- 21.01.2016, 12:53:55
- /
- OTS0134 OTW0134
Voest-Chef Eder im „trend“: „Werden 2030 nicht mehr fünf Hochöfen in Österreich betreiben“
Voestalpine-Chef Wolfgang Eder erwartet angesichts der Flüchtlingskrise eine neue Diskussion über eine „Kern-EU“ und vermisst eine klare Standortpolitik in Österreich.
Utl.: Voestalpine-Chef Wolfgang Eder erwartet angesichts der
Flüchtlingskrise eine neue Diskussion über eine „Kern-EU“ und
vermisst eine klare Standortpolitik in Österreich. =
Wien (OTS) - Ab dem Jahr 2030 wird Wasserstoff die fossilen
Brennstoffe Kohle und Koks als Energieträger abgelöst haben,
prognostiziert Voestalpine-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Eder einen
Technologiewechsel in frühestens 15 Jahren. „Wenn wir aber jetzt
gezwungen wären, völlig auf CO2-freie Produktion umzustellen, hätten
wir einen Strombedarf von 33 Terawattstunden, das sind über 30
Donaukraftwerke oder fast 50 Prozent des gesamten heutigen
Energiebedarfs Österreichs. Das ist eine totale Utopie“, sagt Eder in
einem Interview mit dem ab Freitag wöchentlich erscheinenden
Wirtschaftsmagazin „trend“.
Das neue Voestalpine-Werk in Corpus Christi, USA, ist laut Eder ein
wichtiger Schritt zu einer CO2-ärmeren Produktion, für einen weiteren
technologischen Zwischenschritt jedoch „muss man uns Zeit geben“.
Worst Case: „Wir müssen auch Szenarien einplanen, die es uns im
schlimmsten Fall ermöglichen, ab 2020 jederzeit Stopp sagen zu
können.“ Über die künftige Anlagenstruktur wird der Linzer Stahl- und
Technologiekonzern 2018 entscheiden, schon jetzt ist laut Eder aber
klar, „dass wir 2030 nicht mehr fünf Hochöfen in Österreich betreiben
werden“.
Kritisch bewertet der Topmanager im „trend“-Interview die aktuelle
Lage der EU: Das Flüchtlingsthema werde „von vielen europäischen
Regierungen als Anlass genommen, sich gegen die EU zu wenden und
echte Desintegrationsschritte zu setzen“. Eder erwartet, „dass wir in
einem Jahr wieder das Thema einer Kern-EU der ‚echten Europäer’ am
Tisch haben werden“. Von der österreichischen Politik fordert er „ein
verbindliches Standortkonzept“ noch im ersten Halbjahr 2016, mehr
aber noch „konstruktive Leadership statt bloßem Reagieren“.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | TRE






