Schmerzpflaster wirksam nach Knieprothesen-OP

15. Österreichische Schmerzwochen: Fentanyl als Option zur postoperativen Schmerztherapie

Wien (OTS) - Aktuelle Studien zeigen, dass Fentanyl-Schmerzpflaster nach dem Einsatz eines künstlichen Kniegelenks eine wirksame Option der postoperativen Schmerztherapie sind. Das berichtet die Östereichische Schmerzgesellsschaft anlässlich der 15. Österreichischen Schmerzwochen. Eine japanische Studie untersuchte 52 Patienten, denen eine Knie-Totalendoprothese eingesetzt wurde: Ein Teil der Gruppe wurde postoperativ mit 12,5µg transdermalem Fentanyl-Pflaster versorgt, der andere erhielt nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAR). Die anhand der VAS ermittelte Schmerzintensität war am vierten postoperativen Tag in beiden Gruppen gleich hoch, jedoch sieben Tage nach der Operation in der mit Fentanyl behandelten Gruppe signifikant geringer. Ebenso erlangte die Fentanylgruppe rascher ihre Muskelkraft zurück, ohne opioidinduzierte Nebenwirkungen aufzuweisen.

Auch eine britische Studie belegt die Wirksamkeit von transdermal oder oral verabreichtem Fentanyl in der Versorgung postoperativer Schmerzen nach totalen Knie-Ersatz-Operationen. In die Studie wurden rund 190 Patienten eingeschlossen. Eine Gruppe erhielt nach der Operation eine patientenkontrollierte Analgesie, der anderen wurde Fentanyl transdermal oder oral verabreicht. Die britischen Forscher erhoben die Resultate von der OP bis zur Spitalsentlassung. Es zeigte sich, dass die Behandlungsmethoden hinsichtlich der schmerzlindernden Wirkung gleichwertig waren.

„Diese Studien zeigen, dass der postoperative transdermale Einsatz von Fentanyl nach totalen Knie-Ersatz-Operationen zu einer effizienten Schmerzlinderung führt, wodurch die Rehabilitationsmaßnahmen positiv beeinflusst werden“, kommentiert OÄ Dr. Gabriele Grögl, Vizepräsidentin der ÖSG und Leiterin der Schmerzambulanz in der Krankenanstalt Rudolfstiftung, Wien, die neuen Daten. „Da aufgrund der hohen analgetischen Potenz von Fentanyl niedrige Dosierungen ausreichend sind, um eine zufriedenstellende Schmerzreduktion zu erreichen, sind opioidinduzierte Nebenwirkungen nur in geringem Ausmaß zu erwarten. Die transdermale Fentanylverabreichung stellt daher sicher eine weitere Option zur Therapie postoperativer Schmerzen dar.“

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