- 24.01.2016, 05:00:01
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Hypo-Gläubiger in ÖSTERREICH: "Ein Friss-oder-stirb-Angebot ist nicht akzeptabel"
Ein Schweizer Investor erklärt, warum er das Vergleich-Angebot von 75 Prozent ablehnt
Utl.: Ein Schweizer Investor erklärt, warum er das Vergleich-Angebot
von 75 Prozent ablehnt =
Wien (OTS) - "Es ist nicht akzeptabel, dass wir ein
Friss-oder-stirb-Angebot bekommen, ohne vorab eingebunden worden zu
sein", sagt Investor Urs Fähndrich im Interview mit der Tageszeitung
ÖSTERREICH (Sonntags-Ausgabe) zum Vergleichsangebot in der
Hypo-Pleite. Er vertritt die Teutonia-Gruppe, die 200 Millionen Euro
in Hypo-Anleihen hält.
Vor einem jahrelangen Rechtsstreit hätten die Gläubiger keine Scheu:
"Wir haben das ausgiebig geprüft. Zum einen haben wir gute Chancen,
schon auf nationaler Ebene zu gewinnen. Der Verfassungsgerichtshof
hat, als er im Juli 2015 das Hypo-Sondergesetz kippte, klar gesagt,
es könne nicht sein, dass nur die kleine Gruppe der
Hypo-Haftungsgläubiger einen Beitrag zur wirtschaftlichen Sanierung
Kärntens leisten soll."
Sollte das Verfassungsgericht anders entscheiden, "sind Klagen beim
Europäischen Gerichtshof und dem Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte einzuleiten, weil es um einen Eingriff in das
Eigentumsrecht geht." Angelsächsische Gläubiger würden bereits Klagen
in den USA vorbereiten.
Die Klagsdrohung sei kein Säbelrasseln, um eine noch höhere Quote als
die angebotenen 75 Prozent zu erhalten: "Wir haben aber den Eindruck,
dass Kärnten seine brisante Lage unterschätzt und mit dem
internationalen Ausmaß und der finanziellen Größenordnung der
Situation auch etwas überfordert ist."
Und es gehe auch darum, an Kärnten ein Exempel zu statuieren: "Hier
geht es darum, dass in Europa nicht ein Land komplett ausscheren und
gegen alle Regeln verstoßen kann. Das wäre ein Präzedenzfall, der
katastrophale Signalwirkung für Griechenland, Spanien, Portugal oder
Italien hätte. Wenn Kärnten seine Schulden nicht zahlt, zahlt niemand
mehr."
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