GLOBAL 2000: Gentechnik-Lachs soll ohne Kennzeichnung auf US-Markt

US-Lebensmittelbehörde erteilt Zulassung, US-Supermärkte und KonsumentInnen dagegen

Washington D.C./Wien (OTS) - Gestern wurde von der US-Arznei- und Lebensmittelbehörde FDA der erste gentechnisch veränderte Lachs der Firma Aqua Bounty als Lebensmittel zugelassen. Der Gentech-Lachs soll ohne Kennzeichnung auf den Markt kommen. Er ist das erste gentechnisch veränderte Tier, das jemals als Lebensmittel zugelassen wurde.

Heidemarie Porstner, Gentechniksprecherin der Umweltorganisation GLOBAL 2000: „Diese Entscheidung ist ein Dammbruch für weitere Lebensmittel von gentechnisch veränderten Tieren. Der Gentech-Lachs ist das beste Beispiel dafür, wie die US-Lebensmittelbehörde agiert – im Sinne der Industrie und nicht im Sinne der Umwelt und der KonsumentInnen.“ 30 weitere gentechnisch veränderte Fische warten neben anderen Tieren wie Kühen in der Pipeline auf ihre Zulassung.

Mangelhafte Sicherheitsbewertung der FDA
Der Gentech-Lachs wurde auch von unabhängigen Wissenschaftlern in den USA als bedenklich eingeschätzt. Laut der Partnerorganisation von GLOBAL 2000, Friends of the Earth US, wurden über die Bedenklichkeit für den Verzehr als Lebensmittel keine ausreichenden Untersuchungen angestellt. Der Gentech-Lachs könnte sich außerdem mit wild lebenden Lachsen kreuzen und in deren Populationen erheblichen Schaden anrichten.

Großer Widerstand in der Bevölkerung und beim Lebensmittelhandel In den USA haben sich bereits mehr als 60 Lebensmittel-Ketten mit 9.000 Läden gegen den Verkauf des gentechnisch veränderten Lachses ausgesprochen. 1,8 Millionen US-BürgerInnen haben eine Petition gegen die Zulassung unterzeichnet. Und laut einer Umfrage der New York Times lehnen 75 Prozent der US-BürgerInnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab.

Gentechnik auch großes Thema in TTIP und CETA
Bei den beiden geplanten Handelsabkommen zwischen der USA bzw Kanada und der EU geht es zentral um die Frage der Lebensmittelstandards. Heidemarie Porstner: „Die Entscheidung der FDA zeigt, wie in den USA mit Lebensmittelsicherheit umgegangen wird. Das sollte einmal mehr ein Warnsignal sein, wenn es während der TTIP-Verhandlungen um die Angleichung bzw das gegenseitige Anerkennen von Lebensmittelstandards geht. Mit den geplanten Abkommen soll auch die EU für mehr und leichtere Zulassung von Gentechnik geöffnet werden. Doch hier, wie in den USA, lehnen die Menschen Gentechnik ab.“

Der Issue Brief von Friends of the Earth zum Thema (englisch):
http://libcloud.s3.amazonaws.com/93/16/8/2826/Issue_brief_Genetically
_engineered_fish.pdf

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Heidemarie Porstner, GLOBAL 2000 Gentechnik-Sprecherin, +43 1 812 57 30 – 52 heidemarie.porstner@global2000.at

Michael Lachsteiner, GLOBAL 2000 Pressesprecher, +43 699 14200020 michael.lachsteiner@global2000.at

Lydia Matzka-Saboi, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, +43 699 14200026
lydia.matzka-saboi@global2000.at

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