- 04.12.2015, 10:02:49
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Andrea Fraser erhält Oskar-Kokoschka-Preis 2016
Wien (OTS) - Die US-amerikanische Künstlerin Andrea Fraser erhält den
Oskar-Kokoschka-Preis 2016, erklärt heute der Vorsitzende der
Oskar-Kokoschka-Preis-Jury und Rektor der Universität für angewandte
Kunst Wien, Gerald Bast. "Andrea Fraser ist eine Künstlerin von
wegweisender Bedeutung, die ein beeindruckend konzises Werk aufweist
und dennoch völlig unberechenbar geblieben ist", erläutert Bast die
Begründung der Jury. Aufbauend auf der feministischen und
institutionskritischen Kunst der 1960er und 1970er Jahre habe sie
beide Ansätze radikal aufeinander bezogen und eine Position
entwickelt, die ihre eigene Situation als Künstlerin mit einbeziehe.
Frasers amüsanten wie auch erschütternden Performances führten eine
bis ins Existenzielle gehende Selbstkritik vor, die höchst
reflektiert sei, gleichzeitig auf Distanz verzichte und mit hohem
körperlichen, intellektuellen und emotionalen Einsatz arbeite. "Zudem
ehren wir auch eine forschende Künstlerin, die theoretisches und
praktisches Arbeiten seit Jahrzehnten in einer Weise verschränkt, die
präzise die Grenzen der Kritik auskostet", ergänzt der
Jury-Vorsitzende.
Die 1965 in Billings im US-Bundesstaat Montana geborene und in New
York und Los Angeles lebende Künstlerin wurde in den 1990er Jahren
einem breiteren Publikum durch ihre Gallery Talk-Performances 'Museum
Highlights' bekannt, in denen sie die Verbindung von Kunst und
Kapital, Kunst und Kunstbetrieb offenlegte. 1993 vertrat sie
Österreich bei der Kunstbiennale in Venedig gemeinsam mit Gerwald
Rockenschaub und Christian Philipp. 2003 stellte sie sich über
Vermittlung ihrer Galerie einem Kunstsammler zum Geschlechtsverkehr
zur Verfügung. Die daraus entstandene Videodokumentation 'Untitled'
wurde und wird im Rahmen von Ausstellungen gezeigt und rief höchst
polarisierende und kontroverse Reaktionen hervor. 2014 setze sich
Fraser in der auf Verhandlungsdokumenten der Stadtregierung New York
basierenden Performance 'Not just a few of us' mit institutionellem
Rassismus auseinander.
Der Oskar-Kokoschka-Preis ist einer der wichtigsten Preise für
bildende Kunst in Österreich. Er wird alle zwei Jahre von einer
zehnköpfigen Jury unter Vorsitz des Rektors der Universität für
angewandte Kunst Wien vergeben, ist mit Euro 20.000,- dotiert und
wird seit 1980 vom (damals so genannten) Bundesministerium für
Wissenschaft und Forschung gestiftet. Dieser Preis ergeht für
hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Bildenden Kunst an
nationale oder internationale KünstlerInnen und soll statutengemäß am
Geburtstag seines Namensgebers Oskar Kokoschka am 1. März verliehen
werden. Demgemäß wird im Rahmen einer Veranstaltung an der
Universität für angewandte Kunst Wien der Oskar-Kokoschka-Preis 2016
an seine Preisträgerin Andrea Fraser am 1. März 2016 überreicht
werden.
Der erste Oskar-Kokoschka-Preis erging 1981 an Hans Hartung. Seither
wurden Mario Merz, Gerhard Richter, Siegfried Anzinger, Künstler aus
Gugging, Agnes Martin, Jannis Kounellis, John Baldessari, Maria
Lassnig, Valie Export, Ilya Kabakov, Günter Brus, Martha Rosler,
William Kentridge, Raymond Pettibon, Yoko Ono und Peter Weibel
ausgezeichnet.
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