• 09.12.2015, 12:22:24
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Stöger und Thann präsentieren neue Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit

Ablenkung weiterhin eine der häufigsten Unfallursachen – Handyverbot beim Fahren wird ausgeweitet – Sicherung und Überwachung von Eisenbahnkreuzungen

Utl.: Ablenkung weiterhin eine der häufigsten Unfallursachen –
Handyverbot beim Fahren wird ausgeweitet – Sicherung und
Überwachung von Eisenbahnkreuzungen =

Wien (OTS) - Nach dem historischen Tiefstand bei tödlichen Unfällen
im Straßenverkehr im vergangenen Jahr, zeigt die Statistik für 2015
einen negativen Trend. Mit 450 Getöteten wurden bereits die Zahlen
des Vorjahres überschritten. Darüber informierten Verkehrsminister
Alois Stöger und Othmar Thann, der Direktor des Kuratoriums für
Verkehrssicherheit, heute in einem Pressegespräch im bmvit. „Die
Analyse der Unfalldaten hat uns gezeigt, dass Ablenkung am Steuer und
die mangelnde Gurtverwendung zwei Hauptursachen für diese Entwicklung
sind. Deshalb werden wir mit zielgerichteten Maßnahmen genau hier
ansetzen“, so Stöger. ****

Ablenkung weiterhin eine der Hauptunfallursachen

Ablenkung ist nach wie vor eine der Hauptunfallursachen auf
Österreichs Straßen. 31 % aller im Straßenverkehr getöteten Personen
kamen durch die Folgen von Ablenkung ums Leben. „Fast die Hälfte
aller Telefonate im Auto wird ohne Freisprecheinrichtung geführt. Das
entspricht 900.000 Telefonaten und 200.000 SMS pro Tag“, warnt Thann,
der hier gesetzliche Nachschärfungen empfiehlt. Neben der
Handy-Nutzung als Unfallursache, zeigen die Analysen des KfV auch die
fatalen Folgen mangelnder Gurtverwendung. „Unsere Statistiken zeigen,
dass das Risiko tödlich zu verunglücken, ohne Gurt acht Mal höher
ist“, so Thann weiter.

„Mit Unachtsamkeit beim Fahren gefährdet man nicht nur sich selbst,
sondern auch andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer“,
betont auch Stöger. Das Verkehrsministerium plant daher im Rahmen der
nächsten Novelle des Kraftfahrgesetzes eine Ausweitung des so
genannten Handyverbotes. Damit werden neben dem Telefonieren ohne
Freisprecheinrichtung etwa auch das Schreiben und Lesen von SMS und
E-Mails und das Internet-Surfen explizit verboten. Der
Gesetzesentwurf war bereits in Begutachtung und wird Anfang nächsten
Jahres dem Ministerrat vorgelegt.

Stöger stellt darüber hinaus eine weitere Änderung des
Kraftfahrgesetzes in Aussicht: Bisher kann ein Verstoß gegen das
Handyverbot nur bei einer polizeilichen Anhaltung festgestellt und
bestraft werden. „Mit der Aufhebung dieser Anhalteerfordernis
schaffen wir weitere Möglichkeiten um die mangelnde Gurtverwendung
und die Handynutzung während der Fahrt einzudämmen“, erläutert
Stöger, für den eine baldige Neuregelung vorstellbar ist. Auch Thann
begrüßt weitere Maßnahmen gegen Ablenkung am Steuer: „Das
gleichzeitige Ausführen mehrerer Tätigkeiten führt zu einem
erheblichen Konzentrations- und Leistungsverlust. Ein
SMS-schreibender Lenker benötigt bis zu fünf Sekunden, um auf
Gefahren zu reagieren“.

Sicherung und Überwachung von Eisenbahnkreuzungen

2015 gab es auch einen Anstieg bei den tödlichen Verkehrsunfällen an
Eisenbahnkreuzungen, bei dem insgesamt 20 Getötete registriert werden
mussten. Die Analyse dieser Daten zeigt deutlich, dass Unachtsamkeit
bei nicht technisch gesicherten Kreuzungen bzw. das Übersehen des
Haltegebots bei Kreuzungen mit Lichtzeichen oder Schranken die
Hauptursachen sind. Das bmvit führt daher die technische Absicherung
der Eisenbahnkreuzungen mit Lichtzeichenanlagen bzw.
Lichtzeichenanlagen und Schranken konsequent fort. Weniger
Eisenbahnkreuzungen bedeuten mehr Sicherheit, technische Absicherung
reduziert das Unfallrisiko.

Zudem stellt Stöger eine stärkere Überwachung von
Eisenbahnkreuzungen in Aussicht: „Wir werden die Rotlichtüberwachung
– wie bei den Ampeln auf normalen Straßenkreuzungen – 2016 weiter
ausbauen“. Bisher wird die Rotlichtüberwachung an 18
Eisenbahnkreuzungen eingesetzt, bei denen es bereits zu Unfällen
gekommen ist. Im kommenden Jahr werden weitere 30 Standorte
dazukommen. Installiert wird die Rotlichtüberwachung von ÖBB,
Landespolizeidirektionen und den Bezirkshauptmannschaften.

In den letzten 10 Jahren konnte die Anzahl der Kreuzungen von Bahnen
mit öffentlichen Straßen bereits von über 6.000 auf 4.000 reduziert
werden, von denen schon die Hälfte technisch gesichert wurde. „Auch
hier setzen wir mit unserer Verkehrssicherheitsarbeit an. Neben der
Überprüfung aller Eisenbahnkreuzungen und der weiteren Verbesserung
der Infrastruktur, bringen wir das Thema, gemeinsam mit den ÖBB, in
die Fahrschulen“, erklärt Stöger. Dabei werden junge LenkerInnen auf
die besonderen Gefahrensituationen an Eisenbahnkreuzungen aufmerksam
gemacht und dort wo es solche Kreuzungen in der Nähe der Fahrschule
gibt, eine Übungsfahrt über die Eisenbahnkreuzung eingeplant.
(Schluss)

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