- 25.11.2015, 08:54:10
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ÖH Uni Wien zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen*
Gewalt hat viele Gesichter und macht auch vor Hochschulen nicht Halt
Utl.: Gewalt hat viele Gesichter und macht auch vor Hochschulen
nicht Halt =
Wien (OTS) - Dass Gewalt gegen Frauen* auch vor Universitäten keinen
Halt macht, zeigen zum Beispiel die Vorwürfe gegen einen Professor an
der Wirtschaftsuniversität Wien. Dieser soll seit dem Jahr 2006 (!)
Studentinnen und Kolleginnen belästigt haben. Erst nach langem
Drängen fühlte sich das Wissenschaftsministerium nun doch bemüßigt,
bei der Staatsanwält_innenschaft eine Prüfung einzuleiten, ob durch
die Handlungen des Professors ein Straftatbestand erfüllt wurde.
"Dass die Uni mit diesem Schritt so lange gewartet hat und der
Professor auch von der Disziplinarkommission nur zu einer Geldstrafe
verdonnert und nicht entlassen wurde, zeigt, dass Gewalt gegen
Frauen* einfach nicht für ein sehr großes Problem gehalten wird",
kritisert das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien das Vorgehen.
Wichtig ist: Die Gesellschaft muss Erfahrungen von Betroffenen
ernstnehmen. "Es ist kein Problem, das ein paar Menschen betrifft,
sondern es betrifft uns alle. Als feministische
Studierendenvertretung ist es uns wichtig, dies immer wieder
aufzuzeigen. Denn wir können das Problem nur lösen, wenn es auch als
solches gesehen wird", erklärt das Vorsitzteam. Der 25. November ist
der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen*, den es seit 1981
gibt. Gewalt gegen Frauen* ist weltweit die häufigste
Menschenrechtsverletzung. Eine Erhebung der EU-Grundrechtsagentur
(FRA) hat ergeben, dass eine von drei Frauen* in der EU seit ihrem
15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren hat. Das
sind insgesamt 37 Millionen Frauen* allein in der Europäischen Union.
Gewalt meint aber nicht nur physische oder psychische, sondern auch
strukturelle und ökonomische Gewalt. Verwehrter Zugang zu gemeinsamen
Geldmittel in der Partner_innenschaft, ökonomische Ungleichheiten,
Verweigerung eines getrenntes Kontos, etc. sind nur möglich, weil
Frauen* ökonomisch immer noch schlechter gestellt sind als Männer*.
Es fehlt auch immer noch an einer entsprechenden Sensibilisierung von
Berufsgruppen, die mit von Gewalt betroffenen Frauen* zu tun haben,
beispielsweise Richter_innen, und an der tatsächlichen Umsetzung und
Anwendung der vorhandenen Gesetze.
„Wir sind frei und wild, weder Dienerinnen* noch Freiwild. Feuer und
Flamme dem Patriachat! Kampf der Gewalt an Frauen* – im Alltag, bei
der Arbeit und im Staat!“
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