WKW-Flenreiss: „Rechtssicherheit für ärztliche Zeitarbeit schaffen!“

Wien (OTS) - Fehlende gesetzliche Regelung macht nachgefragte Zeitarbeit bei Ärzten in Österreich derzeit unmöglich. Die Fachgruppe der gewerblichen Dienstleister in der Wirtschaftskammer Wien fordert eine gesetzliche Änderung, damit rechtliche Sicherheit für Arbeitskräfteüberlasser, Ärzte und Gesundheitseinrichtungen geschaffen wird.

„Die aktuelle Debatte über ärztliche Zeitarbeiter geht an der österreichischen Realität vorbei, denn Arbeitskräfteüberlassung bei Ärzten ist aufgrund der fehlenden rechtlichen Grundlage hierzulande derzeit nicht möglich. Ärzte, Gesundheitseinrichtungen, Arbeitskräfteüberlasser und letzten Endes auch Patienten befinden sich dadurch in einer heiklen Situation, wenn der vorhandene Bedarf abseits der vorbildlichen österreichischen Zeitarbeits-Regelungen gestillt werden muss“, warnt KommR Gerhard Flenreiss, Fachgruppenobmann der gewerblichen Dienstleister in der Wirtschaftskammer Wien, und bringt die Lage auf den Punkt: „Wir brauchen rechtliche Sicherheit - jetzt!“

Zeitarbeit darf kein Tabu sein

In Österreich gelten seit Jahren die europaweit vorbildlichsten Regelungen für Zeitarbeit, die u.a. einen eigenen Kollektivvertrag, unbefristete Dienstverhältnisse, Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung, uvm. umfassen. Aufgrund der aktuellen Debatte zum Thema Ärzte und Zeitarbeit stellt der Fachgruppenobmann deshalb klar: „Die guten Erfahrungen im Gesundheitsbereich bei diplomierten Krankenschwestern als Zeitarbeiter zeigen, dass es zu keinem Ersatz von Stammarbeitsplätzen kommt. Sie sorgen zu Spitzenzeiten dafür, dass Engpässe erst gar nicht entstehen, die Stammbelegschaft entlastet und die hohen medizinischen Standards im Sinne der Patientensicherheit in Österreich aufrechterhalten werden können.“

Österreich: Gleichstellung von Zeitarbeit weitestgehend verwirklicht

In allen freiberuflichen Tätigkeitsbereichen wie bei Rechtsanwälten, Architekten etc. ist Zeitarbeit möglich und gesetzlich vorbildlich geregelt. Durch die Arbeitskräfteüberlassungsgesetz-Novelle (AÜG-Novelle) im Jahr 2014 ist die Gleichstellung von Zeitarbeitern mit dem Stammpersonal in sozialrechtlicher und finanzieller Sicht weitestgehend verwirklicht. Darum fordert der Fachgruppenobmann abschließend: „Zeitarbeit darf auch im ärztlichen Bereich kein Tabu sein. Wir brauchen dazu nur den richtigen gesetzlichen Rahmen, damit im österreichischen Gesundheitswesen klare Verhältnisse herrschen.“

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