- 11.01.2016, 08:00:01
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Creditreform PRIVATINSOLVENZSTATISTIK, 2015: 40 Insolvenzen pro Werktag
Privatkonkurse steigen nach fünf Jahren wieder kräftig an, 2016 werden mehr als 10.000 Insolvenzen erwartet
Utl.: Privatkonkurse steigen nach fünf Jahren wieder kräftig an,
2016 werden mehr als 10.000 Insolvenzen erwartet =
Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform
Privatinsolvenzstatistik für das Gesamtjahr 2015 zeigen nach einem
kontinuierlichen Rückgang der vergangenen fünf Jahre erstmals wieder
einen starken Zuwachs bei den Insolvenzen von Privatpersonen um 4%
auf 9.900 Verfahren. Die Anzahl der eröffneten
Schuldenregulierungsverfahren ist hierbei um 4,9% auf 8.816 Verfahren
gestiegen, die mangels Vermögens abgewiesenen Insolvenzanträge sind
um 1,5% auf knapp unter 1.100 Fälle zurückgegangen. Die seit ein paar
Jahren sinkende Durchschnittsverschuldung beträgt nun knapp 67.000
Euro. Der „typische“ Schuldner ist männlich, in der Hälfte der Fälle
arbeitslos, zwischen 30 und 50 Jahre alt, lebt in der Stadt und
verfügt nur über eine unterdurchschnittliche (Aus-)Bildung. Die
Insolvenzgründe liegen immer in mehreren zusammenfallenden
Ereignissen, angeführt von Jobverlust, gescheiterter Selbständigkeit
und im sorglosen Umgang mit Geld. Hauptgläubiger sind Banken,
Mobilfunk-Unternehmen und Energieversorger.
Bundesländervergleich: 15 von 10.000 Erwachsenen sind
zahlungsunfähig/überschuldet
Ein Bundesländer-Vergleich zeigt die stärksten Zuwächse in den
Bundesländern Salzburg (+12,3%), Niederösterreich (+11,4%) und Wien
(+8,4%). Rückgänge vermelden das Burgenland (-6,9%), die Steiermark
(-6,5%) und Oberösterreich (-5,4%). 42% aller Insolvenzverfahrenen
finden in Wien statt. Aber auch relativ betrachtet herrscht in der
Bundeshauptstadt die größte Insolvenzbetroffenheit: 29 von 10.000
erwachsenen Wienern wurden insolvent. Österreichweit wurden hingegen
knapp 15 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.
Conclusio 2015 - Erwartung 2016
Nachdem seit 2010 die Zahl der Privatinsolvenzen kontinuierlich
zurückgegangen ist, hat das Jahr 2015 eine Trendwende eingeläutet.
Die hohe Arbeitslosigkeit und steigende Lebenshaltungskosten führen
zu mehr Insolvenzen. Angesichts der wenig erfreulichen
Konjunkturaussichten ist zu noch mehr Vorsicht im Umgang mit Geld
geboten. Der allgemeine Konsumdruck und verlockende Werbeaktionen mit
„kostenloser“ Finanzierung sollen nicht davon ablenken, dass am Ende
des Tages auch gezahlt werden muss.
Einmal mehr fordert Creditreform die Einführung eines
Pflichtschulfaches „Finanzbildung“, da das Wissen um Kredit, Zinsen,
etc. genauso zur Allgemeinbildung wie Lesen, Schreiben und Rechnen
gehört. Nur mündige Bürger sind auch selbstverantwortliche
Konsumenten, die sich vor voreiligen Entscheidungen mit finanziellen
Folgewirkungen schützen können.
Da keine spürbare Entlastung des Arbeitsmarktes zu erwarten ist, ist
auch 2016 mit einem weiteren Zuwachs der Privatinsolvenzen auf
erstmals über 10.000 Schuldenregulierungsverfahren zu rechnen.
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