- 19.01.2016, 11:18:46
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Grüne/Johann/Waitz: „Zukunft der Bauern nicht auf dem Altar des Freihandels opfern!“
Umfrage zeigt: Große Mehrheit der Bauern und Bäuerinnen gegen TTIP
Utl.: Umfrage zeigt: Große Mehrheit der Bauern und Bäuerinnen gegen
TTIP =
Klagenfurt/Graz (OTS) - "In Kärnten und der Steiermark steht die
überwiegende Mehrheit der Bäuerinnen und Bauern skeptisch zu TTIP“,
erklärt LAbg. Michael Johann, Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern
Österreich. Die Grünen Bäuerinnen und Bauern haben die Stimmungslage
der Landwirte zum geplanten Handelspakt TTIP zwischen der EU und den
USA vom renommierten Umfrage-Institut KEYQUEST repräsentativ in ganz
Österreich bei 500 Betrieben erheben lassen.
„In Kärnten und der Steiermark erwarten 69 Prozent der Bauern und
Bäuerinnen durch TTIP negative Auswirkungen für ihren Betrieb. Nur 1
Prozent hofft auf positive Effekte“, berichtet Thomas Waitz, grüner
Landwirtschaftskammerrat in der Steiermark. Der allgemeine
Informationsstand ist jedoch nicht zufriedenstellend, denn nur 80
Prozent der Befragten hatten schon einmal von TTIP gehört.
Allgemein sprechen die Bauern und Bäuerinnen von negativen Gefühlen
betreffend TTIP. Werden konkrete Auswirkungen genannt, so lassen sich
die häufigsten Nennungen unter „Preisverfall“ (15 Prozent),
Qualitätsverfall der Produkte (9Prozent) und „Existenzbedrohung“ (8
Prozent) zusammenfassen. Vor allem die Biobetriebe sehen die
TTIP-kritische Politik der Grünen laut Umfrage mehrheitlich positiv.
„Es ist schon sehr bemerkenswert, dass die bisherige
Informationskampagne der Bauernbund-Funktionäre, die immer auch von
den großen Chancen durch TTIP gesprochen haben, bei den Bäuerinnen
und Bauern nicht gefruchtet hat. Mehr kritische Distanz und
Information über die Gefahren von TTIP wären daher ein Gebot der
Stunde“, fordert Waitz von der steirischen Landwirtschaftskammer, die
am 31. Jänner neu gewählt wird. Die „Grünen und Unabhängigen“ mit
Heribert Purkarthofer und Thomas Waitz an der Spitze wollen sich in
der Landwirtschaftskammer für einen TTIP-kritischeren Kurs einsetzen.
„Der Landwirtschaftsminister redet von roten Linien bei TTIP
betreffend Landwirtschaft, ohne zu präzisieren, wo diese liegen“,
meint Michael Johann. „Die Befürchtungen der Bäuerinnen und Bauern
sind nicht unbegründet: Eine aktuelle Studie des amerikanischen
Landwirtschaftsministeriums vom November 2015 berechnet
Netto-Vorteile von TTIP für die US-Agrarexporte zwischen 4,7 und 7,6
Mrd. US-Dollar. Die EU-Agrarpreise würden fallen, die amerikanischen
Agrarpreise hingegen leicht steigen.“ (Quelle: USDA – Economic
Reasearch Service – Economic Research Report Nr. 198, November 2015).
Eine aktuelle milliardenschwere Schiedsgerichtsklage kanadischer
Investoren gegen die USA, weil diese das umweltgefährdende
Keystone-Pipeline stoppte, zeigt, dass ökologische und soziale
Bedenken den Interessen der Investoren untergeordnet werden. Johann
und Waitz appellieren daher an Bundeskanzler Faymann und
Landwirtschaftsminister Rupprechter, die Zukunft unserer bäuerlichen
Betriebe, hohe Lebensmittelstandards und Gentechnikfreiheit nicht
auf dem Altar des Freihandels zu opfern!
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