- 10.12.2015, 09:00:02
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SJ-Herr/Zederbauer: „Frauen auf der Flucht - wir dürfen nicht länger die Augen verschließen!"
50% der Flüchtlinge sind Frauen - Kampagne der Sozialistischen Jugend rückt ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt
Utl.: 50% der Flüchtlinge sind Frauen - Kampagne der Sozialistischen
Jugend rückt ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt =
Wien (OTS) - „Frauen fliehen vor sexualisierter Gewalt, Zwangsheirat
und Genitalverstümmelung. All das kommt noch zu den anderen Gründen,
wie Krieg, Hunger und Verfolgung, hinzu“, erklärt Julia Herr,
Vorsitzende der Sozialistischen Jugend. „Doch diese
frauenspezifischen Fluchtgründe finden kaum Beachtung! Überhaupt: die
Flucht von Frauen wird meist ignoriert, denn die mediale, politische
und öffentliche Aufmerksamkeit liegt bei den Männern“, kritisiert
Herr. Beginnend mit dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am
25. November bis heute, dem Tag der Menschenrechte, machte die
Sozialistische Jugend mit Aktionen in ganz Österreich auf diese
Probleme aufmerksam.
„Neben der Anerkennung von frauenspezifischen Fluchtgründen braucht
es auch erhebliche Verbesserungen in der Betreuung von
Asylwerberinnen“, stellt Marlis Zederbauer, Frauensprecherin der
Sozialistischen Jugend, klar. Dazu braucht es speziell geschultes
Personal, die leichte Verfügbarkeit von Hygieneartikeln, eigene
Sanitäranlagen und Rückzugsorte für Frauen. „Wir fordern die
Regierung auf, diese Maßnahmen umzusetzen - denn wie der
Amnesty-Bericht zeigte, mangelt es auch in Österreich an
ausreichender Betreuung“, so Zederbauer und verweist auf die Zustände
im Erstaufnahmezentrum Ost in Traiskirchen.
„Das Gesetz sieht vor, die Erstbefragung durch eine Person gleichen
Geschlechtes durchzuführen. Dieses Recht wird Flüchtlingen meist
nicht mitgeteilt und zu oft auch nicht eingehalten“, meint Zederbauer
und sieht auch hier großes Verbesserungspotenzial. „Neben der
Schaffung von legalen und sicheren Fluchtrouten für alle Flüchtlinge
ist für Frauen noch besonders viel zu tun“, so Herr und Zederbauer.
Sie fordern dazu auf, nicht länger die Augen vor jenen Gefahren zu
verschließen, die Frauen auf der Flucht drohen.
Fotos für MedienvertreterInnen honorarfrei zur Verfügung gestellt:
https://www.flickr.com/photos/gegenrechts/albums/72157659306366694
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