SJ-Herr/Zederbauer: „Frauen auf der Flucht - wir dürfen nicht länger die Augen verschließen!"

50% der Flüchtlinge sind Frauen - Kampagne der Sozialistischen Jugend rückt ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt

Wien (OTS) - „Frauen fliehen vor sexualisierter Gewalt, Zwangsheirat und Genitalverstümmelung. All das kommt noch zu den anderen Gründen, wie Krieg, Hunger und Verfolgung, hinzu“, erklärt Julia Herr, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend. „Doch diese frauenspezifischen Fluchtgründe finden kaum Beachtung! Überhaupt: die Flucht von Frauen wird meist ignoriert, denn die mediale, politische und öffentliche Aufmerksamkeit liegt bei den Männern“, kritisiert Herr. Beginnend mit dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November bis heute, dem Tag der Menschenrechte, machte die Sozialistische Jugend mit Aktionen in ganz Österreich auf diese Probleme aufmerksam.

„Neben der Anerkennung von frauenspezifischen Fluchtgründen braucht es auch erhebliche Verbesserungen in der Betreuung von Asylwerberinnen“, stellt Marlis Zederbauer, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend, klar. Dazu braucht es speziell geschultes Personal, die leichte Verfügbarkeit von Hygieneartikeln, eigene Sanitäranlagen und Rückzugsorte für Frauen. „Wir fordern die Regierung auf, diese Maßnahmen umzusetzen - denn wie der Amnesty-Bericht zeigte, mangelt es auch in Österreich an ausreichender Betreuung“, so Zederbauer und verweist auf die Zustände im Erstaufnahmezentrum Ost in Traiskirchen.

„Das Gesetz sieht vor, die Erstbefragung durch eine Person gleichen Geschlechtes durchzuführen. Dieses Recht wird Flüchtlingen meist nicht mitgeteilt und zu oft auch nicht eingehalten“, meint Zederbauer und sieht auch hier großes Verbesserungspotenzial. „Neben der Schaffung von legalen und sicheren Fluchtrouten für alle Flüchtlinge ist für Frauen noch besonders viel zu tun“, so Herr und Zederbauer. Sie fordern dazu auf, nicht länger die Augen vor jenen Gefahren zu verschließen, die Frauen auf der Flucht drohen.

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