ORF-Premiere für Prochaskas mehrfach preisgekrönten Alpenwestern „Das finstere Tal“

Mit Sam Riley, Paula Beer, Tobias Moretti u. v. m. am 12. November in ORF eins

Wien (OTS) - Achtmal Deutscher Filmpreis, dreimal Romy, achtmal Österreichischer Filmpreis und zweimal Bayerischer Filmpreis sowie internationale Preise bei Filmfestivals u. a. in Belgien, Portugal, Slowenien und Korea konnte Andreas Prochaskas Alpenwestern „Das finstere Tal“ für sich verzeichnen. Der aufwendig gestaltete Kinofilm, der im Rahmen des Film-/Fernsehabkommens vom ORF unterstützt wurde, kam im Februar 2014 in die Kinos und wurde mit mehr als 155.000 Besucherinnen und Besuchern 2014 zu Österreichs erfolgreichstem Kinofilm. Die Verfilmung von Thomas Willmanns gleichnamigen Bestseller „Das finstere Tal“ – zu sehen als ORF-Premiere am Donnerstag, dem 12. November, um 20.15 Uhr in ORF eins – mit Sam Riley in der Hauptrolle des Greider ist eine furiose Mischung aus vielschichtigem Western und packendem Drama.
Die eingeschworene Dorfgemeinschaft in einem karstigen Alpenhochtal am Ende des 19. Jahrhunderts. Die rigide Herrschaft des Brenner-Bauern und seiner Söhne bestimmt den Mikrokosmos dieses Epos von Schuld, Rache und Liebe – eine Welt, die sich mit dem harten Leben hoch oben arrangiert hat und ein düsteres Geheimnis deckt, das alles und jeden in seiner unbarmherzigen Umklammerung hält. Und selbst die Hochzeit der jungen Luzi (Paula Beer) liegt wie ein dunkler Schatten über den Bewohnern des Tals. Alle wissen warum. Auch Greider? Unter der Regie von Andreas Prochaska brillieren Sam Riley mit seiner coolen, großartigen Präsenz als Greider und Paula Beer („Poll“) mit ihrer facettenreichen, eindringlichen Darstellung der Luzi zusammen mit dem hochkarätigen Cast um Tobias Moretti (auch in „Luis Trenker – Der schmale Grat der Wahrheit“ am 18. November um 20.15 Uhr in ORF2), Clemens Schick, Florian Brückner bis zu Erwin Steinhauer und Hans-Michael Rehberg. Für Regie und Drehbuch zeichnen Regisseur Andreas Prochaska und Drehbuchautor Martin Ambrosch verantwortlich, die damit nach Erfolgsproduktionen wie u. a. „Spuren des Bösen“ und „Das Attentat – Sarajevo 1914“ ein weiteres Mal zusammengearbeitet haben. Und auch bis Ende dieses Jahres inszeniert Andreas Prochaska für den ORF ein weiteres Projekt nach der Vorlage von Martin Ambrosch – den historischen TV-Dreiteiler „Maximilian: Das Spiel von Macht und Liebe“. Außerdem steht mit dem Kärntner Landkrimi „Wenn du wüsstest wie schön es hier ist“ am 17. Dezember um 20.15 Uhr in ORF eins eine weitere Prochaska-Premiere auf dem Programm.

„Das finstere Tal“ auf der großen Leinwand

Im Sommer 2010 kam mit dem grandiosen Roman „Das finstere Tal“ das spektakuläre Romandebüt des Kulturjournalisten Thomas Willmann heraus. Mit seiner Leidenschaft für Western und Filmmusik im Hinterkopf schuf er einen wuchtigen Genreritt, der sich als fein austariertes und von einem düsteren Geheimnis getriebenes Rachedrama in einem entlegenen Alpenhochtal entlädt. „Ein Pageturner“, so der österreichische Produzent Helmut Grasser, dem es gemeinsam mit Regisseur Andreas Prochaska gelang, die Rechte für die Verfilmung zu bekommen, was in diesem Fall keine Frage des Geldes war. „Andreas Prochaska, mit dem ich ja schon mehrere Filme gemacht habe, hat mich angerufen und mich gefragt, ob ich mir diesen Roman besorgen könnte“, erinnert sich Helmut Grasser. „Er stünde schon im Kontakt mit Thomas Willmann und das Besondere war in diesem Fall, dass wir die Rechte nicht im klassischen Sinn erwerben konnten. Der Autor ist ja auch Filmkritiker und hatte da sehr klare Vorstellungen, wie eine Verfilmung aussehen sollte. Das hieß, er hat sich den Regisseur ausgesucht. Es gab viele Produktionsfirmen aus Deutschland und Österreich, die das Buch kaufen wollten, aber er hat es nicht verkauft. Und am Ende entschied er sich für Andreas Prochaska.“

Vom Roman zum Drehbuch

„Der Roman“, erklärt Andreas Prochaska, „lässt sich relativ viel Zeit für die Exposition. Das sind fast hundert Seiten, die super geschrieben sind, aber nicht so viel an ‚echter’ Handlung bieten. Die große Herausforderung für mich und meinen Drehbuchautor Martin Ambrosch war, die komplexen Zusammenhänge des Buchs so auf Filmlänge zu bringen, dass man nicht das Gefühl hat, in einem mittelmäßigen Auszug des Romans zu landen.“

