- 16.12.2015, 09:44:44
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AK Studie 2: Preistricks zu Lasten der Konsumenten
Wien (OTS) - Preise für ein und dasselbe Produkt verändern sich im
Web mitunter mehrmals am Tag. Für eine dynamische Preisgestaltung
können mehrere Kriterien eine Rolle spielen, etwa Tages- oder
Wochenzeit, ob per Apple-Gerät oder PC die Website aufgerufen wird,
oder ob man öfter auf der Website einer Firma war. Eine aktuelle AK
Studie zu „Dynamic Pricing“ warnt vor der Gefahr diskriminierender
Ungleichbehandlung und Verletzung des Datenschutzes.
„Für den einzelnen Konsumenten wird es immer schwieriger, die
Preisgestaltung zu durchschauen und Preise zu vergleichen, wenn
zwanzig Minuten nach einem Vergleich schon wieder alles ganz anders
aussieht“, warnt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. ExpertInnen
warnen auch vor diskriminierender Ungleichbehandlung, wenn Anbieter
für ihre Preisbindung personenbezogene Datenanalysen miteinbeziehen.
Bei der Verwendung dynamischer oder individualisierter Preise
müssen Diskriminierungsverbote und Datenschutz beachtet werden.
Werbung mit Preisen darf auch nicht irreführend sein (so ist bei
Preisangaben deutlich zu machen, dass Preise variieren können). Die
EU-Dienstleistungsrichtlinie verbietet Preisdiskriminierungen
aufgrund des Wohnsitzes in einem anderen Mitgliedstaat oder der
Staatsangehörigkeit. Zulässig sind Ungleichbehandlungen lediglich
aufgrund objektiver Kriterien, etwa entfernungsbedingter
Zusatzkosten. „Präzisere Regeln könnten helfen, Diskriminierungen
leichter zu verfolgen“, sagt Zimmer.
Entscheidend für den Schutz der KonsumentInnen dürfte einmal mehr
der Datenschutz sein: Für die Auswertung von
Käufer(verhaltens-)daten, um Preise festzulegen, ist die wirksame
Zustimmung des Betroffenen nötig. Am wichtigsten ist daher in der
Praxis die Frage, ob die für die Berechnung des Preises verwendeten
Daten im Einklang mit dem Datenschutzgesetz verarbeitet werden.
„Um die Transparenz dynamischer Preise zu verbessern, müssten
Anbieter verpflichtend informieren, ob Mechanismen der
personalisierten Preisbildung verwendet wurden“, verlangt Zimmer.
„Nur so sind Konsumenten gewarnt und werden Preisveränderungen
genauer beobachtet.“ Die AK verlangt von der EU und vom nationalen
Gesetzgeber einen besseren Schutz für Online-KonsumentInnen.
(Forts.)
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