• 09.12.2015, 13:30:54
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„Weidmannsheil“ am 10. Dezember in „Am Schauplatz“

Um 21.05 Uhr in ORF 2

Utl.: Um 21.05 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Mehr als 120.000 Österreicherinnen und Österreicher
besitzen einen Jagdschein – Tendenz steigend. Und bereits jeder
zehnte Jagdbegeisterte ist eine Frau. Was macht die Jagd so
interessant? Und wie gehen die Jägerinnen und Jäger mit den
Anfeindungen der Jagdgegner um? „Am Schauplatz“-Reporter Simon
Schennach hat unterschiedlichste Menschen mit „grünem Blut“
aufgespürt – vom traditionellen Gamsjäger in Osttirol bis zum
adeligen Jung-Weidmann in Wien. „Am Schauplatz: Weidmannsheil“ ist am
Donnerstag, dem 10. Dezember 2015, um 21.05 Uhr in ORF 2 zu sehen.

Louis Sayn-Wittgenstein-Sayn hat die Jagd sprichwörtlich im Blut. Der
33-Jährige stammt aus einem alten Adelsgeschlecht mit stolzer
Jagdtradition. Sein Vater habe ihn bereits in der Babypritsche mit
auf Pirschgang genommen, erzählt er stolz. Inzwischen hat er seine
Leidenschaft zum Beruf gemacht: Bei Joh. Springer's Erben in der
Wiener Innenstadt berät er die betuchte Kundschaft in Sachen
Jagdwaffen und Zubehör. 15.000 bis 20.000 Euro koste eine komplette
Ausstattung in guter Qualität. Wann immer er Zeit hat, geht
Sayn-Wittgenstein-Sayn auf den Schießplatz in Wiener Neustadt oder
ins Familienrevier im Mühlviertel. Und auch sein dreijähriger Sohn
darf mitunter mit.

Eine Familienangelegenheit ist die Jagd auch bei Karina
Schmalek-Gansch. Die ehemalige Karate-Weltmeisterin hat auf der
Pirsch regelmäßig ihren Mann und die beiden Töchter dabei. Die
12-Jährige Kiara erzählt begeistert, wie sie zusehen durfte, als Papa
Siegfried zum 40er einen kapitalen Hirsch erlegte.

An die wachsende Zahl der Damen in Grün muss sich Josef Kalser erst
gewöhnen, das gibt er offen zu. Er ist ein Jäger vom alten Schlag. In
jungen Jahren sei er richtig „fanatisch“ gewesen, sagt er. Er habe
sogar, wie es einst Brauch war, frisches Gamsblut getrunken. Heute
sind die wilden Jahre des Osttirolers vorbei, die Liebe zur Jagd aber
ist geblieben. In seiner gemütlichen Stube hängen neben einem
Andreas-Hofer-Gemälde alte Jagdwaffen und Gams-Trophäen. Selbst wenn
er und seine Kollegen vom Jagdverein einmal nichts schießen,
verbringen sie dennoch viel Zeit in der Jagdhütte. Bei Hirschwürsten
und Bier wird dort ausgiebig debattiert: Zum Beispiel über
Mountainbiker, Schitourengeher und andere Störenfriede, die angeblich
immer öfter das Wild vertreiben. Ein Ärgernis für die drei Jäger ist
auch der angrenzende Pächter. Der habe laut Kalser „seine Seele
verkauft“, weil er immer mehr Abschüsse an ausländische Jagdgäste
veräußere.

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