Bio-Eierproduktion: VIER PFOTEN begrüßt Ende des Küken-Tötens

Österreichische Branchenlösung wird mit Schlupf der ersten „Sandy“-Bruteier nun umgesetzt

Wien (OTS) - VIER PFOTEN begrüßt den Start der österreichischen Branchenlösung für Bio-Eier, die das Ende des sinnlosen Küken-Tötens bedeutet. Denn mit dem Schlupf der ersten Bruteier der neuen Hühnerrasse „Sandy“ beginnt deren Umsetzung, wie der Geschäftsführer der oberösterreichischen Brüterei Schlierbacher Geflügel GmbH, Manfred Söllradl, anlässlich einer Pressekonferenz ankündigte. VIER PFOTEN war bei dieser PK mit dem Nutztierexperten Kornel Cimer vertreten.

In Zukunft werden Eier nur dann als „Bio“ verkauft, wenn auch die männlichen Küken aufgezogen werden. Grundlage für die Umsetzung ist eine freiwillige Vereinbarung der branchenrelevanten Akteure: der Brütereien, des Lebensmittel-Einzelhandels und des Bio-Dachverbandes.

„Die Branchenlösung ist für Österreich ein Meilenstein. Besonders wichtig dabei ist, dass der Handel hier auch im Boot ist“, sagt Kornel Cimer von VIER PFOTEN. „Wir würden uns freuen, wenn die Biobranche sich auch künftig in Sachen Tierschutz so innovativ zeigt.“

Mit dem Schlupf der ersten Küken aus den Bruteiern hat die Umsetzung nun begonnen; nach und nach werden alle Herden in Österreich auf eine neue Genetik umgestellt. Ab Ostern 2017 soll die Umstellung vollkommen abgeschlossen sein. Das heißt, dass ab diesem Zeitpunkt keine männlichen Eintagsküken für die Bio-Eierproduktion mehr getötet werden.

Das ethische Dilemma: Männliche Küken als Wegwerfprodukt

Für die Produktion von Eiern waren die männlichen Küken von Legehennen bislang generell ein Wegwerfprodukt, da sie keine Eier legen. Sie wurden und werden unmittelbar nach dem Schlupf getötet. Weltweit handelt es sich dabei um geschätzte 2,5 Mrd. männliche Küken, in Österreich waren es 2014 9,4 Mio. Küken. Bis vor kurzem gab es in diesem Punkt keinen Unterschied zwischen der konventionellen und der biologischen Eierproduktion.

VIER PFOTEN arbeitet seit Jahren zu Lösungen zu diesem ethischen Dilemma. Die Organisation ist dazu in verschiedenen wissenschaftlichen Plattformen und Netzwerken vertreten. Im Vorfeld der nun gefundenen Branchenlösung im Bio-Sektor stand das gemeinsame Projekt „Haushuhn & Gockelhahn“ von VIER PFOTEN und Ja!Natürlich. Das Projekt zeigte, dass Alternativen und deren Umsetzung möglich sind.

„Wir fordern auch die konventionellen Eierproduzenten auf, dem Beispiel der Biobranche zu folgen und eine gangbare Lösung zu erarbeiten“, sagt VIER PFOTEN Nutztierexperte Cimer. „Es wurde gezeigt, dass es möglich ist, das sinnlose Töten zu stoppen. Nun liegt es am guten Willen, dies österreichweit zu verwirklichen.“ Eine besondere Verantwortung haben laut Cimer auch die Konsumenten: „Es gibt jetzt ein sehr gutes Argument mehr, Bio-Eier zu kaufen. Auch so kann man ein Zeichen setzen und vielleicht sogar die konventionellen Produzenten letztendlich überzeugen, ihre Eier künftig tierfreundlich herzustellen.“

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