissen über die Wirksamkeit von Opioiden bei der Schmerztherapie von Parkinsonpatienten zu erweitern. Derzeit werden parkinsonbedingte Beschwerden meist mit einer erhöhten Dosis dopaminerger Medikamente behandelt“, kommentiert Prof. Lampl die Studienergebnisse. „Es ist zu hoffen, dass die Erkenntnisse dazu beitragen, neue Behandlungsoptionen für Parkinson-Patienten mit massiven Schmerzzuständen zu eröffnen.“

Weitere Details und alle Medieninformationen zu den 15. Österreichischen Schmerzwochen:
www.bkkommunikation.com/de/journalistenservice/aktuell/

Rückfragen & Kontakt:

B&K Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung
Dr. Birgit Kofler, Mag. Roland Bettschart
01 3194378, 0676 6368930
kofler@bkkommunikation.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BKO0001