SOS Mitmensch: Integrationsplan: Kurz wiederholt Fehler der Vergangenheit

Ausschluss von AsylwerberInnen von Integrationsmaßnahmen hat negative Folgen

Wien (OTS) - SOS Mitmensch appelliert an Integrationsminister Sebastian Kurz, die Versäumnisse der Vergangenheit nicht fortzusetzen. Integrationsmaßnahmen nur für jene zu planen, deren Asylverfahren bereits abgeschlossen ist, setze zu spät an. Es brauche Deutschkurse und Qualifizierungsmaßnahmen von Anfang an, anstatt Monate oder gar Jahre zu warten. Als problematisch für die Integration bezeichnet die Menschenrechtsorganisation auch das von der Regierung geplante „Asyl auf Zeit“.

Nicht dazugelernt?

„Minister Kurz ist dabei, den gleichen Fehler zu machen, der vor 50 Jahren bei der Ankunft der ersten ArbeitsmigrantInnen gemacht wurde. Damals wurde geglaubt, man brauche sich um Integrationsmaßnahmen für die neu Ankommenden keine Gedanken machen, weil ohnehin ein Großteil wieder gehen werde. Das war jedoch nicht der Fall. Genauso wenig ist es heute bei einem Großteil der Asylsuchenden der Fall. Mehr als die Hälfte bleibt dauerhaft in Österreich und wird zu einem integralen Bestandteil unserer Gesellschaft", so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

Paradigmenwechsel nötig

„Umso fataler ist es, wenn Asylsuchende für die gesamte Dauer ihres oft monate- oder sogar jahrelangen Asylverfahrens aufs Integrationsabstellgleis gestellt und von geförderten Deutschkursen, Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsmöglichkeiten ausgeschlossen werden. Die Auswirkungen dieser Desintegrationspolitik sind desaströs", kritisiert Pollak und fordert Integrationsminister Kurz zu einem „dringend notwendigen Paradigmenwechsel" auf.

Zusatzproblem "Asyl auf Zeit"

SOS Mitmensch weist auch auf die negativen Integrationsfolgen der von der Regierung geplanten Beschränkung der Asylgewährung auf drei Jahre hin. „Das so genannte „Asyl auf Zeit“ wird nicht nur zu einem enormen Verwaltungsaufwand, sondern auch zu deutlichen Erschwernissen für die Integration der hier lebenden Flüchtlinge führen. Auch hier sollte der Integrationsminister ein Umdenken anregen“, so SOS Mitmensch-Sprecher Pollak.

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