„Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans“ an Barbara Hundegger verliehen

IV-GS Neumayer: Wildganspreis ist Bekenntnis zu Kunst, Literatur und Ansporn für gesellschaftliche Veränderung – Hundeggers Schaffen öffnet seit 20 Jahren große Denkräume

Wien (OTS) - „Seit über einem halben Jahrhundert ist dieser Preis nun schon eine Tradition und ein Bekenntnis zugleich – zur Kunst, zur Literatur und zu ihrem Vermögen, uns neue Perspektiven und Einsichten zu eröffnen, sowie uns zu Veränderungen anzuspornen“, erklärte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, Mittwochabend anlässlich der Verleihung des „Literaturpreises der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans“ an Barbara Hundegger im Wiener Haus der Industrie. Die Autorin öffne mit ihren Werken seit fast 20 Jahren große Denkräume und erfülle damit eine „wesentliche Aufgabe von Kunst und Literatur für jede Gesellschaft. Auch wir weisen beständig auf die Notwendigkeit von Veränderungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hin. Das ist weder angenehm noch bequem – aber es ist notwendig“, zog Neumayer Parallelen zur Industrie.

Hundegger: Große Ehre für mich, schöner Tag für Lyrik insgesamt

„Barbara Hundegger schreibt eine in-medias-res-Literatur, die die Lesenden anpackt, so wie die Autorin die Welt mit ihren Texten anpackt. Ihre Texte konfrontieren uns mit der Realität – laden uns ein, die dialektische Denkweise der Autorin im Erkunden von Welt und Gesellschaft mitzugehen“, stellte die Schriftstellerin Barbara Neuwirth in ihrer Laudatio fest, bevor Barbara Hundegger ihre Auszeichnung aus den Händen von Christoph Neumayer entgegennahm. „Ich habe etwas angefangen, das es mit sich bringt, mit Ingeborg Bachmann und Arno Geiger auf einer Liste zu stehen. Das ist eine große Ehre für mich“, so die Preisträgerin, die nicht nur für sich selbst, sondern „für die Lyrik insgesamt“, einen schönen Tag sah.

Wildgans-Preis wird seit 1962 durch unabhängige Jury vergeben

Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird bereits seit 1962 von einer unabhängigen Jury vergeben. Die Begründung der Jury – bestehend aus Prof. Marianne Gruber (Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur), Univ.-Prof. Dr. Johann Holzner (vorm. Leiter des Brenner-Archivs an der Universität Innsbruck) und Barbara Neuwirth (Schriftstellerin) – für die Auswahl der Schriftstellerin:
„Barbara Hundeggers hoch artifizielle Lyrik öffnet große Denkräume und leitet durch die Kunstfertigkeit des Dialogischen zu neuen Sichtweisen. Die dabei gestaltete Verbindung von Kunst, Politik und Emotion ist ein literarischer Kommentar zu unserer Welt, dessen kluge Feinheit und poetische Raffinesse faszinieren, überraschen und herausfordern.“ Der Anton-Wildgans-Preis geht jährlich an eine österreichische Schriftstellerin oder einen österreichischen Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation, deren bzw. dessen „Schaffen die abschließende Krönung noch erwarten lässt“ und gehört zu den renommiertesten österreichischen Literaturpreisen. Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern befinden sich eine Reihe von prominenten Autorinnen und Autoren der Zweiten Republik wie Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Michael Köhlmeier, Arno Geiger, Barbara Neuwirth, Sabine Gruber, Olga Flor und Norbert Gstrein.

Barbara Hundegger, geboren 1963 in Hall in Tirol, lebt als freie Schriftstellerin in Innsbruck; mehrere Jahre Studium der Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaft in Innsbruck und Wien; langjähriges Engagement in der Autonomen Frauenbewegung; berufliche Tätigkeit als Korrektorin, Lektorin und Redakteurin; Lektorin am Institut für Sprachkunst/Universität für Angewandte Kunst/Wien; mehrfach ausgezeichnet, u.a. Outstanding Artist Award für Literatur (2011), Christine-Lavant-Lyrikpreis (2003), Reinhard-Priessnitz-Preis (1999), Österreichisches Staatsstipendium für Literatur. Zahlreiche Projekte und Veröffentlichungen – zuletzt die Lyrikbände „wie ein mensch der umdreht geht – dantes läuterungen reloaded“ (2014), „schreibennichtschreiben“ (2009), „rom sehen und“ (2006).

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