Margit Fischer sprach heute in Ö3-"Frühstück bei mir" über die Zeit nach der Präsidentschaft ihres Mannes und über ihre Autobiografie

Wien (OTS) - Sie gilt als zurückhaltend und gibt nur selten Interviews – eines davon heute: "First Lady" Margit Fischer war am Vormittag zu Gast in Ö3-"Frühstück bei mir" und blickte im Gespräch mit Ö3-Moderatorin Claudia Stöckl auf die Zeit nach dem 8. Juli 2016, dem Ende der 2. Amtsperiode ihres Mannes als Bundespräsident. Da hat sie ganz praktische Überlegungen. Margit Fischer auf Ö3: „Ich weiß nicht, ob es dann noch Sicherheitsleute für uns geben wird, ich weiß nicht ob es einen Chauffeur geben wird oder ob wir wieder ganz zurückfallen in eine Privatheit, wo wir dann mit 78 und 73 Jahren wieder anfangen müssen selber Auto zu fahren – nach 20 Jahren, wo mein Mann nicht am Steuer gesessen ist." Vermissen wird Margit Fischer auch die Sicherheits-Crew – vor allem aus zwischenmenschlichen Gründen: "Das sind lauter junge nette Männer". Auch der Sommersitz in Mürzsteg wird ihr abgehen, meinte Margit Fischer: „…weil wir sehr viele offizielle Gäste in Mürzsteg haben und es ist einfach schön, wenn man nach einer anstrengenden Woche dorthin kommt – in ein grünes Ambiente, in ein gepflegtes Haus mit Personal."

Zu den gehandelten möglichen Nachfolger/innen für Heinz Fischer wollte seine Gattin keinen Kommentar abgeben. Auch zur möglichen Kandidatur von Irmgard Griss sagte Margit Fischer auf Ö3 nur: "Frauen sollten genauso viele Chancen haben in diese Funktion gewählt zu werden wie Männer."

In ihrer neuen (am Dienstag erscheinenden) Autobiografie "Was wir weitergeben", die ebenfalls Thema in Ö3-"Frühstück bei mir" war, erzählt Margit Fischer so detailliert wie noch nie vom Schicksal ihrer Familie im Holocaust – fast die gesamte Familie ist in Konzentrationslagern umgebracht worden, nur ihr Vater hat überlebt. Ihr Gefühl den Tätern gegenüber? Die Frau des Bundespräsidenten zeigte sich versöhnlich: "Den Mördern ist es nicht besonnen, aber jenen, die dem Versprechen nach Arbeit und Wohlstand gefolgt sind, ist es milde. Ich glaube da gibt es auch viele Opfer. Nur zu sagen 'das sind alles Verbrecher und meine Familie ist umgebracht worden' – so einfach darf man es sich nicht machen." In den Schrecken des 2. Weltkrieges ortet Margit Fischer auch die Haltung der SPÖ in der Flüchtlingskrise: "Die Sozialdemokratie sagt: 'Wir sind auch verfolgt gewesen, wir haben flüchten müssen.' Und Österreich hat immer Flüchtlinge aufgenommen, das ist unsere Qualität. Eigentlich müssen wir stolz darauf sein, dass diese Flüchtlinge nach Schweden, nach Deutschland und nach Österreich wollen. Es ist eine Auszeichnung in meinen Augen, weil sie sagen, das sind demokratische Gesellschaften, in denen wir leben wollen, wo wir respektiert werden als Menschen."

Elfeinhalb Jahre ist Margit Fischer nun Österreichs "First Lady". Sie bilanzierte über diese Zeit in Ö3-"Frühstück bei mir": "Mir war immer klar, dass ich in dieser Position ein Role Model werde. Und ich wollte immer zeigen, dass ich die bleibe, die ich bin – auch an der Seite eines Bundespräsidenten. Dass ich nicht 'Prinzessin' oder 'Königin' bin, sondern genauso im Leben stehe, genauso einkaufen gehe, genauso einen Haushalt führe."

Auch in Sachen "Outfits und Mode" wollte sich Margit Fischer als Repräsentantin Österreichs an der Seite des Bundespräsidenten nie verändern, das betonte sie auch heute wieder. "Mir liegt es einfach nicht aufgedonnert wohin zu gehen." Deshalb ist ein schwarzer Hosenanzug ihr liebstes Kleidungsstück geworden, weil er den ganzen Tag passend ist. Ihre Gedanken zum Outfit bei Begegnungen mit Michelle Obama verriet die 72-jährige heute auf Ö3: "Ich denke mir, die arme Frau muss frieren, weil sie immer so dünn gekleidet geht und 'die Kühlung' in Amerika so stark ist." Nach einem schweren Bergunfall vor 49 Jahren hat Margit Fischer Drahtschlingen im Knöchel, deshalb kann sie auch keine High Heels tragen, wie sie heute erstmals erzählte: "Ich kann mit meinem Knöchel fast nur noch flach gehen. Ein Programm im Ausland heißt immer einen ganzen Tag auf den Füßen zu sein, das Pflaster ist immer ein Horror für einen Knöchel oder einen Rücken. Da kann man nur vernünftig sein und mit weichen Sohlen flach gehen – zum eigenen Schutz, und ich schüttle dann immer den Kopf, wenn die Gastgeberinnen, wissend wie das Programm ausschaut, mit 10-cm-Stilettos kommen. Dann reiche ich ihnen den Arm und sage: 'Wollen sie sich nicht einhängen?' Das nehmen sie immer gerne an."

Ö3-„Frühstück bei mir“ – das große Interview der Woche, Persönlichkeiten ganz persönlich – jeden Sonntag von 9.00 bis 11.00 Uhr im Hitradio Ö3 und zum Nachhören online auf http://oe3.orf.at.

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