Nationalrat – Matznetter: Das Problem heißt Altersarbeitslosigkeit!

Erhöhung des Pensionsantrittsalters löst dieses nicht, sondern verschärft nur

Wien (OTS/SK) - Christoph Matznetter, SPÖ-Wirtschaftssprecher, fordert heute, Mittwoch, im Rahmen der Kurzdebatte im Nationalrat die „neoliberalen AkteurInnen der österreichischen Politik“ auf, zu erklären, „was bitte mit älteren ArbeitnehmerInnen geschehen soll, die einerseits länger arbeiten sollen, für die andererseits große Unternehmen aber keine Jobs anbieten? Jobs fallen nicht wie Manna vom Himmel!“ Das Problem liege in der steigenden Altersarbeitslosigkeit, machte Matznetter aufmerksam. „Und diese bekämpfen wir nicht mit einer Erhöhung des Pensionsantrittsalters, sondern verschärfen sie dadurch nur“, ruft der Abgeordnete in Erinnerung. ****

Tatsächlich sei es so, dass sich das faktische Pensionsantrittsalter in den vergangenen 24 Monaten erhöht hat. „Menschen wollen so lange arbeiten, wie es geht und wie sie können“, so Matznetter. Ein Problem ist jedoch der Druck, der von den ArbeitgeberInnen ausgeht. In Familienbetrieben und kleinen Unternehmen arbeiten Menschen oft bis ins hohe Alter, in großen Unternehmen werden ältere Menschen „einfach weggespart“.

„In großen Unternehmen enden erfahrene ArbeitnehmerInnen, die über viel Know-How verfügen und viel zum Erfolg eines Unternehmens beigetragen haben, häufig als ‚Altlasten‘ und werden somit ‚wegrationalisiert‘. Dieses Problem gilt es zu lösen“, so Matznetter.

Für viele Menschen sei es, so Matznetter, „auch einfach körperlich nicht mehr möglich, länger zu arbeiten. Sie haben alles an Arbeitskraft, das sie anzubieten hatten, zur Verfügung gestellt und können gesundheitlich nicht mehr weiterarbeiten“, stellt Matznetter dar und nennt als Beispiel die Baubranche. „Es ist schlicht unanständig, diese Leute wie Aussätzige oder faule Menschen hinzustellen“, kritisiert er scharf.

Bevor man überhaupt über eine Anhebung des formalen Pensionsantrittsalters debattieren könne, müsse erst sichergestellt werden, dass es überhaupt Chancen und genügend Arbeitsplätze für ältere und erfahrene Erwerbstätige gibt, fordert Matznetter abschließend. (Schluss) up/kg

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