- 16.11.2015, 11:20:05
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Oberhauser zum 8. Europäischen Antibiotikatag: Antibiotika sorgsam einsetzen
Verringerter Einsatz von Antibiotika und verbesserte Hygiene sind die wirksamsten Mittel gegen die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen
Utl.: Verringerter Einsatz von Antibiotika und verbesserte Hygiene
sind die wirksamsten Mittel gegen die Ausbreitung von
Antibiotikaresistenzen =
Wien (OTS) - Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser nimmt den 8.
Europäischen Antibiotikatag am 18. November zum Anlass, einmal mehr
zu einem sorgsamen Umgang mit Antibiotika aufzurufen. „Antibiotika
dürfen nur nach Verschreibung durch eine Ärztin oder einen Arzt
eingenommen werden. Denn nur durch die Einnahme der richtigen
Antibiotika in der richtigen Dosierung kann die bakterielle
Erkrankung erfolgreich bekämpft und möglichen Resistenzentwicklungen
entgegen gewirkt werden“, erklärt Oberhauser. „Die Vermeidung von
Infektionen durch verbesserte Hygiene ist eine weitere vorrangige
Strategie in der Bekämpfung der Antibiotikaresistenz“, so die
Gesundheitsministerin weiter.****
Im europäischen Vergleich zählt Österreich beim Gesamtverbrauch aller
Antibiotika zu den moderaten Verbrauchsländern. Im niedergelassenen
Bereich, von dem vollständige und hochwertige Daten zur Verfügung
stehen, ist seit 1998 eine leicht fallende Tendenz im Verbrauch
festzustellen. So sank die Anzahl der Verordnungen pro 10.000
EinwohnerInnen von knapp 20 im Jahr 1998 auf 17,3 im Jahr 2014. An
einer entsprechenden österreichweiten Erhebung des
Antibiotikaverbrauchs im stationären Bereich wird gearbeitet; Zahlen
dazu sollen 2017 vorliegen.
10 Jahre AURES
Bereits zum zehnten Mal wird heuer der AURES – der österreichische
Antibiotikaresistenz-Bericht – des Bundesministeriums für Gesundheit
veröffentlicht. Die vorliegenden Daten ermöglichen, die Entwicklung
der Resistenzlage in Österreich zu beobachten und der Ausbreitung von
antimikrobiellen Resistenzen (AMR) entgegenzuwirken.
Die österreichischen Resistenzraten sind bei Bakterien wie den
Methicillin-resistenten Staphylokokken (MRSA) und
Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) im EU-Vergleich niedrig.
Herausfordernder ist die Situation bei den sogenannten
„gramnegativen“ Erregern. Deshalb hat das Bundesministerium für
Gesundheit gemeinsam mit der Nationalen Referenzzentrale für
Antibiotikaresistenz das wichtige Projekt „CARBA-Net Austria“
gestartet: Alle österreichischen mikrobiologischen Labore können seit
April 2015 kostenfrei eine spezielle Zusatzdiagnostik von der
Referenzzentrale anfordern. Damit kann geklärt werden, ob der Erreger
ein spezielles Enzym - die Carbapenemase - bildet, welches eines der
wichtigsten Antibiotika unwirksam machen kann.
Resistenzen bei Krankheitserregern haben unmittelbare Auswirkungen
auf die Gesundheit. Die Wirksamkeit der Antiinfektiva kann nachteilig
beeinflusst werden, wodurch die Therapie von Infektionskrankheiten
sowohl beim Menschen als auch bei landwirtschaftlichen Nutztieren
erschwert wird. 2013 wurde der Nationale Aktionsplan zur
Antibiotikaresistenz beschlossen. Die darin enthaltenen Maßnahmen
umfassen sowohl humanmedizinische Belange als auch tierärztliche
Tätigkeiten, die Tierhaltung, die Lebensmittelkette und die Umwelt.
Die Umsetzung der Maßnahmen soll bis 2016 abgeschlossen sein. Neben
dem bereits im Jahr 2011 von der EU entwickelten AMR-Aktionsplan hat
nun auch die WHO einen weltweiten AMR-Global Action Plan erarbeitet.
Außerdem arbeiten die USA und die EU im Rahmen der Transatlantic Task
Force AMR (TATFAR) an gemeinsamen Konzepten zur Resistenzbekämpfung.
Symposium zum 8. Europäischen Antibiotikatag
Auch heuer lädt das Bundesministerium für Gesundheit in Kooperation
mit dem Nationalen Referenzzentrum für nosokomiale Infektionen und
Antibiotikaresistenz, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit (AGES) und der Veterinärmedizinischen
Universität Wien anlässlich des Europäischen Antibiotikatages am 18.
November 2015 zu einer Fachtagung ein. Expertinnen und Experten der
Human- und Veterinärmedizin sowie aus dem Lebensmittelbereich
diskutieren neue Erkenntnisse und Herausforderungen beim Einsatz von
antimikrobiell wirksamen Substanzen.
Der Europäische Antibiotikatag ist eine Initiative des Europäischen
Parlaments und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die
Kontrolle von Krankheiten und findet seit 2008 jährlich am 18.
November statt. Ziel dieses Aktionstages ist die Bewusstseinsbildung
hinsichtlich des verantwortungsvollen Gebrauchs von Antibiotika.
Umfassende Informationen über Antibiotikaresistenz sind auf der
Website des BMG zu finden: http://www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/
Krankheiten/Antibiotikaresistenz/ (Schluss)
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