• 02.12.2015, 09:00:01
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OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa im November verschlechtert

Insbesondere Direktinvestoren aus dem Bankensektor zeigen sich hinsichtlich des Mittelosteuropa-Geschäftes weniger zuversichtlich

Utl.: Insbesondere Direktinvestoren aus dem Bankensektor zeigen sich
hinsichtlich des Mittelosteuropa-Geschäftes weniger
zuversichtlich =

Wien (OTS) - Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE)
verschlechtert sich in der November-Erhebung 2015 um 0,8 Punkte auf
84,9 (Basisjahr 2007=100). Gründe dafür sind sowohl die
verschlechterte aktuelle Geschäftslage der Beteiligungen in der
Region als auch die pessimistischen Geschäftserwartungen für die
kommenden sechs Monate. Vor dem Hintergrund dieser gedämpften
Grundstimmung ist auch die Bereitschaft der Direktinvestoren, neue
Standorte in der Region aufzubauen, gegenüber der letzten Erhebung
leicht gesunken. Bei bestehenden Tochterunternehmen wird hingegen
überwiegend auf Konsolidierung gesetzt: 77 % der Beteiligungen sollen
unverändert beibehalten werden.

Auf Ebene der einzelnen Volkswirtschaften weisen Polen, Tschechien
und Rumänien wie auch in den vorangehenden Erhebungen das beste
Geschäftsklima auf. Allerdings hat sich auch hier die Stimmung seit
der August-Erhebung eingetrübt. Am schlechtesten schneiden
unverändert Russland und die Ukraine ab.

Link zur Grafik: http://www.ots.at/redirect/oekb5

Quelle: OeKB RAI/Research Services

Zukunftsaussichten im Bankensektor getrübt

Einer deutlichen Verschlechterung des Mittelosteuropa-Geschäfts sehen
sich die Banken gegenüber: Der Geschäftsklima-Index für diese Branche
sinkt im November um 4,1 Punkte auf 80,3. Vor dem Hintergrund der
Umbrüche in der heimischen Bankenlandschaft sind insbesondere die
Zukunftserwartungen der befragten österreichischen Headquarter
hinsichtlich der Entwicklung ihres MOE-Geschäftes deutlich
zurückhaltender als noch drei Monate zuvor: Der entsprechende Index
verschlechtert sich gegenüber der August-Erhebung um 6,4 Punkte.

Die negative Stimmung im Bankensektor spiegelt sich auch in der
Einschätzung der Standortattraktivität Österreichs als Drehscheibe
für das MOE-Geschäft wider: 37 % der Headquarter geben an, die
Standortqualität habe sich während des vergangenen Jahres
verschlechtert, während kein einziges der befragten Headquarter eine
Verbesserung sieht. Insbesondere die im europäischen Vergleich
relativ hohen österreichischen Bankensteuern dürften diese
Einschätzung maßgeblich beeinflusst haben.

Stimmungsverbesserung in der Immobilienbranche

Deutlich aufgehellt hat sich das Geschäftsklima im Immobiliensektor:
Der Geschäftsklima-Index verbessert sich konkret um 3 Punkte auf
83,8. Besonders die Geschäftsperspektiven im kommenden Halbjahr
werden von den Direktinvestoren positiv gesehen: Für knapp die Hälfte
der Tochterunternehmen in der Region wird eine Verbesserung des
Geschäftsganges in den nächsten sechs Monaten erwartet, während nur
für 3 % der Beteiligungen von einer schlechtere Performance
ausgegangen wird. Der Index der Geschäftserwartungen für die
Immobilienbranche verbessert sich dementsprechend um 6,7 Punkte.

Russlands Wirtschaft weiterhin in der Rezession

Nachdem sich die Direktinvestoren in den vergangenen zwei
Erhebungsperioden hinsichtlich der Wirtschafts- und Geschäftslage in
Russland etwas optimistischer als zuvor zeigten, hat sich das
Geschäftsklima im November verschlechtert und liegt aktuell bei einem
Indexwert von 69,0. Zum Vergleich: In der Januar-Erhebung 2014 – und
somit unmittelbar vor Beginn des Russland-Ukraine-Konfliktes – führte
Russland mit einem Indexwert von 88,9 Punkten noch neben Polen das
Länderranking hinsichtlich des Geschäftsklimas in MOE an.

Derzeit befindet sich die russische Wirtschaft in einer Rezession,
die nach aktuellen Einschätzungen voraussichtlich auch im kommenden
Jahr anhalten wird. Knapp ein Drittel der Direktinvestoren erwartet
sogar eine weitere Verschlechterung der konjunkturellen Lage.
Finanzierungsengpässe, Produkt- und Unternehmenssanktionen der EU
sowie der Ölpreis- und Rubelverfall wirken sich nachhaltig auf das
Geschäft in Russland aus. Dies ist insbesondere für Direktinvestoren
aus der Industrie spürbar: Der Geschäftsklima-Index für Russland
verschlechtert sich in diesem Bereichen im November um 5,5 Punkte auf
einen Indexwert von 71,1. Der starke Einbruch von Investitionen und
Konsum lässt zudem wenig Hoffnung auf eine baldige Wendung zum
Positiven zu: Die Geschäftserwartungen der Industrieunternehmen für
das Russland-Geschäft fallen dementsprechend noch pessimistischer aus
als im August 2015.

Über den OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE)

Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE) basiert auf
vierteljährlichen Primärerhebungen unter rund 400
Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in Österreich, die
zu rund 1.900 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa
befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der
Direktinvestoren zur aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen
hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den
Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und
Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der
Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das
Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur
allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.

Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa bietet differenzierte
Analysen nach Ländern, Branchen und Unternehmensgrößen. Als Ergebnis
stehen der Wirtschaft Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe
Aussagen und Prognosen unter anderem über den Geschäftserfolg von
Direktinvestoren in einzelnen Ländern Mittelosteuropas und in der
Gesamtregion ermöglichen.

Über die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft
(OeKB)

Die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft (OeKB) ist
Österreichs zentraler Finanz- und Informationsdienstleister für
Exportwirtschaft und Kapitalmarkt. Ihre speziellen Services stärken
den Standort Österreich und unterstützen die Wirtschaft im globalen
Wettbewerb. Die vielfältigen Dienstleistungen stehen Unternehmen und
Finanzinstitutionen sowie Einrichtungen der Republik Österreich zur
Verfügung.

Die OeKB handelt sektorübergreifend, zentral, neutral und in
Übereinstimmung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik. Das 1946 gegründete
Spezialinstitut steht im Eigentum von Kommerzbanken mit Sitz in
Österreich.
www.oekb.at

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