- 14.01.2016, 11:18:37
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ÖH Medizin Innsbruck spricht sich klar gegen neue Medical School in Tirol aus
Ziel muss sein, die vielen teuer ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte in Österreich zu halten, anstatt die Zahl der Ausbildungsplätze weiter zu erhöhen.
Utl.: Ziel muss sein, die vielen teuer ausgebildeten Ärztinnen und
Ärzte in Österreich zu halten, anstatt die Zahl der
Ausbildungsplätze weiter zu erhöhen. =
Innsbruck (OTS) - In Anlehnung an die aktuelle Debatte um eine
weitere Ärzteausbildungsstätte in Tirol spricht sich die
HochschülerInnenschaft der Medizinischen Universität Innsbruck klar
gegen diese Pläne aus. Der Ärztemangel in Tirol kann nicht durch eine
Erhöhung der Ausbildungsplätze behoben werden, während aktuell rund
zwei Drittel der Innsbrucker Medizinstudierenden aufgrund besserer
Bedingungen ihre Zukunft im Ausland sehen. Eine Erhöhung der
Ausbildungsplätze wird diese Problematik nicht lösen, solange
Ärztinnen und Ärzte weiterhin nicht in Tirol gehalten werden können.
Auf Dauer wird sich so der Ärztemangel weiter verschärfen und die
Gesundheitsversorgung aller Tirolerinnen und Tiroler gefährdet sein.
Zurzeit bilden Österreichs öffentliche Medizinische Universitäten
jährlich 1.416 ÄrztInnen aus, wovon auf die Medizinische Universität
Innsbruck knapp 300 AbsolventInnen entfallen. Dies stellt im
internationalen Vergleich eine der höchsten Absolventenzahlen bezogen
auf die Bevölkerung dar. Das Medizinstudium ist allerdings das für
den Staat teuerste Studium, auch daher ist es notwendig, diese
heimisch ausgebildeten, dringend benötigten Fachkräfte im Land zu
halten.
Eine Umfrage der HochschülerInnenschaft an der Medizinischen
Universität Innsbruck hat im letzten Jahr deutlich gezeigt, dass die
Mehrheit unserer angehenden Ärzte planen, das Land zu verlassen und
das zumeist aus finanziellen Gründen. Diese Medizinervertreibung
beginnt in Tirol bereits im letzten Studienjahr: Während dieses
klinisch-praktische Jahr in Österreich aktuell fast flächendeckend
mit einer Aufwandsentschädigung vergütet wird, stellt Tirol dabei
immer noch eine traurige Ausnahme dar. Die von der ÖH Medizin
Innsbruck seit langem geforderte angemessene Aufwandsentschädigung
wäre ein erster Schritt, angehende Ärztinnen und Ärzte an die Tiroler
Krankenanstalten zu binden und nicht ans Umland zu verlieren.
Trotz der hohen Lebensqualität, die Tirol bietet, fühlen sich viele
dazu gezwungen, ihre Ausbildung im Ausland fortzusetzen. Sollten die
Arbeitsbedingungen und Gehälter der Ärzteschaft nicht adäquat
angepasst werden, so wird sich die fortwährende Abwanderung nicht
stoppen lassen. Daran würde auch die zusätzliche Ausbildung von
weiteren hundert MedizinerInnen pro Jahr in Tirol nichts ändern.
Eine weitere medizinische Ausbildungseinrichtung ist in Anbetracht
der bestehenden Strukturen definitiv nicht zielführend und würde
außerdem, wie ein Bericht des Rechnungshofs bezüglich der 2014
eröffneten Medizinischen Fakultät Linz zeigt, ein ähnliches
finanzielles Fiasko bedeuten und einen verantwortungslosen Umgang mit
Steuergeldern darstellen.
Das Ziel muss es sein, die vielen teuer ausgebildeten Ärztinnen und
Ärzte in Österreich zu halten, anstatt die Zahl der Ausbildungsplätze
weiter zu erhöhen.
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