- 18.01.2016, 10:57:24
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Tagtäglich Kinderrechtsverletzungen an Flüchtlingskindern
Offener Brief anlässlich des Flüchtlingsgipfels am 20.1.2016
Utl.: Offener Brief anlässlich des Flüchtlingsgipfels am 20.1.2016 =
Salzburg (OTS) -
Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge
Die Kinder- und JugendanwältInnen Österreichs stellen mit großer
Sorge fest, dass sich derzeit immer noch rund 2.500 unbegleitete
minderjährige Flüchtlinge über Wochen und Monate in unzureichend
betreuten Massenquartieren (1.200 davon in Traiskirchen) aufhalten
müssen. Damit werden Kinderrechte tagtäglich massiv verletzt! Da
davon auszugehen ist, dass ein Großteil dieser jungen Menschen in
Österreich bleiben wird, sind - im Interesse aller -
Rahmenbedingungen für eine gelingende Integration sicher zu stellen.
Vorrangig besteht folgender Handlungsbedarf:
1. Asylverfahren von unbegleiteten Flüchtlingskindern müssen
vorrangig behandelt und zeitnah abgewickelt werden.
2. Die jungen Menschen sind möglichst rasch in kinder- und
jugendgerechten Einrichtungen der Länder unterzubringen.
3. Betreuung und fördernder Zugang zu Bildung und Ausbildung sind bis
zum 21. Lebensjahr sicherzustellen.
4. Die Kinder- und Jugendhilfe muss ihre gesetzliche Zuständigkeit
für Flüchtlingskinder von Beginn ihres Aufenthalts, und nicht erst ab
Asylstatus, verstärkt wahrnehmen und darf diese bis dahin nicht
alleine lassen.
Basisversorgung für durchreisende Kinder und Jugendliche
Zudem bringen erschütternde Berichte und Hilferufe von ehrenamtlichen
HelferInnen und NGOs an den Grenzen zu Tage, dass sich Kinder (auch
Säuglinge und Kleinstkinder) auf der Durchreise durch Österreich bzw.
in Transit-Camps ohne kindgerechte Versorgung - ohne warmes Essen,
ohne entsprechende (Winter-) Kleidung, ohne Ruhepausen, durchnässt,
verschmutzt und krank - befinden. Es ist beschämend, dass viele
Leistungen ausschließlich von Freiwilligen getragen werden. Die
Basisversorgung muss der Staat sicherstellen!
Die Kinder- und JugendanwältInnen richten daher den dringenden Appell
an die zuständigen PolitikerInnen des Bundes, der Länder und der
Gemeinden – unabhängig von Quoten oder Zuständigkeitsstreitigkeiten –
die Verantwortung wahrzunehmen und die Situation von
Flüchtlingskindern entschieden und entscheidend zu verbessern. Es
bedarf einer nationalen Anstrengung diese Herausforderung
menschenwürdig und kinderrechtskonform zu bewältigen.
Die Kinder- und JugendanwältInnen Österreichs
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