- 29.01.2016, 12:01:23
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ÖVP Wien stimmt gegen Subvention an HOSI Wien
Wien (OTS) - „Mit einiger Verwunderung haben wir zur Kenntnis
genommen, dass die Wiener ÖVP ihre bisherige Haltung geändert hat und
gestern im Gemeinderat – gemeinsam mit der FPÖ – gegen die
Zuerkennung einer Förderung an die Homosexuelle Initiative (HOSI)
Wien gestimmt hat“, erklärt Obmann Christian Högl.
„Dies hat uns insofern überrascht, als die Bedeutung und die Qualität
unserer Arbeit ja im letzten Jahr nicht abgenommen haben – eher im
Gegenteil: Die Inanspruchnahme unserer Coming-out-Arbeit und der
Besuch unserer Jugendgruppe werden immer intensiver und die Vorträge
unseres Schulbesuchsprojekts queerconnexion immer zahlreicher. Und
auch sonst werden unsere Aktivitäten und Angebote, nicht zuletzt
aufgrund der im Vorjahr erfolgten räumlichen Erweiterung unseres
Vereinslokals Gugg, immer umfangreicher und professioneller.“
Besonders befremdlich erscheinen in diesem Zusammenhang die Aussagen
von ÖVP-Gemeinderat Manfred Juraczka, der zwar eine Subvention für
Homosexuelle als „unterstützenswert“ bezeichnete, insbesondere für
die Coming-out-Arbeit, aber dennoch gegen die Förderung stimmte und
erklärte, er wünsche sich ein Mindestmaß an „Niveau und Respekt von
jemandem, der öffentliche Gelder erhält“. „Diesen Vorwurf“, so Högl
weiter, „können wir überhaupt nicht nachvollziehen. Immerhin äußerte
die jetzige ÖVP-Gemeinderätin Sabine Schwarz in dieser Hinsicht nicht
die leiseste Kritik, als sie vorigen September im Wahlkampf an einer
Podiumsdiskussion mit VertreterInnen anderer wahlwerbender Parteien
im Gugg teilnahm. Aber vielleicht spielt Juraczka auf unsere zehn
Jahre alte Kritik an der Kandidatur von Gudrun Kugler für die ÖVP
Wien bei den Gemeinderatswahlen 2005 an? Das wäre indes sehr
nachtragend!“
Arroganz gegenüber zivilgesellschaftlichem Engagement
„Offenkundig ist das gestrige Abstimmungsverhalten ein weiteres Indiz
dafür, dass die ÖVP Wien nach den herben Verlusten bei den Wiener
Landtagswahlen im Oktober – sie stürzte auf einen historischen
Tiefstand unter zehn Prozent und damit in die völlige politische
Bedeutungslosigkeit ab – unter ihrem neuen Landesobmann Gernot Blümel
jetzt das Heil weit rechts der Mitte in der Nähe der FPÖ sucht“,
mutmaßt Högl. „Die vordergründige Scharfmacherei à la Reinhold
Lopatka und die sektoiden Anwandlungen einer Gudrun Kugler, die es
diesmal endlich in den Gemeinderat geschafft hat, werden die
Landespartei in der Wählergunst aber auch nicht wieder nach vorne
bringen!“
„Wenn etwas niveaulos ist, dann die Einstellung der ÖVP, mit einer
öffentlichen Förderung könne sich eine bestimmte Partei politisches
Wohlverhalten erkaufen. Und wenn etwas absolut respektlos ist, dann
ihre arrogante Haltung gegenüber unserer Arbeit. – Die HOSI Wien ist
eine beispielhafte NGO, in der dutzende AktivistInnen jedes Jahr
tausende ehrenamtliche Arbeitsstunden leisten und seit über 35 Jahren
vorbildliches zivilgesellschaftliches Engagement unter Beweis stellen
und für eine bessere Gesellschaft kämpfen. Und sicherlich haben wir
durch unsere Angebote auch schon den einen oder anderen Selbstmord
junger Lesben und Schwuler verhindert“, so Högl abschließend.
„Insofern ist es uns aber ein großer Trost, dass es zumindest in Wien
auf die Stimmen der ÖVP nicht ankommt.“ Die Förderung an die HOSI
Wien wurde mit den Stimmen von SPÖ, Grünen und NEOS beschlossen.
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