- 04.01.2016, 09:22:52
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Hundstorfer: Anstieg der Arbeitslosigkeit etwas gedämpft – noch keine grundsätzliche Trendwende am Arbeitsmarkt
Arbeitslosigkeit in Warenproduktion und bei Jugendlichen rückläufig – mehr offene Stellen – steigende Beschäftigung
Utl.: Arbeitslosigkeit in Warenproduktion und bei Jugendlichen
rückläufig – mehr offene Stellen – steigende Beschäftigung =
Wien (OTS) - „Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zum Jahreswechsel
2015/16 zeigen einen weniger starken Anstieg der Arbeitslosigkeit;
dennoch kann noch immer nicht von einer grundsätzlichen Trendwende am
Arbeitsmarkt gesprochen werden“, sagte Sozialminister Rudolf
Hundstorfer Montag zu den Arbeitsmarkdaten für Dezember. Ende
Dezember 2015 verzeichnet das Arbeitsmarktservice 417.514 vorgemerkte
Arbeitslose. Das ergibt einen Anstieg um 23.840 Personen bzw. 6,1
Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert. Inklusive der
Personen die aktuell ein Schulungsangebot des AMS wahrnehmen sind
475.435 Personen und damit um 19.604 (plus 4,3 Prozent) mehr
registriert als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote auf Basis
dieser (nationalen) Erhebung beträgt 10,6 Prozent und liegt damit um
0,4 Prozentpunkte über dem Vergleichswert. Nach internationalen
Maßstäben beträgt die aktuell verfügbare Quote (Oktober 2015) 5,6
Prozent. Österreich liegt damit in der EU hinter Deutschland,
Tschechien, Malta und Großbritannien an fünfter Stelle. Der
EU-Durchschnitt liegt bei 9,3 Prozent. Die Beschäftigung ist im Jahr
2015 deutlich gestiegen, so Hundstorfer. Im Jahresdurchschnitt waren
es mit 3.535.000 rund 31.400 Personen bzw. um 0,9 Prozent mehr als im
Jahr 2014 ****
„Bezüglich der Entwicklung des österreichischen Arbeitsmarktes
ist insgesamt ein wenig erfreuliches Jahr 2015 zu Ende gegangen.
Ursache hierfür war vor allem das schwache internationale
Wirtschaftswachstum und – besonders für Österreich - der gleichzeitig
starke Zuwachs an Personen, die zusätzlich am Arbeitsmarkt
aufgetreten sind“, so Hundstorfer. Der Anstieg des
Pensionszugangsalters, die höhere Beteiligung von Frauen am
Erwerbsleben und die Zuwanderung zeigt sich eben nicht nur in
Rekordwerten bei den Beschäftigtenzahlen – sondern auch an mehr
Personen die aktiv nach Arbeit suchen. Im Durchschnitt des
abgelaufenen Jahres waren in Österreich 354.000 Personen arbeitslos,
das bedeutet eine Zunahme um 11,0 Prozent (35.000). Der Höhepunkt
dieser Entwicklung war im Frühling und Sommer mit Werten bis zu 14,5
Prozent (inkl. Schulungen ein Plus von 8,1 Prozent) zu beobachten.
„Seit dem Herbst flacht sich der Trend allerdings merklich ab.
Zusätzlich hat die Bunderegierung im Zuge der nunmehr in Kraft
getretenen Steuerreform, der Maßnahmen im Rahmen des
Arbeitsmarktgipfels und der Klausur zur Integration der
Schutzbedürftigen nicht nur für mehr Chancen und
Einkommensgerechtigkeit gesorgt, sondern auch die Grundlage für eine
nachhaltige Erholung der Wirtschaft geschaffen“, unterstrich der
Sozialminister.
