• 03.12.2015, 14:00:01
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Mitterlehner: Stärken an Hochschulen ausbauen und Schwächen beheben

Wissenschaftsminister legt gesamtösterreichischen Universitätsentwicklungsplan vor - Bessere Koordination des Studienangebots - Förderung wissenschaftlicher Karrieren

Utl.: Wissenschaftsminister legt gesamtösterreichischen
Universitätsentwicklungsplan vor - Bessere Koordination des
Studienangebots - Förderung wissenschaftlicher Karrieren =

Wien (OTS/BMWFW) - Anlässlich der Sitzung der Österreichischen
Hochschulkonferenz hat Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner
heute die Eckpunkte des gesamtösterreichischen
Universitätsentwicklungsplans (gö UEP) vorgestellt. "Erstmals haben
wir einen langfristigen strategischen Rahmen, der uns klare
Handlungsoptionen für die weitere Entwicklung unserer Hochschulen
gibt. Angesichts enger budgetärer Spielräume und des zunehmenden
Wettbewerbs auf internationaler Ebene, müssen wir vorhandene Stärken
ausbauen und Schwächen beheben", so Mitterlehner. Das vorliegende
Dokument baut auf Empfehlungen des Wissenschaftsrates, der
FTI-Strategie sowie dem aktuellen Regierungsprogramm auf und
entspricht der Forderung verschiedenster Beratungsgremien nach einer
gesamthaften Entwicklung des öffentlichen Universitätssystems. Der
gesamtösterreichische Universitätsentwicklungsplan läuft über zwei
Leistungsvereinbarungsperioden und wurde nach eingehenden Gesprächen
mit der uniko intensiv diskutiert und in enger Abstimmung mit dem
Wissenschaftsrat erstellt. Zusätzlich ist in das Ergebnis ein
schriftlicher Konsultationsprozess eingeflossen, an dem sich
insgesamt 42 hochschulische Institutionen beteiligt haben. Neben acht
Systemzielen enthält das Dokument auch ein Basisziel zur
Finanzierung. "Mit 9,7 Milliarden Euro ist das Universitätsbudget für
die kommenden drei Jahre so hoch wie noch nie. Diesen finanziellen
Wachstumskurs müssen wir auch für die Leistungsvereinbarungsperiode
ab 2019 gewährleisten. Ergänzend zu den öffentlichen Ausgaben braucht
es eine Steigerung der privaten Mittel und eine konsequente
Ausschöpfung vorhandener Effizienzpotentiale an den einzelnen
Einrichtungen", so Mitterlehner.

Rund 81 Prozent der Studierenden absolvieren ihr Studium an einer
öffentlichen Universität, damit nimmt dieser Sektor eine maßgebliche
Rolle in der hochschulpolitischen Ausrichtung ein. Langfristig soll
daher die Differenzierung und Diversifizierung des Hochschulsystems
durch Abstimmung des Studienangebots und interinstitutioneller
Clusterbildung im Forschungsbereich weiter gestärkt werden. "Unser
Ziel ist es, dass das Studienangebot zwischen den Universitäten, aber
auch mit Fachhochschulen, besser koordiniert wird. Nicht die Anzahl
der Fächer an einem Standort ist entscheidend, sondern die Qualität
die man anbieten kann", erklärt Mitterlehner. Als erster Schritt
werden ab 2016 daher auch gemeinsam mit der Hochschulkonferenz
rahmengebende Grundsätze für die sektorale Differenzierung
erarbeitet, die langfristig zu einer besseren Studienabstimmung
zwischen den einzelnen Hochschultypen führen soll. Ein weiteres Ziel
des Plans ist die Erhöhung der Qualität der universitären Lehre z.B.
durch Verbesserung der Didaktik oder Berücksichtigung des
Hochschulprofils und der Persönlichkeitsbildung der Studierenden. In
der Curricula-Gestaltung werden berufsvorbildende Fähigkeiten (z.B.
Entrepreneurship) und lebensbegleitendes Lernen gestärkt und im Zuge
der Pädagog/innenbildung sollen die vorhandenen Ressourcen aller
betroffenen Hochschulen in vier Verbundregionen gebündelt werden.

Ein weiteres Systemziel befasst sich mit der Verbesserung relevanter
Leistungskennzahlen des Lehrbetriebes. Die Betreuungsrelation in
stark nachgefragten Studienfeldern soll verbessert, die Zahl an
prüfungsaktiven Studien gleichzeitig erhöht werden. Der gö UEP strebt
200.000 prüfungsaktive Studien am Ende der nächsten LV-Periode
(Studienjahr 2017/18) an, rund 18.500 bzw. zehn Prozent mehr als im
Studienjahr 2014/15. Für die übernächste LV-Periode werden
Steigerungen um nochmals fünf Prozent angepeilt (210.000
prüfungsaktive Studien), dadurch sollte sich der Anteil der
prüfungsaktiven Studien an den belegten Studien von derzeit 52 auf 56
Prozent (2020/21) erhöhen. Die bestehenden Zugangsregelungen in
Kombination mit den Maßnahmen zur Verbesserung der
Betreuungssituation sind Instrumente, um bis 2017/18 eine Erhöhung
der Abschlussquote um zehn Prozent zu erreichen.

"Selbstverständlich wollen wir unseren talentierten
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch weitere
Entwicklungsmöglichkeiten geben und attraktive berufliche
Perspektiven bieten. Aufbauend auf der jüngsten Novelle zum
Universitätsgesetz werden wir daher weitere Schritte setzen, um
einerseits die Qualität der Doktoratsprogramme weiter anzuheben und
andererseits die Durchlässigkeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
weiter zu fördern", sagt Mitterlehner. Ebenfalls im Plan definierte
Ziele sind: Stärkung der Grundlagenforschung (etwa durch die Bildung
künftiger FWF-Programme oder bessere Bündelung vorhandener
Einrichtungen), Ausbau des Wissens- und Innovationstransfers und der
Standortvorteile (z.B.: Open-Access, Erweiterung der
Großforschungsinfrastruktur-Datenbank, Verwertungsstrategien),
Förderung sozialer Inklusion sowie Geschlechtergerechtigkeit und
Diversität an der Universität (z.B.: Nationale Strategie zur sozialen
Dimension, ausgewogene Geschlechterrepräsentanz an Universitäten).
Zudem sollen bis zum Jahr 2021 bereits 120.000 Studierende (aktuell
rund 80.000) von österreichischen Hochschulen an ERASMUS+
teilgenommen haben und die Stärkung der Internationalisierung an den
Universitäten weiter vorangetrieben werden.

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