- 14.12.2015, 10:24:08
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WKÖ-Klacska zum Jahresausklang: Schwung der jüngsten Erfolge mit ins Neue Jahr nehmen
Obmann der Verkehrswirtschaft warnt vor hohen Kosten durch Grenzkontrollen – Quartalsbefragung der Mobilitätswirtschaft zeigt keine Konjunkturbelebung
Utl.: Obmann der Verkehrswirtschaft warnt vor hohen Kosten durch
Grenzkontrollen – Quartalsbefragung der Mobilitätswirtschaft
zeigt keine Konjunkturbelebung =
Wien (OTS) - Ein Jahr mit Höhen und Tiefen war 2015 für die
österreichische Verkehrswirtschaft. „Zu den Highlights des Jahres
zählt sicher, dass wir eine grundlegende Neugestaltung des
Mautsystems ausverhandeln konnten. Das bringt nicht nur Transparenz,
sondern erspart den Betrieben allein 2016 rund 65 Millionen Euro“,
erläutert Alexander Klacska, Obmann der WKÖ-Bundessparte Transport
und Verkehr.
Auch zum Energieeffizienzgesetz kamen zum Ende des Jahres noch
erfreuliche Neuerungen: Die lange erwartete Richtlinienverordnung
legt nun fest, welche Maßnahmen als Energiesparmaßnahmen per Gesetz
anerkannt bzw angerechnet werden können.
Energiesparmaßnahmen der Verkehrswirtschaft vom Gesetzgeber anerkannt
Dazu zählen Spritspartrainings (hier wird eine Treibstoffeinsparung
von bis zu 10 Prozent angenommen) und die Beifügung von Reinigungs-
und Reinhalteadditiven für Dieseltreibstoff (2,6 Prozent Einsparung
pro Liter Diesel werden angerechnet). Weitere für die Verkehrsbranche
relevante Einsparmaßnahmen sind die Anschaffung eines neuen Pkw oder
Kleintransporters (ab 15 Prozent weniger Endenergieverbrauch als das
alte Kfz) bzw Fuhrparkmodernisierungen mit alternativen Pkw (entweder
mit alternativen Treibstoffen oder Antriebstechnologien). Klacska:
„Unsere Branche lebt Energieeffizienz nicht erst oder wegen des
Energieeffizienzgesetzes. Umso erfreulicher ist es daher, wenn
bereits Praxiserprobtes nun auch formal als Energiesparmaßnahmen
anerkannt wird“.
Als aktuell größte Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft
sieht der Branchensprecher Terroranschläge und
Flüchtlingsproblematik. „Die Flüchtlingsströme der letzten Monate
haben auch in Österreich in mehrfacher Hinsicht zu
Ausnahmesituationen geführt. Gerade die Verkehrswirtschaft hat das zu
spüren bekommen - mit Grenzblockaden und –kontrollen, stundenlangen
Staus, mühsamen Umwegverkehren und, daraus resultierend, hohen
Kosten“.
Zusatzkosten von 8,5 Mio. Euro täglich
Würde das Schengen-Abkommen längerfristig ausgesetzt, wie es derzeit
in der Europäischen Union diskutiert wird, würden die Kosten noch
weiter rasant steigen, warnt Klacska: „Wie wir aus den Erfahrungen
vor Schengen wissen, würde sich der Transport empfindlich verteuern.
Das wäre ein Rückschritt für die Wirtschaft, der am Ende des Tages
auch den Konsumenten teuer käme.“
Wären alle österreichischen Autobahn-Grenzübergänge in beide
Richtungen von durchgehenden Kontrollen betroffen, kämen auf die
Verkehrswirtschaft Zusatzkosten von bis zu 8,5 Mio. Euro täglich zu.
Das schätzt die Bundessparte auf Basis der Annahme von
durchschnittlich drei Stunden Wartezeit an den Grenzen durch die
Kontrollen.
Konjunkturbefragung: Stimmung bleibt pessimistisch
Klacska fordert daher von der Politik einen verstärkten Fokus auf
Fairness und Ausgleich für die Verkehrswirtschaft, „damit nicht eine
Branche überproportional belastet wird, die ohnehin schon oft genug
an ihre Kostengrenzen stößt und dringend Entlastungen braucht“. Dass
die konjunkturelle Situation der Verkehrswirtschaft immer noch
schwächelt, zeigt die Unternehmerbefragung der Bundesparte für das
vierte Quartal 2015: Die Entwicklung der Nachfrage schätzen die
Betriebe mehrheitlich negativ ein, auch die Erwartungen an die
Geschäftsentwicklung der zukünftigen Monate sind negativ und sogar
pessimistischer als im Vorquartal.
Mit Sorge sieht Klacska auch die Beschäftigungsentwicklung: Die
befragten Unternehmen in der Mobilitätswirtschaft haben im Rückblick
auf die letzten 3 Monate ihre Mitarbeiterzahl geringfügig gesenkt.
Für die kommenden Monate erwartet die Branche eine weitere Senkung
des Mitarbeiterstandes.
Klacska: „Wie die Erhebung zeigt, braucht die Verkehrswirtschaft
dringend positive Impulse. In den letzten Monaten ist uns einiges für
unsere Betriebe gelungen, doch es ist noch viel zu tun: Wir stellen
uns klar gegen standort- und wettbewerbsschädliche Maßnahmen, sei es
eine flächendeckende Maut, eine Kabotage-Liberalisierung oder die
Flugabgabe. Nehmen wir also den Schwung der jüngsten Erfolge mit ins
Neue Jahr, damit die Verkehrswirtschaft wieder an Fahrt gewinnen
kann.“ (PWK981/PM)
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