• 17.11.2015, 10:02:11
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A.T. Kearney quantifiziert Investitionsbedarf für mobiles Internet im Schienenpersonennahverkehr

Düsseldorf (ots) - Neue Studie "Mobiles Internet und Telefonieren im
SPNV"

Heute erwarten Fahrgäste nicht nur auf der Fernstrecke im ICE,
sondern auch im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) einen gut
funktionierenden Zugang zum mobilen Internet und zur Sprachtelefonie.
Mögliche Wege für einen besseren Zugang zum mobilen Internet und
Sprachtelefonie im SPNV präsentiert nun eine aktuelle Studie von A.T.
Kearney. Sie informiert über die Planungsabsichten der Branche und
sieht Investitionsbedarf in Milliardenhöhe für den bundesweiten
Ausbau der notwendigen Infrastruktur. An der Erstellung der Studie
beteiligt waren die drei Telekommunikationsunternehmen Deutsche
Telekom, Telefónica und Vodafone, die Bahnunternehmen Deutsche Bahn
und NETINERA sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger
des Schienenpersonennahverkehrs (BAG-SPNV) mit ihren regionalen
Aufgabenträgern Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG),
Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)
im Rahmen eines "Runden Tisches".

"Nach Berechnungen der Mobilfunknetzanbieter liegt die
Innenversorgung der SPNV Züge zurzeit bei rund 60 Prozent für mobiles
Internet und 90 Prozent für Sprachtelefonie. Werte, die für ein
positives Kundenerlebnis unzureichend sind", sagt Axel Freyberg,
Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Bereichs Telekommunikation in
Europa. Als ein Ergebnis des "Runden Tischs" beabsichtigen die
Mobilfunknetzanbieter bis zum Jahr 2020, zusätzlich rund 400
Millionen Euro zur spürbaren Verbesserung der Mobilfunknetzabdeckung
entlang der Bahnstrecken zu investieren. Das Investitionsvolumen
lässt die Netzabdeckung für das mobile Internet im SPNV auf 90
Prozent anwachsen. Nach Schätzungen der Mobilfunknetzanbieter wäre
eine weitere Milliarde Euro für eine Netzabdeckung von rund 98
Prozent nötig, um auch wenig besiedelte Gebiete einzuschließen. Diese
Abdeckung wäre nur durch eine gezielte Förderung durch den Bund
möglich, ist aber wirtschaftlich für die Unternehmen alleine nicht
darstellbar.

Notwendig sind grundsätzlich auch Investitionen in die
Schienenfahrzeuge: Dabei sind zwei Technologien geeignet die
Versorgung in den Zügen zu verbessern - Mobilfunkrepeater und WLAN.
Repeater verbessern Sprach- und Datenverbindungen von Mobilfunkkunden
(unter Nutzung ihres Mobilfunkvertrags) im Zug: "Eine Ausstattung der
Züge mit WLAN kann alternativ einen einfachen Zugang zum Internet
ermöglichen, verbessert aber nicht die Sprachtelefonie", so Rolf
Höring, Koautor der Studie und Principal bei A.T. Kearney.

Derzeit ist durch die Aufgabenträger geplant, in mehreren
Pilotprojekten bis 2020 etwa 950 Züge - das sind rund 8 Prozent aller
SPNV Züge - mit einer oder beiden Technologien auszustatten. Laut der
Studie belaufen sich die Investitionen für die Ausstattung dieser
Züge mit einer Technologie auf mindestens rund 45 Millionen Euro. Als
Herausforderung für eine flächendeckende Ausstattung aller Züge sehen
die Autoren auch die langen Lebenszyklen der Züge und die begrenzten
Werkstattkapazitäten. Letztere können den zügigeren Ausbau verzögern.

Um sämtliche Züge bis 2025 vollständig auszurüsten, müsste
insbesondere die Zahl der jährlich nachzurüstenden Fahrzeuge
verzehnfacht werden. Die Investitionen für alle Züge dürften
mindestens etwa 500 Millionen Euro betragen. Für einen optimalen
Kundennutzen, also verbesserte Sprachtelefonie und gratis Internet,
müssten beide Technologien kombiniert werden. Ein für die Kunden
kostenlos nutzbares Internetangebot verursacht jedoch zusätzliche
Kosten bei den Aufgabenträgern von jährlich bis zu 400 Millionen Euro
für Datentarife. Die Finanzierung sowohl der Investitionen in WLAN
und Repeater von geschätzt 1,3 Milliarden Euro in die Fahrzeuge als
auch der laufenden Kosten müsste im SPNV aus öffentlichen Mitteln der
Aufgabenträger erfolgen. Da die künftigen Regionalisierungsmittel
primär dazu benötigt werden, das Angebot im SPNV langfristig zu
sichern, ist ein flächendeckendes Angebot für mobiles Internet in
Zügen nur mit einer weitergehenden Förderung des Bundes zu
realisieren.

Sowohl Mobilfunknetzanbieter als auch Aufgabenträger und
Bahnunternehmen im SPNV stimmen ihre Aktivitäten zur Verbesserung der
Kundenversorgung auch weiterhin sehr eng gemeinsam mit dem Bund ab.
"Um im digitalen Zeitalter mobiles Internet und Telefonieren auch in
den Zügen des Nahverkehrs möglichst zeitnah anbieten zu können, ist
der weitere Ausbau der Mobilfunknetze entlang der Bahnstrecken und
die Nach- und Ausrüstung der Züge mit der entsprechenden Technik
notwendig. Für eine flächendeckende Ausstattung sind auch weitere
Anstrengungen des Bundes insbesondere für die laufenden
Betriebskosten erforderlich", macht Dr. Thomas Geyer, Präsident des
Dachverbandes der Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr,
BAG-SPNV, deutlich.

Mehr zur Studie: www.atkearney.de/mobiles-internet-spnv

Über A.T. Kearney

A.T. Kearney zählt zu den weltweit führenden Unternehmensberatungen
für das Top-Management und berät sowohl global tätige Konzerne als
auch führende mittelständische Unternehmen und öffentliche
Institutionen. Mit strategischer Weitsicht und operativer
Umsetzungsstärke unterstützt das Beratungsunternehmen seine Klienten
bei der Transformation ihres Geschäftes und ihrer Organisation. Im
Mittelpunkt stehen dabei die Themen Wachstum und Innovation,
Technologie und Nachhaltigkeit sowie die Optimierung der
Unternehmensperformance durch das Management von Komplexität in
globalen Produktions- und Lieferketten. A.T. Kearney wurde 1926 in
Chicago gegründet. 1964 eröffnete in Düsseldorf das erste Büro
außerhalb der USA. Heute beschäftigt A.T. Kearney rund 3.500
Mitarbeiter in über 40 Ländern der Welt. Seit 2010 berät das
Unternehmen Klienten klimaneutral.

Weitere Informationen finden Sie unter www.atkearney.de und auf
Facebook: www.facebook.com/atkearney.de.

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