• 15.12.2015, 13:18:26
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Beschäftigung ist ein wesentlicher Schritt zur Integration

Intensive Anstrengungen, um Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt fit zu machen – drei Projekte starten zu Jahresbeginn 2016

Utl.: Intensive Anstrengungen, um Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt
fit zu machen – drei Projekte starten zu Jahresbeginn 2016 =

Bregenz (OTS) - (VLK) - In Vorarlberg wird mit voller Kraft daran
gearbeitet, jenen Flüchtlingen, die Asylstatus haben oder mit hoher
Wahrscheinlichkeit erhalten, in der Folge den Eintritt in den
Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Zu Jahresbeginn 2016 starten drei
Initiativen, die sich dieser Zielsetzung widmen, so Landeshauptmann
Markus Wallner, Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und
AMS-Landesgeschäftsführer Anton Strini im Pressefoyer am Dienstag,
15. Dezember 2015.

"Rascher Spracherwerb und schneller Eintritt in den Arbeitsmarkt
sind Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Integration. Das
fordern wir von den Asylberechtigten auch ein", sagte Wallner. Eine
Verweigerung müsse Konsequenzen nach sich ziehen, wenn nötig eine
Kürzung der Mindestsicherung.

Die zu Jahresbeginn startenden Projekte seien ein erster Schritt,
es werden aber noch weitere Maßnahmen folgen müssen, betonte Wallner.
Das Projekt "start2work" wird unter Federführung der Caritas
umgesetzt und hinter dem Projekt "Neuland" steht die AQUA Mühle
Vorarlberg gGmbH. Für diese beiden neuen Beschäftigungsinitiativen
stehen insgesamt 3,3 Millionen Euro zur Verfügung. 50 Prozent davon
steuert der Europäische Sozialfonds bei, jeweils rund 800.000 Euro
tragen Land und AMS Vorarlberg. Das dritte Projekt, "Talent-Scout",
wird von der Arbeiterkammer Vorarlberg finanziert und von der Integra
Vorarlberg gem. GmbH umgesetzt. In den nächsten beiden Jahren sollen
bis zu 1.600 Menschen in diesen drei Projekten betreut werden,
erläuterte Landesstatthalter Rüdisser.

Wie groß die Herausforderung ist, die Menschen
weiterzuqualifizieren, damit sie eine Perspektive auf dem regulären
Arbeitsmarkt haben, zeigt die konkrete Vermittlungsarbeit im
Arbeitsmarktservice. "Laut ersten Daten haben fast drei Viertel der
Flüchtlinge keine abgeschlossene Berufsausbildung, und auch wenn
Qualifikationen vorliegen, muss in vielen Fällen ein
Anerkennungsverfahren durchlaufen und festgestellt werden, was ein
formaler Abschluss am österreichischen Arbeitsmarkt wert ist",
berichtete AMS-Landeschef Strini.

"start2work"

Zielgruppe sind bleibeberechtigte Flüchtlinge ohne
Arbeitsmarktintegration, die 19 Jahre oder älter sind und nur über
geringe Deutschkenntnisse verfügen. Das Projekt ist zunächst auf eine
Dauer von zwei Jahren und für jährlich 400 anerkannte Flüchtlinge
ausgelegt. Die Teilnehmenden durchlaufen ein Arbeitsclearing. Dafür
wird eine eigene Kompetenzstelle eingerichtet. Je nach Qualifikation,
Deutschkenntnissen und Motivation werden die Teilnehmenden zu
Deutschkursen, zu Plan V, zum Karrierecoaching oder in andere
Bildungsangebote vermittelt. Letztlich soll ihnen dadurch der
Ausstieg aus der Mindestsicherung ermöglicht werden, Ziel ist eine
nachhaltige, möglichst ausbildungsadäquate Arbeitsintegration.

Projekt "Neuland"

Diese Maßnahme zielt nicht ausschließlich auf Flüchtlinge ab,
sondern steht allen Mindestsicherungsempfängerinnen und -empfängern
offen. Während des zwei Jahre laufenden Projektes sollen 600 Menschen
durch Bildungsimpulse und Arbeitstrainingsmodule aus der
Mindestsicherung heraus an den regulären Arbeitsmarkt herangeführt
werden. Neben den klassischen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen gibt
es auch Module zu den Themen Gesundheit, Kompetenzen, Lebenswelten
und aktive Arbeitssuche. Alle Module sind individuell auf die
jeweilige Teilnehmerin/den Teilnehmer abgestimmt. Während der
gesamten Programmdurchlaufzeit findet ein Einzelcoaching statt. Diese
Betreuung inkludiert auch die individuelle Vermittlungsunterstützung.
Das Einzelcoaching ist eine durchgängige Unterstützung der Person
während des gesamten Prozesses bis hin zum Ziel. Es findet außerhalb
der Kurszeiten statt.

"Talent-Scout"

Zielgruppe sind junge Flüchtlinge im Alter von 15 bis 19 Jahren –
begleitet oder unbegleitet – mit Aufenthaltsstatus oder bereits
fortgeschrittenem Asylverfahren und hoher Bleibewahrscheinlichkeit.
Ziel ist es, in Gruppen- und Einzelcoachings abzuklären, welche
beruflichen Qualifikationen diese jungen Menschen mitbringen. Es soll
ihnen die Möglichkeit geboten werden, sich konkrete Schritte für die
berufliche Integration unter Berücksichtigung der persönlichen
Ressourcen, des bisherigen Berufsverlaufes und der Anforderungen des
Arbeitsmarktes zu erarbeiten. Begleitend dazu stehen Spracherwerb und
Kultur- und Wertevermittlung im Vordergrund.

Darüber hinaus kann schon jetzt für jugendliche Asylwerbende, die
zum Zeitpunkt der Antragstellung das 25. Lebensjahr noch nicht
vollendet haben und seit drei Monaten zum Asylverfahren zugelassen
sind, eine Beschäftigungsbewilligung als Lehrling erteilt werden,
wenn vom AMS keine gleich qualifizierte Ersatzarbeitskraft vermittelt
werden kann und wenn in dem betreffenden Beruf ein nachgewiesener
Lehrlingsmangel besteht.

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