• 24.11.2015, 10:31:24
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Schwarzmann: Schutz vor Lebensmitteltäuschung umsetzen und auch kontrollieren

ARGE Bäuerinnen fordern mehr Kontrollen bei Umsetzung des Täuschungsschutzes

Utl.: ARGE Bäuerinnen fordern mehr Kontrollen bei Umsetzung des
Täuschungsschutzes =

Wien (OTS) - Österreichs Bäuerinnen sind kompetente
Ansprechpartnerinnen für Konsumenten, wenn es um Lebensmittelherkunft
geht. Mit der bundesweiten Aktion "Bauernbrot muss Brot vom Bauern
bleiben!" wurden im Vorjahr 43.000 Unterschriften mit dem Ziel
gesammelt, eine eindeutige und verpflichtende Herkunftsinformation
für Verbraucher umzusetzen. "Mit den neuen Änderungen im
Österreichischen Lebensmittelkodex wird die missbräuchliche
Verwendung des Begriffes 'Bauer' bei der Lebensmittelkennzeichnung
untersagt. Die Auflagen für gewerbliche Hersteller für eine
täuschungsfreie Aufmachung im Falle eines 'Bauern'-Produktes wurden
verschärft. Um eine lückenlose Umsetzung in der Praxis zu sichern,
sind regelmäßige Kontrollen notwendig", verweist Bundesbäuerin Andrea
Schwarzmann, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Österreichische
Bäuerinnen in der LK Österreich, auf die erfolgreiche
LK-Unterschriftenaktion.

LK-Unterschriftenaktion mit Unterstützung der ARGE Bäuerinnen

Die LK-Unterschriftenaktion hat zu Änderungen im Österreichischen
Lebensmittelkodex geführt. Der Begriff "Bauer" darf von nicht
agrarischen Betrieben nur mehr für bestimmte typisch bäuerliche
Rezepturen verwendet werden. "Für ein Bauernbrot ist Natursauerteig
zu verwenden, aber kein Aufbackteigling und keine Backmischung.
Begriffe wie 'Alm- und Bauernbutter' wurden komplett gestrichen.
Gemäß Kodex Fleisch darf die Bezeichnung 'Bauer' im Produktnamen nur
mehr verwendet werden, wenn nach bestimmten Methoden produziert wird,
wie zum Beispiel trocken pökeln, kalträuchern und starke
Abtrocknung", so die Bundesbäuerin weiter. Damit wurde erreicht, dass
alle Bezeichnungen, die Qualität vom Bauern vortäuschen und
Österreichs Konsumenten irreführen, nicht mehr erlaubt sind.

Österreichs Bäuerinnen sind kompetente und überaus glaubwürdige
Ansprechpartnerinnen, wenn es um Lebensmittelqualität geht. Ein
Schwerpunkt ihrer Öffentlichkeitsarbeit ist die Information der
Konsumenten über die hohe Qualität und den Wert heimischer
Nahrungsmittel aus bäuerlicher Produktion. Bäuerinnen wissen am
besten Bescheid wieviel Zeit, Arbeit, Energie und Betriebsmittel in
einem wertvollen Lebensmittel stecken. Es müssen Natur, Wetter und
Arbeitseinsatz gut abgestimmt sein, um kontinuierlich genügend
Produkte in hoher Qualität zu liefern. "Nach wie vor ist es beim
Lebensmitteleinkauf nicht immer leicht, gleich auf den ersten Blick
heimische Qualität vom Bauern zu erkennen. Bestimmte urige
Bezeichnungen wie etwa Almbua-Butter, Bauernwurst oder Bergbauernbrot
sind nun für industriell oder gewerblich hergestellte Produkte nicht
mehr erlaubt, weil sie den Konsumenten eine bäuerliche Produktion
vortäuschen. Die Verschärfung der geltenden Regeln für den
Täuschungsschutz erfordert eine verstärkte Kontrolle der bestehenden
Kennzeichnungen, um die Verbraucher vor Täuschungen und Irreführungen
künftig noch besser zu schützen", fordert die Bundesbäuerin
abschließend.

Die LK-"Unterschriftenaktion Bauernbrot" hat zu folgenden
Ergebnissen geführt: Streichung der generellen Ausnahmen vom
Täuschungsschutz für "Bauer"-Produkte im Fleisch- und Backwarenkodex;
die Rezeptur für Bauernbrot wurde nach deutschem Vorbild verschärft -
Bauernbrot darf nur mit Sauerteig (vorher auch aus Backmischung)
erzeugt werden; Bauernbrot nicht als Aufbackteigling; nur noch ein
Rezeptur für Bauernbrot statt bisher zwei; Alm- und Bauernbutter
wurden im Milchlodex komplett gestrichen und schließlich wurden die
Auflagen für gewerbliche Hersteller für die täuschungsfreie
Aufmachung im Falle eines "Bauern"-Produkts verschärft.

Die weiteren konkreten Forderungen der ARGE Bäuerinnen lauten nun:
Produktbezeichnung "Bauer" oder ähnliche Bezeichnungsformen bei
Lebensmitteln nur für Produkte bäuerlicher Erzeugung; verstärkte
Kontrolle bestehender Lebensmittelkennzeichnungen unter dem Aspekt
des Täuschungsschutzes; klarer und kontrollierter Vollzug der
bestehenden Täuschungsregeln und die missbräuchliche Verwendung der
"bäuerlichen Herkunft" ist von nichtbäuerlichen Betrieben zu
unterlassen.

Über die ARGE österreichische Bäuerinnen

Die Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen
(www.baeuerinnen.at) wurde 1972 gegründet und vertritt die Interessen
von rund 130.000 heimischen Bäuerinnen. Die Koordinierung der in
allen Bundesländern vertretenen ARGE erfolgt in der LK Österreich.
Die Vorsitzende der ARGE, Andrea Schwarzmann, ist Bergbäuerin im
Biosphärenpark Großes Walsertal, Vorarlberg und bewirtschaftet in
Raggal einen Bergbauernhof mit Milchwirtschaft und Alpwirtschaft. Sie
lebt mit ihrer Familie am Bauernhof in Raggal beziehungsweise ab Juni
auf der Alpe Steris im Biosphärenpark Großes Walsertal, wo sie auch
einen Alpausschank betreibt. Die Milch der Kühe auf der Alpe Steris
wird direkt vor Ort zu Butter und Bergkäse verarbeitet.
(Schluss)

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