- 02.01.2016, 09:53:10
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Innenministerium: 475 Verkehrstote im abgelaufenen Jahr
Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 10,5 %
Utl.: Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 10,5 % =
Wien (OTS) - 475 Menschen verunglückten 2015 auf Österreichs Straßen
tödlich. Das sind um 45 Opfer (10,5 %) mehr als 2014 (430) und um 20
Opfer (4,4 %) mehr als 2013 (455). Im Jahr 2014 wurde allerdings
mit 430 Getöteten die bisher absolut niedrigste Zahl an
Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen im BMI im Jahr 1950
registriert. In einer langfristigen Gesamtbetrachtung liegt das
Ergebnis 2015 an dritter Stelle und bedeutet zum drittem mal weniger
als 500 Verkehrstote innerhalb eines Jahres. In den Jahren vor 2013
lag diese Opferzahl immer über 500.
475 Verkehrstote sind etwa ein Sechstel der Todesopfer im Vergleich
zu 1972, dem bisher schwärzesten Jahr in der Unfallstatistik (2.948
Tote). Obwohl der Fahrzeugbestand sich seit 1972 von 2,5 Millionen
auf 6,5 Millionen mehr als verdoppelt hat. Die gestiegenen
Unfallzahlen im Jahr 2015, die gegenüber dem Vorjahr v.a. in den
Monaten Juli bis September verzeichnet wurden, sind deshalb im
Zusammenhang mit steigenden Fahrleistungen und höherem
Verkehrsaufkommen während längerer Schönwetterperioden in den
Sommermonaten zu sehen. Ideale und trockene Fahrbahnbedingungen
führen erfahrungsgemäß zu einem höheren Geschwindigkeitsniveau und zu
vermehrtem Urlaubs- und Ausflugsverkehr, auch durch einspurige
Verkehrsteilnehmer.
Mit 475 Getöteten wurde auch das Zwischenziel des Österreichischen
Verkehrssicherheits-programmes 2011 bis 2020 für das Jahr 2015 mit
366 Verkehrstoten knapp verfehlt.
Bundesländerstatistik
Im Burgenland gab es 24 Verkehrstote (2014: 22), in Kärnten 40 (26),
in Niederösterreich 130 (121), in Oberösterreich 87 (75), in Salzburg
43 (27), in der Steiermark 77 (86), in Tirol 54 (30), in Vorarlberg 9
(22) und in Wien 11 (21).
Eine Zunahme der Zahl an Verkehrstoten gab es im Burgenland (+ 2), in
Kärnten (+ 14) in Niederösterreich (+ 9), in Oberösterreich (+ 12),
in Salzburg (+ 16), und in Tirol (+ 24). Die Bundesländer Steiermark,
Vorarlberg und Wien verzeichnen Rückgänge. Vorarlberg und Wien
erreichten 2015 die bisher geringste Zahl an Verkehrstoten seit 45
Jahren.
Verkehrsbeteiligung
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen 2015 verloren 239 Pkw-Insassen ihr
Leben, 21 Lkw-Insassen (einschl. Klein-Lkw), 82 Motorradfahrer (davon
18 mit Leicht-Motorrädern), 8 Mopedfahrer, 39 Radfahrer (davon 3 mit
Elektro-Fahrrad), 79 Fußgänger, 3 Traktor-Lenker/Mitfahrer und 4
sonstige Verkehrsteilnehmer. Angestiegen gegenüber 2014 ist die Zahl
der getöteten Pkw-Insassen, Motorradfahrer und Fußgänger,
zurückgegangen ist die Zahl der Mopedfahrer und Radfahrer.
