GLOBAL 2000: Atomkraft ist keine Klimaschutzmaßnahme - Don’t Nuke the Climate!

COP21: Atom-Lobby versucht, die Klimaverhandlungen zu übernehmen

Wien/Paris (OTS) - Wien, am 10.Dezember 2015 - Am Rande der Klimaverhandlung zum Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll spielt sich ein Kampf zwischen Atom-Lobby und Anti-Atom-Bewegung ab, der zunehmend an Fahrt gewinnt. Das deutliche Eintreten des österreichischen Bundeskanzlers Faymann gegen Atomkraft in seiner Rede beim Treffen der Staats- und Regierungschefs war ein wichtiges Stoppschild für die pro-nuklearen Kräfte und auch die Ansagen des österreichischen Umweltministers Rupprechter waren deutlich, jetzt müssen aber internationale Koalitionen folgen.

Österreich tritt gegen Atomkraft auf

“Nuclear energy is not the way to tackle climate change. It is not sustainable neither in ecological nor in economic terms. Just think of the enormous costs of the unresolved storage of nuclear waste.” (aus der Rede von Bundeskanzler Faymann
http://unfccc6.meta-fusion.com/cop21/events/2015-11-30-14-45-leaders-event/his-excellency-mr-werner-faymann-chancellor-of-austria1)
Die von GLOBAL 2000 unterstützte Positionierung des österreichischen Bundeskanzlers spiegelt die internationale NGO-Koalition „Don’t Nuke the Climate – Atomkraft ist keine Klimaschutz-Maßnahme“ wider, die von den NGOs GLOBAL 2000 (Österreich), WISE International (Niederlande), NIRS (USA), der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg (Deutschland) und der französischen Anti-Atom-Koalition Sortir du Nucléaire ins Leben gerufen wurde.

Atomkraft ist zu teuer

Atomkraft ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend von der rasanten Entwicklung der Erneuerbaren Energien abgehängt worden: Der Neubau von Atomkraftwerken ist zu teuer und nicht wettbewerbsfähig, die Bauzeiten sind enorm lang und Verzögerungen der Bauprojekte führen zu weiteren Kostenüberschreitungen. Daher versucht die Atomindustrie sich nun als förderungswürdige „grüne“ und „low carbon“ Technologie zu verkaufen, um an Förderungen aus Steuergeld heranzukommen – im Falle der Klimaverhandlungen explizit in den Genuss von Förderungen aus dem „Green Climate Fund“, der ab 2020 mit 100 Milliarden Dollar dotiert sein soll.

Atomkraft ist hochgradig gesundheitsgefährdend und belastet die Umwelt schon im Normalbetrieb

Dies ist das erklärte Ziel von „Nuclear for Climate“-Lobbygruppe, die mit mehreren Ständen auf der COP präsent ist, dort 5000 Exemplare eines Buches verteilt, dass die Anti-Atom-Bewegung als „Gefahr für unsere Zukunft“ angreift, und mit mehreren Social Media Kanälen Anti-Atom-SprecherInnen als „Parasiten“ bezeichnet.
„Atomkraft ist bei Betrachtung der gesamten Abbaukette von Urangewinnung, über Anreicherung, bis zum Abriss der Anlagen und der ungelösten dauerhaften Endlagerung des hochradioaktiven Mülls nicht nur hochgradig gesundheitsgefährdend, sondern auch nicht CO2-arm“, so Uhrig.
Eine wissenschaftliche Studie, die die NGO-Koalition „Don’t Nuke the Climate“ bei der Klimakonferenz veröffentlicht hat, zeigt deutlich, dass die Emissionen der Atomkraft mit 88-146 Gramm CO2 pro Kilowattstunde weit über denen der Erneuerbaren Energien liegen. (1) „Atomkraft ist zu schmutzig, zu langsam, und zu teuer, um ein Teil der Lösung für die Klima-Krise sein zu können. Die österreichische Regierung muss jetzt unter den 166 Atomkraft-freien Staaten weltweit Koalitionen bilden, um die Plünderung des Green Climate Fund zu verhindern“, so Uhrig abschließend.

Website: http://wiseinternational.org/german

1) Studie „Can Nuclear Power slow down Climate Change? - An analysis of nuclear greenhouse gas emissions (November 2015)“ www.wiseinternational.org/sites/default/files/u93/F4%201nuclGHGshare-ED.pdf

Rückfragen & Kontakt:

GLOBAL 2000 Atom-Sprecher Dr. Reinhard Uhrig 0699 14 2000 18 (bis 13. Dezember vor Ort in Paris) reinhard.uhrig@global2000.at

GLOBAL 2000 Pressesprecherin: Lydia Matzka-Saboi (bis 12. Dezember vor Ort in Paris), +43 699 14 2000 26 bzw. lydia.matzka@global2000.at bzw. presse@global2000.at

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