- 17.11.2015, 13:24:00
- /
- OTS0175 OTW0175
Grüne Wien/Ellensohn zu Bildungsreform: „Wir werden jede Chance, die dieses Papier eröffnet, nutzen“
Wien (OTS) - Lob und Kritik zur Bildungsreform der Bundesregierung
kommt von den Grünen Wien. „Es ist zwar nicht der ganz große Wurf
geworden, aber wir begrüßen jede Chance, die Kindern und Jugendlichen
durch diese Reform ermöglicht wird. Jeder Fortschritt ist besser als
der bisherige, rot-schwarze Totalstillstand“, so der Klubobmann der
Grünen Wien, David Ellensohn.
Einen Schritt in Richtung mehr Schulautonomie sehen die Grünen Wien
in der Aufwertung der SchuldirektorInnen, die künftig mehr
Entscheidungsfreiheit und mehr Eigenverantwortung bekommen. Sie
können selbstständig Schwerpunkte setzen und sich das Personal
aussuchen.
Dass die Modellregion „Gemeinsame Schule für alle 10-14jährigen“
nicht für ganze Bundesländer kommen soll, stößt hingegen auf Kritik.
„Wir wollen die Modellregion für ganz Wien, nicht nur für einzelne
Bezirke“, so Ellensohn. „Erst am vergangenen Samstag haben SPÖ Wien
und Grüne Wien den gemeinsamen Regierungsvertrag unterschrieben, in
dem sich beide dazu bekennen, ganz Wien zur Modellregion zu machen.
Wir hoffen, dass die Wiener Sozialdemokratie bei ihrem Weg bleibt“,
so der Grüne. „Wir werden jede Chance, die dieses Papier für Wien
bietet, nutzen. Uns war immer klar, dass ein mutiges Projekt wie die
Modellregion nicht von einen auf den anderen Tag umgesetzt werden und
jahrzehntelanger Stillstand nicht sofort beendet werden kann. Doch
Wien wird nun alle Schritte, die für die Umsetzung notwendig sind,
setzen“, so der Klubobmann.
Ein weiterer Punkt ist der Kindergarten als erste
Bildungseinrichtung. Warum das verpflichtende zweite Kindergartenjahr
eigentlich gar nicht verpflichtend ist („Opt-out“), sei für Ellensohn
nicht nachvollziehbar. Hier drohe Auseinanderdividieren von Kindern
statt die Chance des gemeinsamen Lernens zu nutzen. „Da hat man einen
schwachen Kompromiss gefunden, mit dem alle Beteiligten nicht
glücklich werden“.
Positiv sieht Ellensohn hingegen die Abschaffung der
LandesschuldirektorInnen und deren VizepräsidentInnen: „Damit wurde
eine langjährige grüne Forderung endlich erfüllt. Alles, das hilft,
die alten Proporz-Strukturen zu durchbrechen und durch etwas Neues zu
ersetzen, können wir nur begrüßen“.
„Die Details des Papiers müssen noch bewertet und viele Diskussionen
geführt werden. Für uns steht im jetzt einmal im Vordergrund: Was hat
jedes einzelne Kind in Wien davon“, sagt Ellensohn.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GKR






