- 10.12.2015, 12:04:23
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Bio-Eierproduktion: VIER PFOTEN begrüßt Ende des Küken-Tötens
Österreichische Branchenlösung wird mit Schlupf der ersten „Sandy“-Bruteier nun umgesetzt
Utl.: Österreichische Branchenlösung wird mit Schlupf der ersten
„Sandy“-Bruteier nun umgesetzt =
Wien (OTS) - VIER PFOTEN begrüßt den Start der österreichischen
Branchenlösung für Bio-Eier, die das Ende des sinnlosen Küken-Tötens
bedeutet. Denn mit dem Schlupf der ersten Bruteier der neuen
Hühnerrasse „Sandy“ beginnt deren Umsetzung, wie der Geschäftsführer
der oberösterreichischen Brüterei Schlierbacher Geflügel GmbH,
Manfred Söllradl, anlässlich einer Pressekonferenz ankündigte. VIER
PFOTEN war bei dieser PK mit dem Nutztierexperten Kornel Cimer
vertreten.
In Zukunft werden Eier nur dann als „Bio“ verkauft, wenn auch die
männlichen Küken aufgezogen werden. Grundlage für die Umsetzung ist
eine freiwillige Vereinbarung der branchenrelevanten Akteure: der
Brütereien, des Lebensmittel-Einzelhandels und des Bio-Dachverbandes.
„Die Branchenlösung ist für Österreich ein Meilenstein. Besonders
wichtig dabei ist, dass der Handel hier auch im Boot ist“, sagt
Kornel Cimer von VIER PFOTEN. „Wir würden uns freuen, wenn die
Biobranche sich auch künftig in Sachen Tierschutz so innovativ
zeigt.“
Mit dem Schlupf der ersten Küken aus den Bruteiern hat die Umsetzung
nun begonnen; nach und nach werden alle Herden in Österreich auf eine
neue Genetik umgestellt. Ab Ostern 2017 soll die Umstellung
vollkommen abgeschlossen sein. Das heißt, dass ab diesem Zeitpunkt
keine männlichen Eintagsküken für die Bio-Eierproduktion mehr getötet
werden.
Das ethische Dilemma: Männliche Küken als Wegwerfprodukt
Für die Produktion von Eiern waren die männlichen Küken von
Legehennen bislang generell ein Wegwerfprodukt, da sie keine Eier
legen. Sie wurden und werden unmittelbar nach dem Schlupf getötet.
Weltweit handelt es sich dabei um geschätzte 2,5 Mrd. männliche
Küken, in Österreich waren es 2014 9,4 Mio. Küken. Bis vor kurzem gab
es in diesem Punkt keinen Unterschied zwischen der konventionellen
und der biologischen Eierproduktion.
VIER PFOTEN arbeitet seit Jahren zu Lösungen zu diesem ethischen
Dilemma. Die Organisation ist dazu in verschiedenen
wissenschaftlichen Plattformen und Netzwerken vertreten. Im Vorfeld
der nun gefundenen Branchenlösung im Bio-Sektor stand das gemeinsame
Projekt „Haushuhn & Gockelhahn“ von VIER PFOTEN und Ja!Natürlich. Das
Projekt zeigte, dass Alternativen und deren Umsetzung möglich sind.
„Wir fordern auch die konventionellen Eierproduzenten auf, dem
Beispiel der Biobranche zu folgen und eine gangbare Lösung zu
erarbeiten“, sagt VIER PFOTEN Nutztierexperte Cimer. „Es wurde
gezeigt, dass es möglich ist, das sinnlose Töten zu stoppen. Nun
liegt es am guten Willen, dies österreichweit zu verwirklichen.“ Eine
besondere Verantwortung haben laut Cimer auch die Konsumenten: „Es
gibt jetzt ein sehr gutes Argument mehr, Bio-Eier zu kaufen. Auch so
kann man ein Zeichen setzen und vielleicht sogar die konventionellen
Produzenten letztendlich überzeugen, ihre Eier künftig tierfreundlich
herzustellen.“
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