- 20.11.2015, 10:39:50
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GLOBAL 2000: Gentechnik-Lachs soll ohne Kennzeichnung auf US-Markt
US-Lebensmittelbehörde erteilt Zulassung, US-Supermärkte und KonsumentInnen dagegen
Utl.: US-Lebensmittelbehörde erteilt Zulassung, US-Supermärkte und
KonsumentInnen dagegen =
Washington D.C./Wien (OTS) - Gestern wurde von der US-Arznei- und
Lebensmittelbehörde FDA der erste gentechnisch veränderte Lachs der
Firma Aqua Bounty als Lebensmittel zugelassen. Der Gentech-Lachs soll
ohne Kennzeichnung auf den Markt kommen. Er ist das erste
gentechnisch veränderte Tier, das jemals als Lebensmittel zugelassen
wurde.
Heidemarie Porstner, Gentechniksprecherin der Umweltorganisation
GLOBAL 2000: „Diese Entscheidung ist ein Dammbruch für weitere
Lebensmittel von gentechnisch veränderten Tieren. Der Gentech-Lachs
ist das beste Beispiel dafür, wie die US-Lebensmittelbehörde agiert –
im Sinne der Industrie und nicht im Sinne der Umwelt und der
KonsumentInnen.“ 30 weitere gentechnisch veränderte Fische warten
neben anderen Tieren wie Kühen in der Pipeline auf ihre Zulassung.
Mangelhafte Sicherheitsbewertung der FDA
Der Gentech-Lachs wurde auch von unabhängigen Wissenschaftlern in den
USA als bedenklich eingeschätzt. Laut der Partnerorganisation von
GLOBAL 2000, Friends of the Earth US, wurden über die Bedenklichkeit
für den Verzehr als Lebensmittel keine ausreichenden Untersuchungen
angestellt. Der Gentech-Lachs könnte sich außerdem mit wild lebenden
Lachsen kreuzen und in deren Populationen erheblichen Schaden
anrichten.
Großer Widerstand in der Bevölkerung und beim Lebensmittelhandel
In den USA haben sich bereits mehr als 60 Lebensmittel-Ketten mit
9.000 Läden gegen den Verkauf des gentechnisch veränderten Lachses
ausgesprochen. 1,8 Millionen US-BürgerInnen haben eine Petition gegen
die Zulassung unterzeichnet. Und laut einer Umfrage der New York
Times lehnen 75 Prozent der US-BürgerInnen gentechnisch veränderte
Lebensmittel ab.
Gentechnik auch großes Thema in TTIP und CETA
Bei den beiden geplanten Handelsabkommen zwischen der USA bzw Kanada
und der EU geht es zentral um die Frage der Lebensmittelstandards.
Heidemarie Porstner: „Die Entscheidung der FDA zeigt, wie in den USA
mit Lebensmittelsicherheit umgegangen wird. Das sollte einmal mehr
ein Warnsignal sein, wenn es während der TTIP-Verhandlungen um die
Angleichung bzw das gegenseitige Anerkennen von Lebensmittelstandards
geht. Mit den geplanten Abkommen soll auch die EU für mehr und
leichtere Zulassung von Gentechnik geöffnet werden. Doch hier, wie in
den USA, lehnen die Menschen Gentechnik ab.“
Der Issue Brief von Friends of the Earth zum Thema (englisch):
http://libcloud.s3.amazonaws.com/93/16/8/2826/Issue_brief_Genetically
_engineered_fish.pdf
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