- 17.11.2015, 14:31:37
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AKS zu Bildungsreform: 1 Schritt nach vorne, 2 Schritte zurück
Aktion Kritischer Schüler_innen begrüßt einige Reformvorhaben, kritisiert aber zu wenig Bewegung in der Reform
Utl.: Aktion Kritischer Schüler_innen begrüßt einige Reformvorhaben,
kritisiert aber zu wenig Bewegung in der Reform =
Wien (OTS) - Verhaltene Reaktionen kommen nach der Präsentation der
Details zur Bildungsreform von der Aktion Kritischer Schüler_innen
(AKS). Positiv bewertet die AKS die Abschaffung der Landesschulräte
und längst überfällige Modernisierungen, wie die Digitalisierung der
Schulen. Bei den Themen Verwaltung und Gesamtschul-Modellregionen
hätte sich Christina Götschhofer, Bundesvorsitzende der AKS,
allerdings mehr Konsequenz in der Umsetzung erwartet. „ Schüler_innen
leiden als die Hauptbetroffenen der Bildungsreform wieder an den
Blockaden der Landeshauptleute und der ÖVP. Anstatt einer
einheitlichen Verwaltung gibt es einen faden Kompromiss, auch die
dringend notwendige Einführung der Gesamtschule wird weiter in ferne
Zukunft verschoben,“ kritisiert Götschhofer.
Kritisch beäugt Götschhofer auch das Thema Schulautonomie. So ist es
zwar erfreulich, dass es mehr Spielräume für neue pädagogische Mittel
gibt. „ Die Möglichkeit, Schüler_innen in der Volksschule auch
abseits von Ziffernnoten zu benoten, ist ein erster Schritt in eine
moderne Leistungsbeurteilung, geht jedoch nicht weit genug“ so
Götschhofer. Dass aber beispielsweise Entscheidungen über die
Gruppengrößen an den einzelnen Schulstandorten getroffen werden, hält
die Vorsitzende aber für einen Schritt in die falsche Richtung.
„Fragen zur Gruppengröße müssen rein nach pädagogischen Aspekten
beantwortet werden. Da kann es nicht sein, dass einzelne Schulen
diese dann aufgrund finanzieller Überlegungen höher legen.“
Ganz grundlegend ist jedoch bei dem Thema Schulautonomie die
Einbindung der Schüler_innen. Hier bemängelt Götschhofer die fehlende
Verankerung der Mitbestimmungsmöglichkeiten. „Schulautonome
Entscheidungen müssen auch von Schüler_innen mitgetragen werden. Es
kann nicht sein, dass Schulautonomie gleichbedeutend ist mit der
Entscheidungsfreiheit der Direktion. Schulautonomie muss der
Startschuss für eine längst überfällige Demokratisierung der Schule
sein!“
Abschließend stellt Götschhofer klar: „Diese Bildungsreform führt in
manchen Bereichen vielleicht in eine gute Richtung. Doch für eine
progressive, demokratische und sozial gerechte Schule des 21.
Jahrhunderts brauchen wir mehr als eine Reform. Für diese brauchen
wir eine Bildungsrevolution“
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