Rotes Kreuz: Dramatische Ernährungslage in Äthiopien

Die extreme Dürre macht 2016 rund 15 Millionen Äthiopier von humanitärer Hilfe abhängig

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - In den vergangenen Monaten haben ausbleibende Regenfälle und das Klimaphänomen El Niño Teile des zehntgrößten Staates Afrikas in eine der größten Dürren der vergangenen Jahrzehnte gestürzt. Dies verursacht eine sehr prekäre Ernährungslage. Die extreme Trockenheit hat dazu geführt, dass in den betroffenen Gebieten im Norden und Nordosten des Landes Ende 2015 fast zehn Millionen Menschen von Lebensmittelverteilungen abhängig waren – Anfang 2015 waren es noch 2,9 Millionen.

In diesen Regionen fielen bis zu 75 Prozent der Ernte aus, eine Million Nutztiere sind gestorben, weitere 1,7 Millionen könnten ihnen bald folgen. „Die Situation ist jetzt schon sehr angespannt“, sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. „Sollte auch noch die Regensaison im Februar schlecht ausfallen, werden 2016 rund 15 Millionen Menschen auf Nothilfe angewiesen sein.“

Das Rote Kreuz unterstützt vor Ort durch die Versorgung mit Nahrungsmitteln, die Behandlung bei Mangelernährung, einen verbesserten Zugang zu sauberem Wasser, Unterstützung bei der Hygiene sowie durch die Sicherung des Lebensunterhalts. Vor allem die Wasserversorgung ist essentiell, da sich die Lage durch das Ausbrechen von Durchfallerkrankungen weiter verschärft. „Die wachsende Unterernährung trifft Kinder besonders stark. Für sie werden Durchfallerkrankungen dann lebensbedrohlich“, sagt Schöpfer. „In den vergangenen Jahren hat das Rote Kreuz viel dafür getan, die Menschen in den ländlichen Gegenden Äthiopiens mit sicherem Trinkwasser zu versorgen. Dennoch gibt es nach wie vor große Regionen, in denen sich die Menschen in der Trockenzeit die wenigen, schlammigen Wasserlöcher mit Viehherden teilen müssen. Genau dort wird 2016 viel humanitäre Hilfe nötig sein.“

In Äthiopien leben knapp 100 Millionen Menschen, 78 Millionen davon am Land. 42 Prozent der Bevölkerung ist unter 14 Jahre alt. 57 Prozent haben Zugang zu Trinkwasser, 28 Prozent zu sanitären Anlagen. Die Alphabetisierungsrate liegt bei 39 Prozent. Das Österreichische Rote Kreuz arbeitet seit 2003 in Äthiopien.

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