AK-Wissenschaftspreisträgerin aus Linz: Betriebsräte mit Migrationshintergrund sind Brückenbauer

Linz (OTS) - „Zwischen Spaltung und Integration: Migration als Herausforderung für unsere Gesellschaft“ – ein brandaktuelles Thema stand im Mittelpunkt des AK-Wissenschaftspreises 2015. Unter den eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten stach die Diplomarbeit der 32-jährigen Mag.a Karola Neumüller aus Linz besonders hervor. Sie beschäftigt sich mit den Möglichkeiten betrieblicher Mitbestimmung von zugewanderten Arbeitnehmern/-innen. Ihr Fazit: Die Möglichkeit, ein Betriebsratsmandat zu übernehmen, wirkt sich positiv auf die Integration aus.

Mag.a Karola Neumüller hat vergangenes Jahr ihr Soziologie-Studium an der Johannes Kepler Universität Linz abgeschlossen. Das Thema ihrer mit dem AK-Wissenschaftspreis ausgezeichneten Diplomarbeit: „Die Novellierung des österreichischen Arbeitsverfassungsgesetzes 2006 und ihre Auswirkungen auf die betriebliche Mitbestimmung von Zuwanderern“. Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der betrieblichen Mitbestimmung von Zuwanderern/-innen aus EU-Drittländern ohne österreichische Staatsbürgerschaft, aber auch mit deren Betriebsratsaktivitäten, seit diese Menschen aufgrund der Novellierung des Arbeitsverfassungsgesetzes 2006 überhaupt in den Betriebsrat gewählt werden können. Untersucht wurde dabei auch, wie die neuen Möglichkeiten in der betrieblichen Praxis umgesetzt wurden.

Neumüller kommt in ihrer Arbeit unter anderem zu dem Schluss, dass Betriebsräte/-innen mit Migrationshintergrund in vielen Betrieben (mit hohem Zuwandereranteil) eine Brückenfunktion übernehmen: Sie vermitteln zwischen verschiedenen Welten, übernehmen Dolmetschaufgaben und beraten nicht nur in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen, sondern sogar bei privaten Problemen. Insgesamt könne, so Neumüller, durchaus von einem positiven Integrationseffekt des Betriebsratsmandates gesprochen werden. Damit stellt sich für die junge Wissenschaftlerin die Frage: „Wie weit taugt unser Konzept des Nationalstaates und die damit einhergehende Auffassung, politische Tätigkeiten seien an die Staatsbürgerschaft gebunden, heutzutage noch?“

Das Thema ist Karola Neumüller auch beruflich nicht fremd. Seit 2014 arbeitet sie im Integrationsbüro der Stadt Linz. Zuvor war sie unter anderem als Sprachtrainerin an Kindergärten, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kinderrechte, Trafik-Verkäuferin, Betreuerin in einer Krabbelstube, Fitnesstrainerin, Telefonistin, Putzfrau und Büroangestellte tätig – eine Berufslaufbahn, wie sie bunter nicht sein könnte.

Das Thema des diesjährigen Wissenschaftspreises ist übrigens „Arbeit ist das halbe Leben“. Der Preis wird für 2015 bzw. 2016 fertig gestellte wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeitnehmer/-innen dienen. Das Preisgeld von 9000 Euro wird auf drei Preisträger/-innen verteilt. Die genauen Ausschreibungsbedingungen und Details zum Thema finden Sie unter
https://media.arbeiterkammer.at/ooe/WFM_2015_AKWissenschaftspreis_201
6_Ausschreibung.pdf

Bewerbungen sind noch bis 30. Juni 2016 möglich.

Ein Foto von Mag.a Karola Neumüller zum kostenlosen Herunterladen gibt es auf ooe.arbeiterkammer.at

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