• 01.12.2015, 18:39:15
  • /
  • OTS0237 OTW0237

Faymann und Schönborn bekräftigen Flüchtlingshilfe

Adventempfang von Bundeskanzler Werner Faymann und Kultusminister Josef Ostermayer für Kirchen und Religionsgesellschaften im Bundeskanzleramt - Kardinal Schönborn: "Schweres Unrecht, Flüchtlinge als Terroristen zu diskriminieren"

Utl.: Adventempfang von Bundeskanzler Werner Faymann und
Kultusminister Josef Ostermayer für Kirchen und
Religionsgesellschaften im Bundeskanzleramt - Kardinal
Schönborn: "Schweres Unrecht, Flüchtlinge als Terroristen zu
diskriminieren" =

Wien (KAP) - Verantwortungsträger in Staat, Kirchen und Religionen
eint der Einsatz für Menschen auf der Flucht. Das unterstrichen
Bundeskanzler Werner Faymann und Kardinal Christoph Schönborn beim
Adventempfang für Vertreter der Kirchen und Religionsgesellschaften
Österreichs, zu dem der Kanzler gemeinsam mit Kultusminister Josef
Ostermayer am Dienstagabend geladen hatte. Es sei in Zeiten wie
diesen nicht einfach, so Bundeskanzler Faymann vor Journalisten, das
Recht auf Asyl zu verteidigen. Umso mehr danke er den Kirchen und
Religionen für ihre Unterstützung und das gute Verhältnis zu ihnen.
Er plädierte für Solidarität, Menschlichkeit und einen respektvollen
Umgang miteinander.

Menschlichkeit und Ordnung seien durchaus miteinander vereinbar,
zeigte sich Faymann zudem beim Empfang im Rahmen des interreligiösen
Dialogs im Bundeskanzleramt überzeugt.

Asyl sei kein Gnadenakt sondern ein Menschenrecht für all jene, die
Schutz brauchen, mahnte Kardinal Christoph Schönborn. Freilich
brauche es dafür auch eine entsprechende rechtsstaatliche Prüfung.
Die derzeitige Situation sei schwierig, aber durchaus bewältigbar,
zeigte sich der Kardinal überzeugt.

Einig waren sich Faymann und Schönborn darin, dass sich Österreich
durch ein gutes Miteinander zwischen Staat, Kirchen und Religionen
auszeichne. Der Dialog sei Garant für dieses gute Verhältnis. Der
Bundeskanzler dankte Kardinal Schönborn für dessen klare Linie in der
Flüchtlingsfrage. Der Kardinal erwiderte diesen Dank.

"Niemand begibt sich freiwillig auf die Flucht"

Schönborn sprach bei der anschließenden Begegnung von einem "schweren
Unrecht", wenn Flüchtlinge als Terroristen diskriminiert würden.
"Niemand begibt sich freiwillig mit Kindern auf die Flucht und kein
Terrorist setzt sich in ein Schlauchboot, um unter Lebensgefahr das
Meer zu überqueren", so Schönborn wörtlich und weiter: "Wir müssen
uns davor hüten, dass der Terror, der Realität ist, einer ganzen
Gruppe oder Religion angelastet wird."

Der Missbrauch der Freiheit dürfe nicht dazu führen, "dass wir die
Freiheit abschaffen"; die terroristische Bedrohung dürfe nicht dazu
führen, "dass wir unsere Grenzen und Herzen schließen", appellierte
der Kardinal.

Er erinnerte u.a. auch an den Gedenkgottesdienst Ende August im
Stephansdom für die auf der Flucht zu Tode gekommenen Flüchtlinge und
betonte einmal mehr: "Es ist für Österreich keine Schande, wenn es zu
einem sicheren Land für Flüchtlinge geworden ist."

Der Wiener Erzbischof verwies weiters auch an den jüngsten Besuch von
Papst Franziskus in Afrika, wo dieser mehrmals betont hatte, "dass
wir alle Brüder und Schwestern dieser einen Welt sind".

Weihnachten sei ein Realsymbol "für das große und deutliche Ja Gottes
zur Menschheitsfamilie", so der Wiener Erzbischof. Das Fest zeige
vielleicht am deutlichsten auch die große Sehnsucht der Menschen nach
Frieden und Gerechtigkeit. Doch wenn man genau auf die Geburt Jesu
sieht, dann werde deutlich, dass Jesus unter prekären Verhältnissen
zur Welt kam und selbst bald zum Flüchtling wurde, gab Schönborn zu
bedenken.

Unter den zahlreichen kirchlichen und religiösen Amtsträgern beim
Empfang waren u.a. der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios
Kardamakis, der koptische Bischof Anba Gabriel, der evangelische
Bischof Michael Bünker und die katholischen Bischöfe Klaus Küng,
Ludwig Schwarz, Anton Leichtfried, Stephan Turnovszky und Franz
Scharl. Die Orden waren an erster Stelle durch die Präsidentin der
Vereinigung der Frauenorden, Beatrix Mayrhofer, und den Vorsitzenden
der Superiorenkonferenz, Christian Haidinger, vertreten. Weitere
Gäste waren u.a. der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft
in Österreich (IGGiÖ), Fuat Sanac, und Oberrabbiner Paul Chaim
Eisenberg.

((ende)) GPU/PWU
Copyright 2015, Kathpress (www.kathpress.at). Alle Rechte vorbehalten

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel