- 07.01.2016, 12:50:45
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ORF und 3sat in memoriam Pierre Boulez
TV-Nachrufe und Konzert aus Amsterdam, Radioporträts in Ö1
Utl.: TV-Nachrufe und Konzert aus Amsterdam, Radioporträts in Ö1 =
Wien (OTS) - Zum Ableben des französischen Komponisten und Dirigenten
Pierre Boulez am 5. Jänner 2016 ändert der ORF sein Programm. Das
Fernsehen bringt Nachrufe in der heutigen Ausgabe von „Kultur heute“
(19.50 Uhr, ORF III) sowie im „Kulturmontag“ am 11. Jänner (22.30
Uhr, ORF 2).
Das Kulturradio Ö1 erinnert bereits heute, am 7. Jänner, sowie
morgen, am Freitag, dem 8. Jänner, an diese herausragende
Persönlichkeit der Musik des 20./21. Jahrhunderts: Heute steht im
Rahmen von „Zeit-Ton“ (23.05 Uhr) ein von Reinhard Kager gestaltetes
Porträt auf dem Programm, in dem der im März 2015 90 Jahre alt
gewordene Boulez auch selbst zu Wort kommt. In der Sendung „Aus dem
Konzertsaal in memoriam Pierre Boulez“ am 8. Jänner (19.30 Uhr)
erinnern sich vier Ö1-Musikredakteure anhand persönlicher Erlebnisse
an den Künstler und zeichnen gemeinsam ein besonderes Boulez-Bild: Im
Studio treffen Lothar Knessl, der Pierre Boulez seit den
Nachkriegsjahren kannte, Christian Scheib, der als Drehbuchautor die
TV-Doku „Pierre Boulez in Salzburg“ verantwortete, als Boulez
erstmals ausführlich bei den Festspielen auftrat, Florian
Rosensteiner, der als Aufnahmeleiter mit Boulez arbeitete, und Albert
Hosp, der Boulez für Ö1 Einsichten und Ansichten zur Musik von Gustav
Mahler und Karol Szymanowsky entlockte, aufeinander. Gestaltet wurde
die Sendung von den vier Protagonisten und Musikressort-Leiterin Elke
Tschaikner.
3sat würdigt Pierre Boulez am Sonntag, dem 10. Jänner, mit einer
Konzertaufnahme aus Amsterdam von 2011: „Gustav Mahler: Symphonie Nr.
7“ (10.25 Uhr), gespielt vom Königlichen Concertgebouw-Orchester.
Pierre Boulez war einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten
der Welt und hat neue Maßstäbe gesetzt. Auch als Orchesterleiter
genoss er hohes Ansehen. Bereits in den 1950er Jahren war Boulez
federführend an der Entwicklung der seriellen Musik beteiligt: Seine
Klavierwerke „Structures I“ (1952) und „Structures II“ (1961) sowie
das Kammermusikwerk „Le marteau sans maître“ (1953/1955) zählen zu
den Meisterwerken des Serialismus. Erste Auseinandersetzungen mit
elektronischer Musik, die ihn zunehmend beschäftige, datieren auch
aus dieser Zeit. Zur Entwicklung der sogenannten Live-Elektronik,
also der elektronischen Umwandlung instrumentaler Klänge in Echtzeit,
gründete Boulez 1977 das mittlerweile hoch renommierte IRCAM in
Paris. Mit dem Ensemblestück „Répons“ (1981) und dem Flötenkonzert „…
explosante/fixe …“ (1991/1993) schuf Boulez – neben zahlreichen
Orchesterstücken – auch zwei Meilensteine dieses Genres. Seit den
1960er Jahren begann Boulez – zunächst aus der Notwendigkeit heraus,
seine eigenen Partituren adäquat zu interpretieren – verstärkt zu
dirigieren. Mittlerweile gilt er auch als Dirigent der romantischen
und der Neuen Musik als unbestreitbare Größe. Unvergesslich sind
seine glasklare Wiedergabe des Wagner'schen „Ring des Nibelungen“ in
der Bayreuther „Jahrhundert-Inszenierung“ von Patrice Chéreau, seine
Interpretationen der Mahler-Symphonien mit dem New York Philharmonic
Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra und den Wiener Philharmonikern
sowie unzählige Einspielungen neuer Musik.
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