Hauptunfallursachen
Als vermutliche Hauptunfallursachen der tödlichen Verkehrsunfälle
gelten Unachtsamkeit/Ablenkung (31,7 %), nicht angepasste
Fahrgeschwindigkeit (26,3 %), Vorrangverletzung (10,5 %), Überholen
(7,8 %), Fehlverhalten von Fußgängern (6,8 %), Übermüdung (3,9 %),
Herz-/Kreislaufversagen/akute Erkrankungen (3,2 %), Missachtung von
Geboten/Verboten (2,5 %), Hindernisse auf der Fahrbahn (1,6 %),
technische Defekte (1,4 %) und mangelnder Sicherheitsabstand (0,9 %).
Alkoholisierung war bei 15 oder 3,4 % der tödlichen Unfälle gegeben.
2015 gab es weniger Unfälle durch Vorrangverletzungen und Alkohol.
Bei den übrigen Ursachen musste ein Anstieg verzeichnet werden.
Anmerkung: Unter der vermutlichen Hauptunfallursache "Unachtsamkeit
und Ablenkung" sind vor allem Unaufmerksamkeiten,
Unkonzentriertheiten, die Außerachtlassung der nötigen Sorgfalt und
das bloße "Übersehen" von anderen Verkehrsteilnehmern zu verstehen
und nur in einem sehr geringen Ausmaß ablenkende und fahrfremde
Tätigkeiten wie beispielsweise das Aufheben oder Suchen von
(hinuntergefallenen) Gegenständen, Ablenkung durch Kinder oder Tiere
im Auto, Interaktionen mit Beifahrern, Rauchen, Sprechen, Lesen,
Essen, Trinken, Körperpflege, Schminken, Frisieren, visuelle
Ablenkungen von außen (Werbung, Straßenumfeld) sowie die Bedienung
von Geräten wie Radio/CD, Navigations-Tätigkeiten, Bordcomputer,
Klimaanlage, Telefonieren/SMS/Internet oder Fernsehen.
Kinderunfälle
11 Kinder im Alter bis 14 Jahren kamen im Straßenverkehr 2015 ums
Leben, davon 5 als Fußgänger, 5 als Pkw-Insassen, und 1 Kind als
Radfahrer. 2014 verunglückten 8 und 2013 10 Kinder tödlich. Ein Kind
im Alter von 6 bis 15 Jahren kam bei einem Schulwegunfall ums Leben.
22 Getötete auf Bahnübergängen, 12 Fußgänger auf Schutzwegen getötet
Auf Bahnübergängen bei Eisenbahnkreuzungsanlagen verunglückten 22
Menschen tödlich (2014: 13). 12 Fußgänger kamen im Bereich von
Schutzwegen ums Leben. 2014 kamen 10 Menschen auf Schutzwegen ums
Leben. 5 Tote mussten 2015 in Straßentunneln beklagt werden (2014:
9). Bei Verkehrsunfällen mit Geisterfahrern kamen 2015 keine
Verkehrsteilnehmer ums Leben (2014: 3).
Straßenarten
50 Verkehrstote gab es auf Autobahnen und Schnellstraßen; das
bedeutet einen Anstieg um 2 Opfer gegenüber 2014 (48). Der Großteil
der tödlichen Unfälle ereignet sich auf den ehemaligen Bundesstraßen
(198 Getötete), Landesstraßen (116) und sonstigen Straßen (111).
159 oder 36 % aller tödlichen Unfälle sind Alleinunfälle, das heißt,
es ist nur ein einziges Fahrzeug am Unfall beteiligt. 83 tödlich
verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. 19 % der Getöteten
waren ausländische Staatsangehörige, der Anteil der ausländischen
Verursacher von tödlichen Verkehrsunfällen ist ebenso groß.
Jeder schwere Verkehrsunfall ist mit viel Leid für die Opfer und
deren Angehörigen verbunden ist, deshalb ist größtmögliche
Verkehrssicherheit ein ganz wichtiges Anliegen für die Polizei und
das BMI. Neben der zielgerichteten Überwachung und Kontrolle ist auch
die Prävention und Bewusstseinsbildung eine wesentliche Aufgabe zur
Verhinderung von Unfällen durch die Exekutive.
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