9. November – The TEMPL TIMES

Zum Gedenktag an die Novemberpogrome 1938 wird heute die TEMPL TIMES verteilt. Der Journalist Stephan Templ ist immer noch in Haft.

Wien (OTS) - Am 9. November gedenken wir des Auftakts zum Holocaust, der sogenannten Reichskristallnacht 1938. Der Fall Templ zeigt, dass Österreich bis heute mit seiner NS-Vergangenheit nicht zu Rande kommt. Der kritische Journalist sitzt seit Anfang Oktober 2015 im Gefängnis.

Das Sanatorium Fürth hatte Stephan Templs Familie gehört und wurde enteignet. Nach dem Ende des NS-Regimes übernahm der österreichische Staat das Gebäude. Templ stellte für seine Mutter einen Antrag auf Restitution des Gebäudes. So wie alle anderen 38 Antragsteller auch, gab Templ keinen weiteren möglichen Antragsteller bekannt.

Das Gericht stellte im Strafverfahren gegen Templ einen Betrug fest und meinte, der österreichische Staat habe das Recht, einen Teil des Raubgutes für sich zu behalten. Templ wurde wegen Schädigung der Republik zur Haftstrafe verurteilt. Die Republik selbst sieht sich aber gar nicht geschädigt.

Templs österreichischer Anwalt hat im September einen Wiederaufnahmeantrag gestellt. Darin zitiert er eine erst seit wenigen Wochen zugängliche Entscheidung der Schiedsinstanz für Naturalrestitution aus dem Jahre 2007, wonach es für Antragsteller keine Verpflichtung gibt, andere mögliche Antragsteller zu nennen.

Während Templs Strafprozesses hat die Schiedsinstanz jedoch das Gegenteil behauptet und damit Templs Verurteilung bewirkt.

Anlässlich des Gedenktages wird die TEMPL TIMES verteilt, um politische Entscheidungsträger über den Fall zu informieren und dazu aufzurufen, zu handeln und dieses Unrecht zu beenden.

Wo: Präsidentschaftskanzlei, Parlament, Justizpalast
Wann: 10.00 - 13.00 Uhr

Laufende Informationen: www.stephantempl.com

Rückfragen & Kontakt:

Fr. Claire Kerschensteiner
Solicitor and Solicitor Advocate (Criminal)
Amsterdam & Partners LLP,Tel. +447771720212,
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