Aktuell ist vor allem in den westlichen Bundesländern der Anstieg
der vorgemerkten Personen (inkl. Schulungen) beinahe zum Stillstand
gekommen. Vorarlberg und Tirol haben jeweils einen Anstieg von 0,3
Prozent, Salzburg 1.9 Prozent. „Vor allem in den besonders
konjunktursensiblen Bereichen ist die Zahl der beim AMS vorgemerkten
Personen zum Teil bereits leicht rückläufig“, so Hundstorfer.
Österreichweit liegt in der Warenproduktion die entsprechende Zahl
(Arbeitslose und Schulungsteilnahmen) um 0,1 Prozent unter dem
Vorjahreswert und in der Arbeitskräfteüberlassung um 0,5 Prozent.
Auch in der Baubranche beträgt aktuell der Anstieg der vorgemerkten
Personen nur mehr 1,3 Prozent. „Hier dürfte allerdings auch der bis
zum Jahresende ausnehmend milde Winter zu dieser Entwicklung
beigetragen haben“, erläuterte der Minister. Überdurchschnittlich
stark steigt die Arbeitslosigkeit allerdings noch immer in weiten
Bereichen des Dienstleistungssektors, wobei der Handel, trotz der
Auswirkungen der Insolvenz von Zielpunkt, mit 5,6 Prozent sogar noch
etwas unter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung liegt.
„Die Jugendarbeitslosigkeit ist Ende Dezember österreichweit mit
einem Minus von 1,1 Prozent ein weiteres Mal rückläufig und auch der
Bestand an gemeldeten offenen Stellen ist in allen Bundesländern
ansteigend und liegt aktuell nunmehr bereits um 33,1 Prozent über dem
Wert des Vorjahres“, sagte Hundstorfer.
Die Zahl der Lehrstellensuchenden liegt Ende Dezember mit 6.598
um 3,4 Prozent über dem Wert des Vorjahres während der Bestand an
(sofort verfügbaren) gemeldeten offenen Lehrstellen mit 2.596 (-0,7
Prozent) annähernd stagniert. Die Lehrstellenlücke beträgt in der
Folge 4.004 und ist gegenüber dem Jahresende des Vorjahres um 234
angestiegen. Allerdings zeigt sich in drei Bundesländern
(Oberösterreich, Salzburg, Tirol) ein Überhang von offenen
Lehrstellen.
Schwierig bleibt die Arbeitsmarktlage vor allem für
gesundheitlich beeinträchtigte Personen mit einem Anstieg der
Arbeitslosigkeit um 10,5 Prozent, wie auch für ältere Personen, die
ihre Arbeitsstelle verloren haben, mit 9,9 Prozent und für Personen
mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft mit 12,6 Prozent. Neu
ist nunmehr die Tatsache, dass die Arbeitslosigkeit bei Frauen mit
7,6 Prozent etwas stärker als die der Männer mit 5,2 Prozent
ansteigt. Dieser Umstand ist zum Großteil auf die bereits angeführte
branchenspezifische Entwicklung zurückzuführen.
„Gemäß den Einschätzungen der Forschungsinstitute, steht dem
österreichischen Arbeitsmarkt neuerlich ein einigermaßen schwieriges
Jahr bevor. Es ist vor allem davon auszugehen, dass auch 2016 der
Anstieg des Arbeitskräfteangebots noch weiter anhalten wird.
Insgesamt sind die Auswirkungen der wirtschaftlichen Erholung auf dem
Arbeitsmarkt noch schwer einzuschätzen. Tatsache ist, dass das
Wirtschaftswachstum mit 1,6 Prozent bis 1,7 Prozent etwa doppelt so
hoch liegen wird wie in den vergangenen 12 Monaten. Auf dem
Arbeitsmarkt zeigen sich die ersten Anzeichen vor allem auch bereits
im merklichen Anstieg bei der Zahl der offenen Stellen. Auch die Zahl
der Beschäftigten ist 2015 konstant gestiegen und hat sich am
Jahresende noch weiter beschleunigt“, schloss der Sozialminister.
(Schluss)
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