- 20.11.2015, 11:21:28
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Bildungsreform – LR Gerhard Köfer: „Bundesregierung betreibt reinsten Etikettenschwindel“
„Schulautonomie“ stellt leere Worthülse dar. Nein zu Bildungsdirektionen und Modellregionen
Utl.: „Schulautonomie“ stellt leere Worthülse dar. Nein zu
Bildungsdirektionen und Modellregionen =
Klagenfurt (OTS) - „Angekündigte Revolutionen finden nicht statt.“
Mit diesen klaren Worten kommentiert Team Kärnten-Landesrat Gerhard
Köfer die in dieser Woche präsentierten Eckpunkte der Bildungsreform:
„Vom durch die Bundesregierung angekündigten großen Wurf ist rein gar
nichts übrig geblieben. Was Rot und Schwarz zustande gebracht haben,
ist ein einziger Etikettenschwindel auf Kosten zukünftiger
Generationen.“ Köfer kritisiert vor allem den Umstand, dass
„Schulautonomie“ für die Regierung in der Reform nur eine leere
Worthülse darstellt: „Österreich ist gegenwärtig, was eigenständige
Entscheidungsmöglichkeiten in den Schulen betrifft, das Schlusslicht
Europas. An dieser Situation wird auch die Bildungsreform nichts
ändern. Es sollte ein Schuldirektor seine Lehrer selbst auswählen,
anstellen und sich – falls pädagogisch notwendig – auch von
ungeeigneten Kollegen trennen dürfen. Die Regierung räumt den
Direktoren allerdings nicht mehr als ein Vetorecht bei der Aufnahme
von neuem Lehrpersonal ein. Diese Lösung verdient das Prädikat
„Autonomie“ nicht, es gibt keine Selbstbestimmungsmöglichkeiten.“
Köfer sieht aufgrund der Reform die Bildung weiter am Gängelband der
Parteipolitik. „Freiraum für Bildungseinrichtungen, Schüler und
Lehrer sowie Mut sind Begriffe, die in der Reform nicht vorhanden
sind. Vielmehr haben sich SPÖ und ÖVP nur auf den kleinsten
gemeinsamen Nenner geeinigt.“ Die Bildungsdirektionen stellen laut
Köfer den Versuch der Regierung dar, den politischen Einfluss weiter
auszubauen und ihre eigenen Machtpositionen einzuzementieren: „Mit
diesen neuen Einrichtungen werden die Landeshauptleute endgültig die
totale politische Kontrolle über das Thema Bildung erhalten.“ Die
geplanten Modellregionen mit Abschaffung der Gymnasien bewertet Köfer
als „teures sozialistisches Bildungsexperiment zu Lasten unserer
Kinder. Wenn an 15 Prozent der Schulstandorte Gymnasien und
Sonderschulen abgeschafft werden und alles in einen Schultyp
gepfercht wird, wird das zwangsläufig dazu führen, dass etliche
Eltern ihre Kinder in teure Privatschulen werden schicken müssen“,
prophezeit Köfer, der in Bezug auf die Modellregionen von einer
„Nivellierung des Bildungsniveaus nach unten“ und einer
„Durchschnittsfalle“ spricht.
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