Am Set im kalten Tal

Gedreht wurde „Das finstere Tal“ an 44 Tagen, verteilt auf einmal sechs Wochen im Winter und noch einmal zwei Wochen im Frühjahr für die Herbst- und Frühlingszenen des Films. Und eine der schwierigsten Szenen des gesamten Drehs wurde – trotz all der Härten davor – ausgerechnet eine Szene, die im Frühjahr gedreht wurde, erklärt Helmut Grasser. „Die ärgste Szene war die mit dem Schlamm. Das war einfach ein Horrordrehtag. Das Wetter hatte uns ein Schnippchen geschlagen. Es durfte auf keinen Fall schneien, weil die Szene im Herbst spielen sollte, dann hat es aber angefangen in Kübeln zu regnen und später kam auch noch Schnee dazu. Es war ein Elend, unter diesen Bedingungen zu drehen, aber die Bilder, die wir bekommen haben, waren grandios. Das, was wir da an sichtbarer Stimmung und Unwirtlichkeit für die Leinwand bekommen haben, hätten wir uns normalerweise niemals leisten können.“

So wie für die meisten war es auch für Andreas Prochaska der „mit Abstand anstrengendste Film“, den er je gemacht hat. Und das, obwohl alles „ohne größere Schwierigkeiten ablief“ und selbst die Kälte für alle menschlichen Beteiligten irgendwann einfach dazu gehörte. „Nur die Pferde hatten echte Probleme“, so Andreas Prochaska. „Das war mir vorher auch nicht klar, dass Pferde bei minus 15 Grad anfangen zu husten.“

Sam Rileys erstes Mal in den Bergen

„Ich muss gestehen, dass ein Kindheitstraum damit wahr wurde. Als kleiner Junge habe ich mir das gemeinsam mit meinen Brüdern vorgestellt, so als ruhiger, geheimnisvoller Held mit Gewehr und Pferd umher zu reiten. Diese Rolle jetzt spielen zu dürfen, war großartig für mich. Western bekommt man schließlich nicht häufig angeboten – es war also eine echte Chance“, erzählt Sam Riley und erinnert sich vor allem an: „Schnee! Es war sehr kalt! Ja, das ist mein erster Gedanke. Der Schnee und die Kälte. Ich war vorher noch nie in den Bergen, für mich war das alles ganz neu … so etwas wie ein wundervoller Schock, würde ich sagen.“ und weiter: „Es war wirklich atemberaubend. Man kennt so eine Kulisse vielleicht aus Filmen und wenn man dann wirklich da steht, ist man wie verzaubert. Alles ist so rein und klar, eine von Menschen unberührte Natur. Es hat übrigens auch eine ganze Weile gedauert, bis ich mich an das Klima dort oben in den Bergen gewöhnt hatte.“

Mehr zum Inhalt

„Es gibt Sachen, über die darf man nicht reden. Sachen, die früher passiert sind. Vor langer Zeit. Aber dass man nicht über sie reden darf, heißt nicht, dass man’s je vergessen kann. Es gibt nämlich Sachen, die lassen sich nie mehr vergessen.“ – Luzi

Ein düsteres Geheimnis, ein entlegenes Hochtal und ein schweigsamer Fremder. Über einen versteckten Pfad, irgendwo hoch oben in den Alpen, erreicht ein einsamer Reiter ein kleines Dorf, das sich zwischen unwirkliche Gipfel duckt. Niemand weiß, woher dieser Fremde kommt, der sich Greider nennt, und niemand will ihn hier haben. Unverhohlenes Misstrauen schlägt ihm entgegen. Die Söhne des Brenner-Bauern, der als Patriarch über Wohl und Wehe der Dorfbewohner entscheidet, hätten ihn wohl weggejagt, wenn Greider ihnen nicht eine Handvoll Goldmünzen gegeben hätte. Greider, der sich als Fotograf ausgibt, wird bei der Witwe Gader und ihrer jungen Tochter Luzi von den Brenner-Söhnen den Winter über untergebracht. Luzi, die kurz vor ihrer Heirat mit ihrem Lukas steht, ist voll Furcht ob des bevorstehenden Ereignisses. Denn eine Hochzeit ist in diesem Dorf mit einer furchtbaren Tradition verknüpft. Wer sich dem widersetzt, ist einer erbarmungslosen Abstrafung ausgesetzt. Nachdem der Schnee das Dorf eingeschlossen hat und kaum ein Sonnenstrahl mehr das Tal erreicht, kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem einer der Brenner-Söhne stirbt. Als der nächste Sohn auf mysteriöse Weise umkommt, wird klar, dass es sich wohl nicht um einen Zufall gehandelt hat: Die Brenner-Familie muss büßen – Greider hat eine Rechnung aus längst vergessen geglaubten Zeiten zu begleichen.

„Das finstere Tal“ ist eine Produktion von Allegro Film (Wien) und X Filme Creative Pool (Berlin) in Koproduktion mit SamFilm, dem ZDF und ORF hergestellt mit Unterstützung des Österreichischen Filminstituts, Filmstandort Austria, Filmfonds Wien, BLS Business Location Südtirol, Land Salzburg sowie FFF – FilmFernsehFonds Bayern, DFFF – Deutscher Filmförderfonds, MBB -Medienboard Berlin-Brandenburg und FFA – Filmförderungsanstalt.

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