- 11.12.2015, 12:08:00
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Neue Wege in der Integration gehen
Berthold fordert bei Integrationskonferenz der Länder in Eisenstadt ein gemeinsames Bund-Länder-Vorgehen
Utl.: Berthold fordert bei Integrationskonferenz der Länder in
Eisenstadt ein gemeinsames Bund-Länder-Vorgehen =
Salzburg (OTS) - Heute, Freitag, 11. Dezember, trafen die für
Integration zuständigen Landesrätinnen und -räte der Bundesländer
und Integrationsminister Sebastian Kurz einander zur jährlichen
Konferenz in Eisenstadt. Salzburg forderte bei diesem Treffen neue
gemeinsame Wege in der Integration.
"Derzeit führen die einzelnen Bundesländer und der Bund verschiedene
Integrationsmaßnahmen durch. Hier müssen wir neue Wege gehen. Alle
Maßnahmen sollen künftig besser koordiniert und abgestimmt finanziert
werden", forderte Landesrätin Martina Berthold bei der Konferenz.
Umfassendes Integrationskonzept
Salzburg setzt ein umfassendes Integrationskonzept in den Bereichen
Sprache, Arbeit, Bildung, Wohnvermittlung und Zusammenleben um. Bei
der Sprache setzt Salzburg auf Deutschkurse vom Anfang an. Bereits ab
Aufnahme in die Grundversorgung des Landes werden durch die
Volkshochschule (VHS) und ergänzend das Freiwilligennetzwerk Kurse
angeboten. Wurden 2014 noch 77 Deutschkurse mit der Volkshochschule
angeboten, so wurde diese Zahl 2015 auf 168 gesteigert. Die Kurse
werden in den mittlerweile über 150 organisierten
Flüchtlingsquartieren sowie auch für privat untergebrachte
Asylwerbende angeboten. Ein Kurs umfasst übrigens mehr als 120
Unterrichtseinheiten zu 50 Minuten pro Semester. Ziel der
Deutschkurse ist zunächst das Erreichen des A1-Sprachlevel-Niveaus
(Voraussetzung zur AMS-Weitervermittlung auf dem Arbeitsmarkt).
Für Menschen mit positivem Asylbescheid gibt es ebenfalls ein breites
Angebot an Deutschkursen. Über die ARGE SEB (Salzburger Erwachsenen
Bildung) wurde im Sommer 2015 die Arbeitsgruppe "Integration und
Spracherwerb" neu eingerichtet. Das Netzwerk arbeitet an der
bedarfsgerechten Ausweitung des Angebots für anerkannte Flüchtlinge.
Hier wird auf das breite Salzburger Netz von insgesamt 46
institutionellen Anbietern zurückgegriffen. Vertreten sind in diesem
Netzwerk Bildungsberatung neben der ARGE SEB auch die Caritas, der
Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) und die Diakonie.
Die institutionellen Einrichtungen werden auch hier durch
ehrenamtliche Angebote ergänzt.
Unterstützung bei Wohnungssuche und durch Integrationscafés
Flüchtlinge mit positivem Asylbescheid stehen bei der Wohnungssuche
oftmals vor großen Hürden. Hier unterstützt das Land Salzburg die
Wohnberatung INTO in Stadt Salzburg und in Bischofshofen. Betrieben
werden diese Einrichtungen vom Flüchtlingsdienst der Diakonie.
Eine Vielzahl an unterschiedlichen Maßnahmen unterstützt die
Integration in das gesellschaftliche Leben. So sorgen z.B.
"Integrationscafés" in vielen Gemeinden für wichtige Begegnungen und
Gespräche zwischen einheimischer Bevölkerung und Flüchtlingen.
Auch die Beschäftigung von Asylwerberinnen und -werbern in der
Gemeinde und am Gemeindeleben hat wichtige integrative Funktion.
Generell stehen vier Beschäftigungsmöglichkeiten offen: Asylwerbende
können Hilfstätigkeiten im Flüchtlingsquartier, gemeinnützige
Beschäftigung für die Gemeinde, Saisonarbeit (z.B. in der
Gastronomie) und selbstständige Tätigkeiten (z.B. als Musiker)
machen. Der Nutzen ist mehrfach: Die Asylwerbenden leisten einen
Beitrag zu ihrer eigenen Grundversorgung. Sie können zudem sinnvolle
Aufgaben für das Gemeinwohl erledigen und üben, sich in deutscher
Sprache zu verständigen.
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