Diplomatische Akademie Wien: Tod Lord Weidenfelds großer Verlust

Wien (OTS) - George Weidenfeld, der in Wien geborene und 1938 nach Großbritannien emigrierte spätere Verleger, hatte eine lebenslange Verbindung mit der Diplomatischen Akademie Wien (DA) und ihrer Vorgängerin, der Konsularakademie. „Sein Ableben ist deshalb auch für die DA ein großer Verlust“, so Direktor Botschafter Dr. Hans Winkler.

Weidenfeld ist der einzige Träger des Titels „MAIS h.c.“. Im Rahmen der ersten Graduierungsfeier des MAIS (Master of Advanced International Studies)-Lehrganges wurde ihm am 2. Juli 1998 der „Honorary MAIS“ der Diplomatischen Akademie und der Universität Wien verliehen. Jene beiden Institutionen, die er 1938 nach dem „Anschluss“ verlassen musste.

Arthur George Weidenfeld wurde am 6. Oktober 1937 als ordentlicher externer Hörer in die Konsularakademie – eine Vorgängerinstitutionen der Diplomatischen Akademie Wien – aufgenommen. Im März 1938 musste er als jüdischer Student aus der Akademie austreten, konnte jedoch noch bis Juli 1938 Prüfungen ablegen. Wie er selbst immer wieder betonte, mit Hilfe eines Kommilitonen, der ihn mit Mitschriften versorgte – sein Name: Kurt Waldheim.

Anlässlich des 250-Jahr-Jubiläums der DA und ihrer Vorgängerinstitutionen erhielt Weidenfeld, wie auch andere Studierende der Konsularakademie, die 1938 ihr Studium aus rassischen Gründen beenden mussten, im Jahr 2004 ein „Ehrendiplom“, als spätes Zeichen aufrichtigen Bedauerns und als Zeichen, dass sich die DA als Nachfolge-Institution der Konsularakademie ihrer historischen und moralischen Verantwortung bewusst ist.

Lord Weidenfeld hielt nicht nur immer wieder Vorträge an der DA, sondern war von Anfang an auch ein überaus aktives Mitglied des Akademischen Beirates des MAIS-Lehrganges, der einen weiteren Schritt der Professionalisierung und Internationalisierung der Ausbildung darstellte.

„So sehr wir uns freuen, dass ihm unsere Akademie bis zuletzt ein Anliegen war, so traurig stimmt uns, dass er die in einigen Wochen stattfindende Konferenz über Österreichs Rolle bei der Zusammenarbeit am Balkan und der weiteren Nachbarschaft, an der er und sein „Institute for Strategic Dialogue“ in London gemeinsam mit der DA gearbeitet haben, die seiner Initiative entsprang und auf die er sich seit einem Jahr besonders freute, nicht mehr erleben kann. Wir werden ihm die Konferenz nun als ehrendes Andenken widmen“, so Direktor Winkler.

Rückfragen & Kontakt:

Diplomatische Akademie Wien
Nadja Wozonig, BA
Assistentin des Direktors
Presse und Publikationen

T +43 1 505 72 72-188
F +43 1 504 22 65-188
nadja.wozonig@da-vienna.ac.at
www.da-vienna.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0007