- 20.11.2015, 09:00:20
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SOS Mitmensch: Integrationsplan: Kurz wiederholt Fehler der Vergangenheit
Ausschluss von AsylwerberInnen von Integrationsmaßnahmen hat negative Folgen
Utl.: Ausschluss von AsylwerberInnen von Integrationsmaßnahmen hat
negative Folgen =
Wien (OTS) - SOS Mitmensch appelliert an Integrationsminister
Sebastian Kurz, die Versäumnisse der Vergangenheit nicht
fortzusetzen. Integrationsmaßnahmen nur für jene zu planen, deren
Asylverfahren bereits abgeschlossen ist, setze zu spät an. Es brauche
Deutschkurse und Qualifizierungsmaßnahmen von Anfang an, anstatt
Monate oder gar Jahre zu warten. Als problematisch für die
Integration bezeichnet die Menschenrechtsorganisation auch das von
der Regierung geplante „Asyl auf Zeit“.
Nicht dazugelernt?
„Minister Kurz ist dabei, den gleichen Fehler zu machen, der vor 50
Jahren bei der Ankunft der ersten ArbeitsmigrantInnen gemacht wurde.
Damals wurde geglaubt, man brauche sich um Integrationsmaßnahmen für
die neu Ankommenden keine Gedanken machen, weil ohnehin ein Großteil
wieder gehen werde. Das war jedoch nicht der Fall. Genauso wenig ist
es heute bei einem Großteil der Asylsuchenden der Fall. Mehr als die
Hälfte bleibt dauerhaft in Österreich und wird zu einem integralen
Bestandteil unserer Gesellschaft", so Alexander Pollak, Sprecher von
SOS Mitmensch.
Paradigmenwechsel nötig
„Umso fataler ist es, wenn Asylsuchende für die gesamte Dauer ihres
oft monate- oder sogar jahrelangen Asylverfahrens aufs
Integrationsabstellgleis gestellt und von geförderten Deutschkursen,
Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsmöglichkeiten ausgeschlossen
werden. Die Auswirkungen dieser Desintegrationspolitik sind
desaströs", kritisiert Pollak und fordert Integrationsminister Kurz
zu einem „dringend notwendigen Paradigmenwechsel" auf.
Zusatzproblem "Asyl auf Zeit"
SOS Mitmensch weist auch auf die negativen Integrationsfolgen der von
der Regierung geplanten Beschränkung der Asylgewährung auf drei Jahre
hin. „Das so genannte „Asyl auf Zeit“ wird nicht nur zu einem enormen
Verwaltungsaufwand, sondern auch zu deutlichen Erschwernissen für die
Integration der hier lebenden Flüchtlinge führen. Auch hier sollte
der Integrationsminister ein Umdenken anregen“, so SOS
Mitmensch-Sprecher Pollak.
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