• 24.11.2015, 11:16:46
  • /
  • OTS0114 OTW0114

AK fordert Aktionsplan: Mehr freie Stadträume für alle

Das wachsende Wien muss jetzt klare Regeln aufstellen, um den öffentlichen Raum künftig gut zu nutzen

Utl.: Das wachsende Wien muss jetzt klare Regeln aufstellen, um den
öffentlichen Raum künftig gut zu nutzen =

Wien (OTS) - „Straßen, Plätze, Grünflächen, städtische Treffpunkte
gehören allen“, sagt der Leiter der AK Abteilung Kommunalpolitik,
Thomas Ritt. Aber immer mehr Flächen werden kommerziell genutzt, als
Schanigärten, als Veranstaltungsfläche, als Lager für Baumaterial
oder Waren und fehlen dann für andere Nutzungen wie Spielplätze,
Ruhezonen, Sitzbänke, kurz Treffpunkte für Menschen in der Stadt.
Wien wächst. Weil sich immer mehr Menschen denselben Raum teilen
werden steigt der Druck. Es braucht mehr öffentlichen Raum, der frei
zugänglich für alle ist. Und dieser öffentliche Raum muss so
gestaltet werden, dass sich die Menschen gerne darin aufhalten. „Es
geht darum, die Lebensqualität im wachsenden Wien für alle zu sichern
und zu verbessern“, so Ritt. Das jetzt vorliegende Wienprogramm
bleibt beim Zukunftsthema öffentlicher Raum zu vage und ohne klare
Maßnahmen und Umsetzungsziele. „Es braucht einen Aktionsplan, der
eine faire Verteilung sicherstellt und attraktive Treffpunkte und
Freiflächen für alle in ganz Wien langfristig sichert“, fordert Ritt.
Denn bis zum Jahr 2030 muss die Stadt einen attraktiven, lebenswerten
Stadtraum für über zwei Millionen Wienerinnen und Wiener
sicherstellen. „Das Miteinander in der Stadt wird geprägt davon, wie
Gehsteige, die Straße, die Innenhöfe, Grünflächen gestaltet werden
und wem sie zur Verfügung stehen“, sagt Ritt. „Wenn wir das gute
Lebensgefühlt in Wien erhalten und entwickeln wollen, reicht nicht
ein bisserl Grün hier und ein bisserl Fußgängerzone dort.“

Mehr Bedarf gibt es jetzt schon
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren wird in Wien
allein in den nächsten 10 Jahren um 30.000 ansteigen. Sie brauchen
Sport- und Spielplätze und Treffpunkte, die nichts kosten. Schon
jetzt sagen in einer AK Befragung von jungen WienerInnen zwischen 15
und 30 Jahren: 45 Prozent wollen mehr Grün, etwa 40 Prozent wünschen
sich mehr Aufenthaltsflächen, weitere 36 Prozent wollen mehr
Sporthallen oder Sportplätze nutzen, ohne an einen Verein gebunden zu
sein.

Auch die Zahl der älteren StadtbewohnerInnen steigt: Schon im Jahr
2025 werden 50.000 WienerInnen mehr als heute über 75 Jahre sein. Sie
brauchen Ruhezonen, Freiflächen, Raum um sich zu bewegen, ähnlich wie
die Jungen oder die Familien.

Die AK will einen klaren Aktions-Plan für den öffentlichen Raum

+ Straßen, Gehsteige, Plätze und Grünflächen müssen als Lebensraum
begriffen und dementsprechend gestaltet werden. Ein gutes Miteinander
in der Stadt hängt ganz entscheidend davon ab, ob diese Räume für
alle zugänglich und attraktiv gestaltet werden.
+ Gastgärten gehören zu Wien. Aber nicht überall und wenn, dann zu
fairen Preisen: In Fußgängerzonen oder Freizeitzonen wie etwa am
Donaukanal muss ein klares Gleichgewicht zwischen kommerzieller und
nichtkommerzieller Nutzung gesichert werden. Bei der Genehmigung
kommerzieller Nutzungen muss mindestens die Hälfte des
Aufenthaltsraum auch ohne kommerzielle Nutzung gesichert werden.

+ Der öffentliche Raum gehört allen. Die kommerzielle Nutzung muss
fair bezahlt werden. Die Stadt Wien verlangt etwa für die Nutzung von
Straßenräumen für Gastgärten oder für die Lagerung von Baumaterial
oder Waren im Vergleich zu Schweizer Städten relativ wenig. So liegen
die Kosten für die Einrichtung von Schanigärten im überwiegenden Teil
des Stadtgebiets bei 1 Euro pro Quadratmeter/Monat und decken kaum
den Verwaltungsaufwand. Hier braucht es faire Preise, die auch die
Kosten beinhalten, die der Allgemeinheit durch den Verzicht auf
Freiflächen entstehen. Die Einnahmen sollten zur Gestaltung von nicht
kommerziellen, öffentlichen Freiräumen genutzt werden.

+ Die Konflikte um die Nutzung von SchaniGärten nehmen zu. Im
Interesse der AnwohnerInnen müssen deshalb die zeitlichen Grenzen für
die Schani-Gärtennutzung beibehalten werden.

+ Junge Leute brauchen attraktive Freiflächen, für deren Benutzung
man nichts bezahlen muss, insbesondere in den dichter bebauten
Stadtregionen. Gute Beispiele gibt es schon: Etwa in den
Fußballkäfigen am Gürtel. Diese Möglichkeiten muss Wien noch mehr
nutzen.

+ Schulturnhallen und Schulsportplätze stehen oft nach dem Unterricht
und das ganze Wochenende leer, während die WienerInnen dringend
Bewegungsräume brauchen: Dafür sollten Schulturnhallen und
Schulsportplätze mehr geöffnet werden. Da gibt es auch noch
unterschiedliche rechtliche Voraussetzungen bei Bundes- und
Landesschulen. Die AK fordert daher einen zentralen Ansprechpartner,
etwa im Stadtschulrat. Der soll helfen, jungen Leuten und nicht nur
Vereinen unbürokratisch und schnell Sportmöglichkeiten zu vermitteln.

+ Nur eine Wiese oder Fläche frei zu halten, reicht nicht mehr: Die
Gestaltung öffentlicher Treffpunkte muss zu den Menschen passen, die
man dort erreichen will. Öffentlicher Raum braucht Qualität.

+ Der öffentliche Raum darf nicht privatisiert werden. Wenn private
Eigentümer öffentlich zugängliche Zonen schaffen, gilt die private
Hausordnung, nicht mehr die Freiheit, die auf Straßen und Plätzen
einer Stadt selbstverständlich ist. Deshalb muss die Oberhoheit über
den öffentlichen Raumes eine öffentliche Aufgabe bleiben.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel