- 27.01.2016, 14:29:26
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Generationenübergreifender Appell zu Pensionen: „Es ist Zeit zu handeln für einen Generationenvertrag NEU“

Wien (OTS) - Das österreichische Pensionssystem zählt nicht nur zu
den teuersten sondern auch zu den am wenigsten nachhaltigen Modellen
Europas. Zahlreiche Studien, Experten und Rankings bescheinigen dem
heimischen Modell den Kollaps, wenn nicht rasch die richtigen
Schritte ergriffen werden. Die nächste Chance dafür kommt am 29.
Februar, wenn die Regierung nötige Maßnahmen bekanntgeben soll. In
diesem Zusammenhang melden sich generationsübergreifend prominente
Österreicherinnen und Österreicher zu Wort: „Es ist Zeit für einen
neuen Generationenvertrag! Das sind wir unseren Kindern schuldig!“
Eine kürzlich vom Institut für Wirtschaftsforschung Eco Austria
präsentierte neue Datenanalyse rund um das österreichische
Pensionssystem - erstmals wurden die Daten der gesetzlichen
Pensionsversicherung mit jenen der öffentlichen Rechtsträger
miteinander kombiniert – zeigte schonungslos die besorgniserregende
Entwicklung auf: die Deckungslücke bei den Pensionen betrug laut
neuer Studie von Dr. Ulrich Schuh 2014 bereits 21,409 Milliarden
Euro, also um 834 Millionen mehr als im Jahr 2013. Weitere Studien
wie der „Melbourne Mercer Global Pension Index 2015“ und zahlreiche
Experten wie zum Beispiel die Agenda Austria decken immer wieder den
besorgniserregenden Zustand in Österreich auf.
„Das Problem ist, dass die Pensionsdebatte in Österreich immer nur in
Teilbereichen diskutiert wird. Seit Jahrzehnten wurden keine
nachhaltigen Reformen geschaffen. Für den 29. Februar hat sich die
Regierung vorgenommen darüber zu entscheiden, ob Maßnahmen zur
Sicherung des Pensionssystems ergriffen werden müssen oder nicht. Wir
warnen davor, dieses Datum wieder untätig verstreichen zu lassen.
Deshalb wenden wir uns heute generationsübergreifend an die
Bundesregierung: Wir brauchen einen neuen Generationenvertrag! Es ist
höchste Zeit für echte Reformen. Jedes Beschönigen und Verschieben
ist unverantwortlich den nächsten Generationen gegenüber. Wir müssen
endlich handeln!“ betonen Persönlichkeiten wie Dkfm. Claus Raidl,
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Dr. Therese Niss von der Jungen
Industrie, Mag. Walter Hatzenbichler von den NEOS und
ÖVP-Nationalratsabgeordneter Asdin El Habbassi bei einer
Pressekonferenz am Mittwoch.
Konkret zeigt das prominente Podium sechs essentielle Stellschrauben
auf:
1. Anhebung des gesetzlichen und des faktischen Pensionsantrittsalter
für Männer und Frauen
2. Koppelung des Pensionsantrittsalters an die Lebenserwartung
3. Vereinheitlichung der Pensionssysteme (ASVG, Beamte, ÖBB, etc.)
in max. 15 Jahren für alle Pensionisten bis 2030 statt bis 2040
4. Halbierung der Deckungslücke von 21,4 Mrd. in längstens 10 Jahren.
5. Stärkung der zweiten und dritten Säule zur besseren Verteilung der
Pensionslast
6. Aufgabe der Seniorität/Anciennität als Gestaltungsprinzip der
Abgeltung für Arbeit
Die Proponentinnen und Proponenten zeigten sich überzeugt, dass an
all diesen Stellschrauben gleichzeitig gedreht werden muss, um
individuelle Unzumutbarkeiten im Zaum zu halten und das
Pensionssystem nachhaltig zu sichern. Das Ausmaß der jeweiligen
Änderungen müsste „mutig und deutlich sein.“ Die Zeit der
kosmetischen Änderungen muss vorbei sein.
„Die konkreten Bandbreiten der notwendigen Anpassungen – etwa beim
Pensionsalter, der Koppelung des Pensionsalters an die
Lebenserwartung etc. - liegen alle am Tisch. Es ist Sache der
politischen Entscheidungsträger die genauen Kennziffern festzulegen.
Das Ziel muss klar sein: Es ist jetzt Zeit zu handeln! Wir müssen
jetzt einen „Generationenvertrag NEU“ definieren, damit auch unsere
Kinder noch in dieses Pensionssystem vertrauen können. Wenn wir diese
Chance wieder vergeben, dann läuft das heimische Pensionssystem
Gefahr zu einer nicht mehr finanzierbaren Belastung zu werden – eine
Belastung, die kommende Generationen nicht mehr stemmen könnten und
damit der Generationenvertrag in Frage gestellt würde. Daher braucht
es diesen neuen Generationenvertrag, der auch den nachfolgenden
Generationen die Aussicht auf eine Pension ermöglicht.“
Diese Positionen unterstützen neben vielen anderen Österreicherinnen
und Österreichern:
Präsident Dkfm. Dr. Claus Raidl, Präsident Oesterreichische
Nationalbank
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Universität Wien
Dr. Therese Niss, Vorstand Junge Industrie
Mag. Walter Hatzenbichler, NEOS Wien
Asdin El Habbassi, BA, Nationalratsabgeordneter & Jugendsprecher ÖVP
Propst Mag. Maximilian Fürnsinn, Stift Herzogenburg
Dr. Ulrich Schuh, wissenschaftlicher Vorstand ECO Austria
Univ. Prof. Dr. Bernhard Felderer, Präsident des Österreichischen
Fiskalrates
Mag. Theresia Leitinger, Generalsekretärin der ÖVP Frauen, derzeit in
Mutterschutz
DI Paul Gessl, Konzerngeschäftsführer Niederösterreich Kultur
Wirtschaft (NÖKU)
DI Georg Feith, Geschäftsführer Glanzstoff Industries
Mag. Christoph Seel, MSc, Präsident des Österreichischen
Cartellverbandes
Julian Staltner, Kartellsenior des Mittelschüler Kartellverbandes
Stefan Schnöll, Generalsekretär Junge ÖVP
Andreas Jilly, Bundesobmann Aktionsgemeinschaft
Franz Dunst, Vorstand Bundes Jugend Vertretung, Vorstand Landjugend
Philipp Kappler, Bundesobmann Schülerunion
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