Schwarze Pädagogik im Umgang mit „islamischen“ Kindergärten?!

Wien (OTS) - In den letzten Tagen wurde eine sog. Vorstudie der Universität Wien, die im Auftrag des Integrationsministeriums erfolgte, über „islamische“ Kindergärten in Wien vorgestellt.

Diese sog. Studie erscheint in einem Zeitraum, in welchem sich die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich aufgrund der veränderten gesetzlichen Lage in einem massiven Prozess der Umstrukturierung befindet.

Die Studie wird weiterhin begleitet von politischen Forderungen der sofortigen Schließung einiger Kindergärten.

Darüber hinaus beinhaltet die sog. Studie mehrere strafrechtlich relevanten Unterstellungen, wobei die geschädigten Vereine und Personen bereits rechtliche Schritte dagegen eingeleitet haben.

Wir möchten als Kindergärten in Trägerschaft von MuslimInnen klarstellen, dass wir sehr an einer Qualitätssteigerung interessiert sind. Wir bemühen uns, unser Personal fortzubilden und tauschen uns auf zahlreichen Tagungen und Konferenzen von KindergartenpädagogInnen regelmäßig aus. Wir freuen uns über qualifizierte Kritik, weil sie uns dabei hilft, uns weiter zu entwickeln und unsere Qualität stetig zu steigern.

Die Vorstudie der Universität Wien erscheint uns aus folgenden Punkten nicht konstruktiv in ihrer Kritik zu sein, weshalb ihre Ergebnisse für uns nicht aussagekräftig sind:

1. Es wird die Offenheit der „islamischen“ Kindergärten für das Forschungsprojekt bemängelt. Kein einziger der unterzeichnenden Kindergärten wurde von der Universität Wien angefragt. Wir möchten gerne erfahren, nach welchen Kriterien die befragten Kindergärten ausgewählt wurden und warum „Ergebnisse“ über Kindergärten nachzulesen sind, die gar nicht angefragt wurden? Offensichtlich besteht bei denen, die abgelehnt haben, keine Vertrauensbasis zu den Studienautoren – oder aber betrachteten sie sich nicht als „islamische“ Einrichtungen.

2. Von den geschätzten 10.000 Kindern in „islamischen“ Einrichtungen wurden 9 Eltern befragt. Das ist keinesfalls repräsentativ. Unabhängig davon müssten die Fragebogen, die für die „Vorstudie“ verwendet wurden, veröffentlicht werden, um das Forschungsdesign nachvollziehen zu können und die Aussagekraft transparent zu machen.

3. Alle in unseren Einrichtungen beschäftigten PädagogInnen sind qualifiziert. Sie gehören unterschiedlichen Religionen und Kulturen an und haben vielfältige sprachliche Kompetenzen. Ihre Qualifikationen werden regelmäßig von der Stadt Wien überprüft.

4. Unser Bildungsangebot entspricht dem Bildungsplan der Stadt Wien, es gibt keinerlei abweichende oder gar geheime Curricula.

5. Die Kommunikationssprache in unseren Einrichtungen ist deutsch – gleichfalls bieten einige von uns muttersprachliche Förderung an – auch, weil dies nachweislich dem Erwerb der deutschen Sprache dient.

6. In unseren Kindergärten lernen die Kinder den selbstverständlichen Umgang mit kultureller und sprachlicher, oftmals auch religiöser Vielfalt kennen, sie werden befähigt zu einem Leben in einer pluralistischen Gesellschaft.

7. Es ist von der Universität Wien nicht zu erwarten gewesen, dass eine Studie mit derartigen Mängeln veröffentlicht wird – wir würden uns vielmehr wünschen, dass Kindergärten Unterstützung in ihrer zentralen elementarpädagogischen Rolle erhalten und gemeinsam Konzepte entwickelt werden, um eine Qualitätssicherung zu garantieren.

Wir wünschen uns, dass die Diskussion über Qualität konstruktiv und breit geführt wird und nicht auf Kosten einer Gruppe geht, denn es geht um die Zukunft unserer Kinder und die Zukunft Österreichs. Wir alle sind interessiert an der Integration der von uns betreuten Kinder in die Gesellschaft – und bemühen uns auf diese Weise, einen Beitrag zum sozialen Frieden zu leisten.

Überzeugen Sie sich selber – wir laden alle Interessierten in den kommenden Wochen zu Tagen der offenen Tür in unseren Einrichtungen ein, so dass sich jeder selber ein Bild machen kann. Nähere Infos hierzu folgen.

Rückfragen & Kontakt:

Islamische Vereinigung in Österreich (IVÖ)
Pressekontakt: Afrdita ADILI, Tel.: 0660/8179528

Integratives Bildungs- und Informationszentrum (IBIZ)
Pressekontakt: Muhammad Ismail SUK, Tel.: 0676/9529435

Lernen fürs Leben - Kindergarten
Pressekontakt: Fuad ABOUELEZZ, Tel.: 0699/18888051

Kindergruppen Karim
Pressekontakt: Samir BONIKTA, Tel.: 0676/3026316

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