- 09.12.2015, 11:05:48
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Laki: Landtagsvorschau NÖ - Aktuelle Stunde zur Arbeitslosigkeit
Tschechien und Ungarn überholen Niederösterreich auf allen Ebenen der Wirtschaft
Utl.: Tschechien und Ungarn überholen Niederösterreich auf allen
Ebenen der Wirtschaft =
St. Pölten (OTS) - Wie der Landtagsabgeordnete des Team Stronach für
NÖ, Dr. Walter Laki, heute in Vorschau auf die morgige Sitzung des
Landtages ausführt, sind die Arbeitslosen in Niederösterreich
weitgehend hausgemacht. Seit Jahren kritisiert Laki den aufgeblähten
Dienstleistungsbereich in NÖ, insbesondere die Kosten der 27
Krankenhausstandorte. Laki: „Wir geben in Niederösterreich inzwischen
850 Millionen für Soziales aus, rechnet man die Krankenhäuser dazu
sind es über 4 Milliarden, das sind 50 Prozent des Landesbudgets!“
Laki fragt, weshalb seit über 50 Monaten die Arbeitslosenzahlen in
Niederösterreich steigen, in allen angrenzenden Ländern sie aber seit
Jahren fallen: Laki: “Der Grund liegt in der falschen
Wirtschaftspolitik der letzten Jahre, beziehungsweise Jahrzehnte. Der
volkswirtschaftliche Anteil von Dienstleistungen steigt
kontinuierlich, während die Industrie und Landwirtschaft verliert.
Wenn selbst die AK NÖ auf die Entindustriealisierung in
Niederösterreich anhand der fallenden Industriebeschäftigung
hinweist, dann ist es wirklich ernst. Bei unseren Nachbarn ist diese
Entwicklung umgekehrt. Diese haben seit Jahren fallende
Arbeitslosenzahlen und zum Teil Vollbeschäftigung.“
Arbeitslosigkeit in Niederösterreich und seinen mittelbaren
Nachbarn
Laki liefert Vergleichszahlen: „Niederösterreich liegt mit 8,2
Prozent hinter Wien, Kärnten und Tirol an vierter Stelle in
Österreich mit bereits seit 50 Wochen anhaltenden Trend nach oben.
Das ist dramatisch, weil in zunehmendem Maße „unfinanzierbar“. Die
Schulden steigen rasant auf allen Ebenen, Bund, Land und Gemeinden.
2014 stieg das „gemogelte“ Maastrichtdefizit um 2,7 Prozent der
Wirtschaftsleistung, die Schulden hingegen um das Doppelte um rund
5,5 Prozent.“
Glückliches Deutschland, Tschechien und Ungarn
Der Landtagsabgeordnete des Team Stonach nennt auch Zahlen aus dem
Ausland: „In Bayern liegt die Arbeitslosigkeit bei 3,3 und in
Baden-Württemberg bei 3,6 Prozent. In einigen Landkreisen herrscht
akuter Arbeitskräftenotstand. Die Arbeitslosigkeit in Tschechien
liegt bei 6,09 Prozent, seit 2010 hat sich dieser Wert um rund 20
Prozent verbessert. Tschechien hat in der Zwischenzeit die geringste
Arbeitslosigkeit in der EU hinter Deutschland. Selbst in Ungarn ist
seit 2010 die Arbeitslosigkeit von 11,25 Prozent auf 7,58 Prozent
gefallen.“
NÖs Wirtschafsdaten verschlechtern sich dramatisch gegenüber
den Nachbarländern
Die höchste Wertschöpfung einer Volkswirtschaft liegt in der
Industrie, betont Laki. Die Industriequote in Österreich und
insbesondere in Niederösterreich sinkt aber laufend. Österreich hält
derzeit bei unter 18 Prozent, bei fallender Tendenz. Tschechien hat
bereits eine Quote von 25 Prozent und deutlich steigend und das
Agrarland Ungarn hat Österreich mit einer Quote von 22,5 Prozent
Österreich signifikant überholt. Die Schweiz, Bayern und Baden
Württemberg haben eine Hochtechnologiequote von über 30 Prozent,
Bayern und Baden Württemberg gegen 35 Prozent, in Österreich hingegen
bei weniger als 10 Prozent.
Vertrauen in den Industriestandort Niederösterreich herstellen
– auch Ausbildungsschwerpunkte setzen
Wichtigste Maßnahme ist eine Qualifikationsoffensive bei den MINT
Berufen – Informatiker, Physiker, Chemiker, Ingenieure,
Biowissenschaftler. Niederösterreich hat das Land mit Fachhochschulen
überzogen, 90 Prozent der Ausbildung geht allerdings in
Dienstleistungsberufen. Wir brauchen eine Initiative „MINT Berufe“,
damit wir in Niederösterreich 1. die offenen Stellen besetzen können
und 2. die Standortqualität verbessern.
Laki: „Der Wohlstand Deutschlands ist auf erster Linie auf die MINT
Berufen zurück zu führen, das sieht man in erster Linie an der
Entwicklung der Zukunftstechnologie Robotik. Robotik wird in den
nächsten 20 Jahren alle Lebensbereiche beeinflussen. Dieser
„Basisindustriezweig“ weist Wachstumsraten von 30 Prozent pro Jahr
auf. Pro 100.000 Industriebeschäftigten sind in Korea schon jetzt
437, in Deutschland 262 in den USA 152 und in China bereits 90
Roboter eingesetzt.“
Zur Untermauerung der deutschen Erfolgsposition verweist Laki auf die
Robotikweltmeisterschaften, bei denen die Teilnehmer deutschen
Hochschulen herausragen: „ Die Teilnahme wurde deshalb pro Land auf
drei Teams beschränkt, weil sonst 50 Prozent der Teilnehmer Deutsche
gewesen wären. Die Österreicher hätten ähnliche Voraussetzungen, nur
wird das Potential nicht genutzt. Bedauerlich ist, dass inzwischen in
Tschechien und zum Teil in Ungarn die Studierenden besser auf diese
Zukunftstechnologie vorbereitet werden.“
Zukunftsperspektiven: NÖ muß Kursschwenk zu einem
Hochtechnologiestandort machen
„Wenn wir nicht massiv der Entindustrialisierung in Niederösterreich
entgegenwirken, wird die „Sozialromantik“ bald ein Ende haben, die
Arbeitslosigkeit wird weiter steigen, die Armut zunehmen, früher
oder später werden die höchstqualifizierten und gut ausgebildeten
Jugendlichen in die Schweiz, nach Baden Württemberg, Bayern oder gar
nach Tschechien und Ungarn abwandern. In Hinblick auf diese absehbare
Entwicklung müssen wir in Niederösterreich zum Wohle unserer Jugend
handeln. Niederösterreich muss sich rasch mit einem Kursschwenk zu
einem Hochtechnologiestandort entwickelt. Daran führt kein Weg
vorbei!“, verlangt der Landtagsabgeordnete des Team Stronach für NÖ,
Dr. Walter Laki, neue Schwerpunkte in den NÖ Wirtschaftspolitik.
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