Imperiale Pferde erobern das MQ-Areal zurück: TONSPUR präsentiert „Pferdemusik“ aus der Spanischen Hofreitschule im Q21

Wien (OTS) - In der Mehrkanalkomposition „Morgenarbeit – Eine Hippodromophonie“ beschäftigt sich Maurice de Martin (GER), Artist-in-Residence des Q21/MuseumsQuartier, mit der ursprünglichen Nutzung des heutigen MQ als kaiserliche Hofstallungen. Ausgangspunkt für seine Arbeit sind dabei die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule in Wien. Ab Montag 30.11. ist die Komposition in der TONSPUR_passage im Q21/MuseumsQuartier zu hören. Eröffnung ist am Sonntag 29.11., 17h.

Mit der „TONSPUR für einen öffentlichen raum“ besitzt das MQ seit 2006 eine eigene Themenpassage, in der Klangarbeiten internationaler KünstlerInnen, kuratiert von Georg Weckwerth, in der Klangarchitektur von Peter Szely präsentiert werden.

Das Areal des heutigen MuseumsQuartier wurde im 18. Jahrhundert als Hofstallung für die kaiserlichen Pferde errichtet. Heute erinnert nur noch der Torschmuck mit den Pferdeköpfen über den Passagen an die langzeitliche Präsenz hunderter edler Pferde. Um die BesucherInnen des MQ auf diese ursprüngliche Funktion aufmerksam zu machen – sowie anlässlich des 450. Jubiläums der Spanischen Hofreitschule – wurde der Berliner Künstler und Musiker Maurice de Martin eingeladen, eine Komposition für die TONSPUR_passage im Q21/MuseumsQuartier zu realisieren.

Als Grundlage für seine Komposition dient dem Artist-in-Residence de Martin ein Archiv von Feldaufnahmen, das er in der Spanischen Hofreitschule in Wien sowie im Lipizzanergestüt Piber (Stmk) und im Trainingszentrum Heldenberg (NÖ) in unmittelbarer Nähe zu den weltberühmten Lipizzanern und den Menschen, die täglich mit den Pferden arbeiten aufgenommen hat. Von der Generaldirektorin Elisabeth Gürtler über den 1. Oberbereiter Wolfgang Eder, Oberbereiter Andreas Hausberger, die Bereiter Christian Bachinger, Marcus Nowotny und Florian Zimmermann bis hin zur Bereiter-Anwärterin Hannah Zeitlhofer, Oberstallmeister Johannes Hamminger, Elevin Theresa Stefan, Lehrling Bianca Wittmann sowie Alexander Welle, Gerriet Korthals und Wolfgang Eberhart vom Gestütspersonal in Piber und Hermann Illk und Jaqueline Riegler vom Trainigszentrum Heldenberg stammen die O-Töne.

Das Schnauben, Stampfen, Wiehern, die rhythmischen Bewegungsabläufe der Pferde sowie die direkten Interaktionen der Profis mit ihren Schützlingen sind eine durchgehende Konstante der Mehrkanal-Komposition. Maurice de Martin geht es in seiner Klangarbeit insbesonders um das komplexe Verhältnis Tier – Mensch, sowie das kunstvolle Zusammenwirken zwischen Pferd und BereiterIn als Tradition und ganz speziellem österreichischen Kulturgut. In seine Komposition fließen daher auch Auszüge aus den zahlreichen Interviews ein, die de Martin mit ganz unterschiedlichen MitarbeiterInnen der Hofreitschule geführt hat und die einen detaillierten, sehr intimen Einblick in den Alltag der Arbeit am und für das Pferd vermitteln.

Ergänzend zur akustischen Komponente gibt es auch eine bildnerisch-theoretische Ebene. In sieben aufeinander folgenden Schaukästen der „TONSPUR_passagengalerie“ ist eine Bildstrecke zu sehen, die die einzelnen Gänge der „Morgenarbeit“ in der Spanischen Hofreitschule nachvollzieht und Einblick in die Aufnahme-Sessions mit den Hengsten, Stuten und Fohlen gewährt.

De Martin lebt in Berlin und ist international als Musiker, Klangkünstler und Komponist, aber auch als Künstler in sozialen und institutionskritischen Kontexten aktiv. In Wien ist er nach zahlreichen Aufführungen (u. a. Wiener Konzerthaus, Wiener Festwochen) mit dem Ensemble „zeitkratzer“ und auch als Mitglied des FWF-Forschungsprojekts „Andere Räume - Knowledge through Art“ bekannt.

TONSPUR 67: Maurice de Martin
„Morgenarbeit – Eine Hippodromophonie“
TONSPUR_passage (zwischen MQ Hof 7 und Hof 8)
30.11. bis 27.02., täglich 10 – 20h
Eröffnung: So 29.11., 17h
www.tonspur.at, www.Q21.at

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